Schweiz

Wer in Zug in einem Airbnb schläft, muss jetzt Kurtaxen abliefern. Bild: KEYSTONE

Ende eines langen Streits: Jetzt erhebt Airbnb in der Schweiz Kurtaxen

Ab dem 1. Juli gilt eine neue Vereinbarung. Diese könnte schon bald auf die ganze Schweiz ausgeweitet werden. 

18.06.17, 06:08 20.06.17, 00:14

Airbnb, die Internetplattform für private Ferienunterkünfte, erhebt ab 1. Juli die Kurtaxe für Zug Tourismus. Die Vereinbarung zwischen Airbnb und Zug Tourismus ist die Erste in der Schweiz.

Künftig wird Airbnb über seine Plattform automatisiert die Berherbergungsabgaben für alle Gastgeber im Kanton Zug einziehen und an die Zuger Tourismusorganisation weiterleiten, wie Airbnb und Zug Tourismus gemeinsam am Sonntagmorgen mitteilten.

Video: watson

Damit sei Zug der erste Schweizer Kanton, in dem ein solches automatisiertes Verfahren zum Einsatz komme. «Das digitale Einziehungsverfahren vereinfacht das Handling für Zuger Gastgeber und uns gleichermassen», lässt sich Seraina Koller, Geschäftsführerin von Zug Tourismus in der Mitteilung zitieren.

Mit der Vereinbarung gelingt es Airbnb erstmals in der Schweiz, einen Schlusspunkt unter einen Jahre dauernden Zwist um die Kurtaxe zu setzen. Denn seit langem fordern Hotels gleichlange Spiesse für professionelle und private Wohnungs- und Zimmeranbieter.

Gespräche mit weiteren Kantonen

Airbnb kündigt denn in der Mitteilung auch weitere solcher Vereinbarungen an. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagt eine Sprecherin, sie rechne bereits im laufenden Jahr mit weiteren Partnerschaften. Man sei mit verschiedenen Kantonen im Dialog.

Airbnb-Vermieter kassiert im Schnitt 2900 Franken

Über Airbnb haben 2016 rund 2000 Touristen aus aller Welt bei Gastgebern in Zug übernachtet. Zug Tourismus schätzt, dass dies einem Anteil von rund 3 Prozent an der Gesamtzahl der Logiernächte im Kanton entspricht.Der typische Zuger Gastgeber vermietete sein Zuhause im Durchschnitt für 26 Tage im Jahr und nahm damit 2900 Franken ein, wie Airbnb in der Mitteilung angibt

Weltweit hat Airbnb mit über 270 Städten und Kommunen eine solche Vereinbarung zur automatisierten Erhebung und anschliessenden Ausschüttung der Beherbungssteuern. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, seien seit dem Start des Modells im Jahr 2014 insgesamt 240 Millionen Dollar erhoben und wieder abgeführt worden.

Zug Tourismus wie auch Airbnb versprechen, dass die Abgaben für Massnahmen und Einrichtungen genutzt werden, die «vorwiegend im Interesse der Abgabepflichtigen liegen». Will heissen: Die kantonale Tourismusorganisation nutzt das Geld für ihre Dienstleistungen und Angebote, für Marketing und um den Markt für den Zuger Tourismus zu bearbeiten.

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. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Brothamster 18.06.2017 21:38
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  • atomschlaf 18.06.2017 10:49
    Highlight Bravo! So geht das.
    Zeigt auch, dass es keine zusätzlichen neuen Gesetze braucht, denn AirBnB ist letztlich nichts weiter als ein neuer Vertriebskanal zur Ferienwohnungs- und Zimmervermietung.
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  • Fredu 18.06.2017 10:30
    Highlight Wurde auch Zeit! Jede Jugendherberge, Ferienwohnung, jedes B&B und Hotel, muss in der Schweiz Kurtaxen abliefern, nur Airbnb nicht. Was für eine grossartige Leistung unserer Politik, das es jetzt gelungen ist das Problem in einem einzigen Kanton zu lösen. Ich muss jedes Jahr über 5000 CHF an Tessin Turismo abliefern und habe schon überlegt, das Geld auf ein Sperrkonto einzuzahlen, bis das Airbnb endlich verpflichtet wird Kurtaxen für seine Gäste zu zahlen. Ihre Gäste profitieren genau so von den Events, der Infrastruktur, usw.
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  • boromeo 18.06.2017 09:23
    Highlight Die Taxen finde ich gut. So bleiben die Spiesse des Tourismus nicht gleich lang, aber wenigstens etwas "gleicher". Andererseits muss man eingestehen, dass überall in der Schweiz, wo "zwischendurch" etwas dazu verdient werden kann, es vom Staat wieder abgeführt wird. Ueberall hat jener seine Hände im Hosensack fremder Leute. In anderen Ländern hat man weniger Gesetze, ist freier und trotzdem funktionierts. (deshalb sind wir auch nicht mehr in der Schweiz, trotz schöner Kuhglocken!)
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