Schweiz

Blick auf Beznau I und II.  Bild: KEYSTONE

«Vertiefungen» im Reaktordruckbehälter von Beznau 1 festgestellt 

12.08.17, 10:47 12.08.17, 16:17

In der Stahlplattierung des Reaktordruckbehälters des AKW Beznau 1, das seit März 2015 stillsteht, sind bei Revisionsarbeiten «Vertiefungen» festgestellt worden. Gemäss der Betreiberin Axpo und der Atomaufsichtsbehörde ENSI sind die Befunde nicht sicherheitsrelevant.

In der Stahlplattierung des Reaktordruckbehälters wurden «einzelne, geringfügige Vertiefungen» registriert. Die Medienstelle des Energiekonzerns Axpo, der das AKW betreibt, bestätigte am Samstag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund».

Dem ENSI gemeldet

Sämtliche Auffälligkeiten seien untersucht und bewertet worden. Auf die Funktion beziehungsweise die Integrität des Reaktordruckbehälters haben die Vertiefungen gemäss Axpo «keine Auswirkungen».

Der Energiekonzern meldete den Befund dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI). Die Atomaufsichtsbehörde ordnete die Befunde auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse (INES) auf der untersten Stufe 0 («Abweichung») zu.

Bei der genaueren Messung im Jahr 2015 seien drei bewertungspflichtige Befunde zum Vorschein gekommen, deren Tiefe etwa die halbe Dicke der Plattierung betrage, wird das ENSI im Zeitungsbericht zitiert. Die Befunde stellten «keine Beeinträchtigung für den sicheren Betrieb des Reaktordruckbehälters» dar. Die Ursache liege meist in der Herstellung.

Öffentlichkeit nicht informiert

Der Energiekonzern Axpo hatte die Öffentlichkeit nicht über diese Befunde informiert. Der Fokus in der Kommunikation sei auf den Befunden im Zusammenhang mit den Aluminiumoxideinschlüssen im Reaktordruckbehälter gelegen, hält die Medienstelle dazu fest.

Beznau 1, einer der ältesten kommerziellen Reaktoren der Welt, ist seit März 2015 vom Netz. Im Sommer des gleichen Jahres wurden am Reaktordruckbehälter rund 925 Materialfehler entdeckt.

Es sind fehlerhafte Materialstellen von einer Grösse von 5 bis 6 Millimetern. Gemäss Abklärungen der Axpo sind diese Materialfehler nicht während des Betriebs des Reaktors entstanden, sondern bei der Schmiedung des Druckbehälters 1965 in Frankreich.

Axpo gibt sich zuversichtlich, Beznau 1 am 31. Oktober wieder anfahren zu können. Der Termin ist bereits mehrfach verschoben worden. Grund für die neuste Verschiebung seien die «Prüfkommentare der Aufsichtsbehörde» ENSI zum eingereichten Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter von Beznau 1, hiess es. (sda)

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  • Wilhelm Dingo 12.08.2017 14:30
    Highlight Unbegrenzte Haftpflicht für AKWs einführen und zwar sofort!
    45 3 Melden
  • Mikee 12.08.2017 13:21
    Highlight Zum Glück sind die Dinger grösstenteils abgestellt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
    29 5 Melden
  • kleiner_Schurke 12.08.2017 12:15
    Highlight Merke: selbst wenn Beton Gebäude geschmolzen und der blanke weissglühende Reaktor vor sich hin dampft, besteht auch nicht die aller kleinste Gefahr. Oh doch, eine Gefahr gäbe es in diesem Fall, nämlich die Gefahr dass die Betreiber weniger Geld verdienen mit dem Ding.
    79 10 Melden
    • _kokolorix 12.08.2017 13:05
      Highlight Wurde auch in Lucens so gemacht. Obwohl der Reaktor durchgeschmolzen und explodiert ist, wurde zuerst geschwiegen, dann geleugnet und am Schluss erklärt, dass für die Bevölkerung zu keiner Zeit auch nur die geringste Gefahr bestand...
      43 2 Melden
  • Radiochopf 12.08.2017 11:45
    Highlight Auch wenn das eine mit dem anderen nichts zu tun: Wir haben AKW's die vidl älter sind als unser Frauenstimmrecht...
    77 10 Melden
  • Flint 12.08.2017 11:40
    Highlight Oh nein, die haben auch noch Lochfrass??!
    42 4 Melden
  • pun 12.08.2017 11:28
    Highlight Und wenn der Scheiss dann doch hochgeht, war natürlich niemand schuld (nicht, dass es dann für einen Grossteil der Schweizer Bevölkerung noch von Relevanz wäre).
    87 8 Melden
  • hueberstoebler 12.08.2017 11:27
    Highlight Warum müsste man die Öffentlichkeit bei jedem kleinen Fund informieren?
    Das hilft ungefähr so viel bei der Lösungssuche wie wenn ich twittere wie viele Maiskörner nach meinem allmorgendlichen Stuhlgang aufgetaucht sind.
    Ausser Massenpanik und Atomkraftbashing kommt nichts dabei raus. Die, die's wissen müssen um eine Lösung zu erarbeiten werden schon informiert, keine Angst.
    41 123 Melden
    • Radiochopf 12.08.2017 11:40
      Highlight Weil ein Akw kein Kinderspielzeug ist und die Betreiber meistens nicht so transparent sind mit Infos.. aber eigentlich hast du ja recht, wenn man schon 925 Materialfehler entdeckt spielt einer mehr auch keine Rolle...
      116 11 Melden
    • _kokolorix 12.08.2017 13:01
      Highlight Es ist ja nicht so, dass die Öffentlichkeit eine Sicherheitsanalyse abliefern muss. Die Informationen wären eine vertrauensfördende Massnahme. Leider wurde diese Chance einmal mehr vertan und es macht sich das Gefühl breit, dass hier etwas vertuscht werden soll...
      Zumal eine örtliche Schwächung des Materials um die Hälfte wohl auch Laien als Sicherheitsproblem erkennen können. Wieso sonst wurde das Material damals so stark gewählt, wenn die Hälfte auch schon genügt hätte?
      34 9 Melden
  • chnobli1896 12.08.2017 11:19
    Highlight bei all dem nordkorea-usa geschreibsel geht fast vergessen, dass wir unter umständen auch ohne atomkrieg alle atomar verseucht werden können wenns dumm läuft
    105 14 Melden
  • banda69 12.08.2017 11:11
    Highlight Und die SVP-Atom-Lobby so: "Atom ist die sicherste und sauberste Enegiequelle. Lasst uns mehr davon bauen!"
    94 12 Melden
  • Firefly 12.08.2017 11:04
    Highlight Stilllegen, abbauen, sofort!
    94 20 Melden
  • Lord_Mort 12.08.2017 10:59
    Highlight Haben das ENSI und die AKW Betreiber denn schon jemals was gefunden, das sicherheitsrelevant war? Ich glaube das ist noch nie vorgekommen. Was ich mich weiter Frage ist, ob alle diese kleinen nicht sicherheitsrelevanten Vorkommnisse denn in ihrer Gesamtheit nicht doch sicherheitsrelevant sind?
    104 14 Melden
    • pamayer 12.08.2017 11:21
      Highlight Also sicherheitsrelevant ist eh nix, so lange der Rubel rollt.

