Schweiz

Bürgerliche Parteien werben für tiefere Gewinnsteuern der Konzerne

29.11.16, 10:30 29.11.16, 10:52

Die bürgerlichen Parteien stehen geschlossen hinter der Unternehmenssteuerreform III. Sie sehen darin den Schlüssel für eine langfristig erfolgreiche Zukunft der Schweiz.

Heute gelten für rund 24'000 Firmen spezielle Steuerregimes. Doch die EU und die OECD akzeptieren es nicht mehr, dass die Schweiz im Ausland erzielte Gewinne tiefer besteuert als im Inland erwirtschaftete. Die Privilegien müssen daher abgeschafft werden.

Die zum Teil hoch mobilen Unternehmen drohten ins Ausland abzuwandern und über 150'000 Arbeitsplätze mitzunehmen, warnte das überparteiliche Komitee «Ja zur Steuerreform», zu dem FDP, SVP, CVP, GLP und BDP gehören, am Dienstag vor den Medien in Bern. Davon wären auch die Schweizer KMU betroffen, die als Zulieferer und Partner auf Aufträge von grossen Unternehmen angewiesen seien.

Milliarden auf dem Spiel

Verlassen die Unternehmen die Schweiz, gehen Bund und Kantonen Milliardenbeträge verloren. Der Bund nimmt heute knapp 5 Milliarden Franken an Gewinnsteuern von den gesondert besteuerten Unternehmen ein. Die Einnahmen der Kantone werden auf über 2 Milliarden Franken geschätzt.

Die Unternehmenssteuerreform III hat zum Ziel, die betroffenen Unternehmen in der Schweiz zu halten. Geplant sind tiefere Gewinnsteuersätze für alle Unternehmen, Steuerprivilegien für forschende Unternehmen oder ein Abzug auf hohem Eigenkapital.

Die Schweiz habe es in der Hand, international wegweisend attraktive Steuerbedingungen einzuführen, schreiben die Befürworter in einer Medienmitteilung. Sie hoffen, dass damit die bestehenden Arbeitsplätze erhalten und sogar neue geschaffen werden könnten.

Neue Schlupflöcher

Gegen die Unternehmenssteuerreform III hat die SP das Referendum ergriffen. Unterschriften gesammelt haben auch die Grünen, Gewerkschaftsbund, UNIA sowie weitere Gewerkschaften und Jungparteien.

Sie warnen vor neuen Steuerschlupflöchern für Konzerne und Grossaktionäre, die von den Arbeitnehmern wieder gestopft werden müssten. Sollte das Volk die Steuerreform am 12. Februar 2017 ablehnen, wollen die Gegner sofort eine Vorlage aufgleisen, die jedoch zu tieferen Steuerausfällen führen soll. (sda)

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  • meerblau 30.11.2016 07:36
    Highlight MEI-Gegner: "Die Internehmen wandern ab, sollte die Initiative agenommen werden!!". Initianten: "Quatsch! Und wennschon, das Volk bestimmt, die Unternehmen haben sich zu fügen!"
    USR III-Befürworter: "Die Unternehmen wandern ab, wenn wir die Steuern nicht senken!". Gegner: "..."
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  • Gelöschter Benutzer 29.11.2016 20:12
    Highlight USR3 ein Erfolg?
    2008 prognostizierte der Bundesrat durch die USR2 Steuerausfälle von rund 80 Mio. Fr.
    3 Jahre später zeichnen sich für 2011 mind. 1,2 Mrd. Fr. Verlust ab und in den folgenden 10 Jahren ist mit mind. 7 Mrd. Fr. zu rechnen (NZZ, Dez.11).
    2012 halbierte der Kt. Luzern die Unternehmenssteuer und wurde zum steuerlich attraktivsten Firmenstandort der Schweiz. Höhere Steuereinnahmen blieben aus. Das entstandene Loch hatten v.a. die Privatpersonen zu stopfen (zentralplus, 9.12.13).
    Wer die Sparpolitik der vergangenen Jahre anschaut, weiss, wer solche Verluste am Ende zu bezahlen hat.
    8 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 29.11.2016 14:18
    Highlight "Die zum Teil hoch mobilen Unternehmen drohten ins Ausland abzuwandern und über 150'000 Arbeitsplätze mitzunehmen".

    Angstmacherei, nichts anderes.

    Macht mal eine Reform für den Mittelstand, mit dem Ziel dass dieser weniger bezahlen muss.

    Steuerwettbewerb für Unternehmen (aber auch Steueroasen für Private) sollten generell verboten werden. Nicht die Steuern sollten für ein Unternehmen ausschlaggebend sein, sondern die Qualität und die Arbeitsleistung der Mitarbeiter. Steuern sind einfach der falsche Anreiz.

    Mittelstand muss das dann wieder wett machen...
    22 2 Melden
  • Matthias Studer 29.11.2016 12:53
    Highlight Unter der USTR 5 wird die Sklavenhaltung wieder eingeführt. Sie werden das als Errungenschaft feiern. Endlich hat der Arbeiter wieder ein Dach über dem Kopf eine eine Mahlzeit täglich.
    Die Menschen werden ihnen zu jubeln.
    21 2 Melden
  • Floyd84 29.11.2016 11:29
    Highlight Finde ich irgendwie schizophren von der SVP. Zuerst wollen Sie nicht mehr Leute im Land(Masseneinwanderung), aber Steuerprivilegien für Unternehmen, was automatisch noch mehr Zuwanderung bedeutet.
    Gegen Feuer und die Feuerwehr!
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