      Und: das Material an sich ist selbst heilend. Ähnlich, wie eine Schürfung oder ein Schnitt in der Haut wieder zusammenwachsen können, können sich auch Dellen oder Risse in Stahl, Beton etc zurückbilden. Also keinerlei Grund zur Besorgnis.
      Die ENSI wacht darüber, dass der Rubel weiter rollen wird.


      53 9 Melden
    • Matrixx 12.08.2017 12:09
      Highlight Selbstheilender Stahl? Super. Darf ich das Zeugs bitte in meinem Auto verbaut haben?
      38 5 Melden
    • meine senf 12.08.2017 12:26
      Highlight Wie viele Leute in so einem kleinen Land wie der Schweiz studieren Nuklearphysik? Wohl nur eine Handvoll. Die eine Hälfte geht danach zu den AKWs, die andere zu den Überwachungsbehörden.
      Sprich, man kennt sich von früher. Und die Arbeitsplätze sind voneinander abhängig, ohne AKWs braucht es auch weniger Überwacher.

      Auch bei bestem Willen und ohne böse Unterstellungen ist eine unvoreingenomme Überwachung so kaum möglich.

      Meiner Meinung nach sollten Betreiber und Überwacher nicht aus dem selben Land kommen. Sprich ENSI überwacht franzöische AKWs, die Deutschen überwachen Schweizer AKWs usw.
      43 6 Melden
    • Tanuki 12.08.2017 13:11
      Highlight Aber bis jetzt ist ja noch nichts passiert. Muss also sicher sein. Ansonsten haben wir ja unsere Jod Tabletten /s
      23 1 Melden
    • Ohniznachtisbett 12.08.2017 15:36
      Highlight Nun, die Frage ist, was versteht ihr den alle so von Atomphysik. Richtig wie die meisten und ich auch: nix. Ich muss doch hoffen, dass die schon wissen was sie tun. Wie beim Fliegen der Pilot...
      4 8 Melden
    • pamayer 12.08.2017 16:50
      Highlight @ohniznacht
      Analog zu den Militärpiloten müssen Atomphysiker v.a. lernen, schrottreife AKWs auf verdächtige Geräusche abzuklopfen. Das kleine 1x1 der Physik können sie sich dann im wohlverdienten Ruhestand reinziehen.
      3 0 Melden
    • pamayer 12.08.2017 16:54
      Highlight @matriXX
      Kann ich dir problemlos liefern. 100% selbstheilend, wie beschrieben. Mitte Oktober sollte wieder eine Lieferung aus Tschernobyl eintreffen.
      Die letzte aus Harrisburg war qualitativ strahlend.
      6 0 Melden
    • _kokolorix 12.08.2017 17:22
      Highlight @meine senf
      Um die Sicherheitsmassnahmen eines AKWs zu beurteilen muss man nicht Atomphysiker sein. Das allermeiste kann doch mit hundsgewöhnlichem Ingenieurswissen erledigt werden. Viel wichtiger wäre in der Tat die unbeschränkte Haftung. Dann würden die Scheissdinger blitzschnell abgeschaltet
      12 0 Melden

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