Schweiz

Mittwochmorgen, 10.30 Uhr: Michelle Richner erklärt ihren Mädchen und Buben das nächste Spiel. Die Kinder verstehen sie – vor ein paar Monaten scheiterte vieles an Sprachbarrieren. bild: aargauer zeitung/pascal meier

1 Schweizer, 19 Ausländer: Wie sich der aussergewöhnliche Chindsgi entwickelt hat

In Michelle Richners Kindergarten-Klasse am Schützenweg in Suhr haben 19 von 20 Kindern ausländische Wurzeln. Am ersten Schultag im August 2016 verstanden sie kaum Deutsch. Ein Besuch neun Monate später.

15.05.17, 04:34 15.05.17, 13:46

Pascal Meier / Aargauer Zeitung

Michelle Richner versucht es ein zweites Mal: «Und jetzt de linki Arm löpfe», sagt die Kindergärtnerin, und wartet, bis doch noch ein paar Hände in die Höhe schnellen. «Jetzt stehen alle auf!», ruft Richner in die Runde. Ein paar Mädchen und Buben springen von ihren hölzernen Stühlen. Sieben Kinder bleiben sitzen. Sie verstehen nicht, was sie tun sollen.

Es ist August 2016, der erste Schultag im Schützenweg-Kindergarten in Suhr. Kindergärtnerin Michelle Richner steht vor einer grossen Herausforderung: Ihre Kinder heissen Flakrina, Adonay, Siyar oder Ayaan. Von 20 Buben und Mädchen haben 19 ausländische Wurzeln. Sie stammen aus Ländern wie Albanien, Eritrea, der Türkei und Pakistan. Nur drei Kinder sprechen fliessend Mundart. Die Mehrheit der Kinder, die heute erstmals den Kindergarten besucht, versteht kaum Deutsch. Michelle Richner, Fabienne Geiser (Deutsch als Zweitsprache DAZ) und Klassenassistentin Claudia Kiefer verständigen sich deshalb mit Händen und Füssen.

Der altersgemischte Kindergarten am Schützenweg hat damit den höchsten Anteil an fremdsprachigen Kindern in Suhr und ist voll belegt. Der Doppelkindergarten steht im Süden der Gemeinde. Hier leben viele Ausländer in günstigen Wohnungen, vor allem in den Quartieren Frohdörfli-Helgenfeld und Wynematte-Buhalde.

In anderen Suhrer Kindergärten hat es mehr Schweizer Kinder, in einzelnen Abteilungen fast ausschliesslich. Eine Durchmischung von schweizerischen und ausländischen Kindergärtlern, wie sie die Schule im Sinne der Integration anstrebt, gibt es am Schützenweg kaum.

Die Kinder lernen schnell

Neun Monate nach dem ersten Schultag besuchen wir Michelle Richners Kindergartenklasse Anfang Mai ein zweites Mal. Es ist Mittwochmorgen, Turnen steht auf dem Stundenplan. In der Halle im Untergeschoss der Schulanlage Dorf überschlägt sich Kindergeschrei. Die Buben und Mädchen spielen Fangis, ein dunkelhäutiger Bub schwingt sich unter einer Reckstange hindurch und entgeht flink einem Fänger.

Dann ruft Michelle Richner ihre Schützlinge zusammen. Der Boden bebt unter den vielen Kinderschuhen. «Alle stehen auf den Kreis», sagt die Kindergärtnerin zu den Kindern. Schnell schliessen sich die Mädchen und Buben Schulter an Schulter in der Mitte der Halle zu einem Kreis zusammen. «Alle sitzen jetzt auf die Knie», sagt Richner. Die Kinder lassen sich auf die Knie fallen. Alle verstehen, was ihre Kindergärtnerin sagt.

«Die Mädchen und Buben haben seit dem vergangenen Sommer enorme Fortschritte gemacht, fast alle verstehen jetzt Deutsch», erzählt Michelle Richner später, während die Kinder in der Halle herumtollen. «Sie haben die Sprache aufgesogen wie ein Schwamm. Zudem haben sie genau beobachtet und nachgeahmt, was wir ihnen vorgezeigt haben.»

Michelle Richner und ihre Kinder beim Turnunterricht. bild: aargauer zeitung/pascal meier 

Aufklärungsarbeit bei den Eltern

Das ist das Ergebnis harter Arbeit. Michelle Richner, Fabienne Geiser und Claudia Kiefer erklärten den Kindern in den ersten Wochen trotz Sprachbarriere die Kindergarten-Regeln. Dazu gehören einfache Dinge wie der Morgengruss. Oder das Znüni. Das klappte teilweise nur mit Zeichen.

Dann kam langsam die Sprache dazu: «Wir reden den ganzen Tag und wiederholen alles immer wieder, bis die Kinder es verstehen und mit einer Handlung verknüpfen», erklärt Michelle Richner ihre Strategie. «Dabei arbeiten DAZ-Lehrperson, Klassenassistenz und ich eng zusammen.»

Aufklärungsarbeit gab es auch bei den Eltern: In vielen Ländern ist der Kindergarten nicht viel mehr als ein Kinderhort. «Wir müssen den Vätern und Müttern unter anderem erklären, dass die Pädagogik bei uns einen grossen Stellenwert hat und der Schulbesuch obligatorisch ist», sagt Gesamtschulleiterin Denise Widmer. Dies werde manchmal durch geringe Deutschkenntnisse erschwert. «Grundsätzlich sind die Eltern von ausländischen Kindern aber kooperativ», so Widmer. «Sie machen mit und wollen sich und ihre Kinder integrieren.»

Defizite beim Übertritt in 1. Klasse

Die Sprachprobleme und kulturellen Unterschiede verlangsamen den Alltag im Kindergarten Schützenweg. Während die Buben und Mädchen in anderen Suhrer Kindergärten vom ersten Tag an nach Lehrplan arbeiten, lernen die Kinder am Schützenweg in den ersten Monaten zuerst Deutsch. Dadurch entwickeln sich unter anderem Selbst- und Sozialkompetenz später als üblich, Defizite wie Ablösungsprobleme werden oft nicht sofort erkannt.

«Alles läuft verzögert ab», sagt Denise Widmer. Dies zeige sich dann teilweise sehr deutlich beim Übertritt an die Primarschule: «Einige Kindergärtler sind weniger weit als andere und haben beim Start der ersten Klasse nicht die gleichen Voraussetzungen.»

Im August beginnt alles von vorne

Zurück zur Klasse von Michelle Richner. Die Turnstunde ist fast zu Ende, die 20 Mädchen und Buben sind aufgedreht. Die Kindergärtnerin bindet einem Bub die Schuhe. Zwei Mädchen stehen daneben und kichern. Richner zieht die Schuhbändel fest zu, der Bub rennt wieder los.

Woher nimmt Michelle Richner die Energie, eine Kindergartenklasse unter diesen teilweise sehr schwierigen Umständen zu führen? «Die Kinder sind dankbar, offen und wollen etwas lernen», sagt Richner – und erzählt ein Beispiel: «Drei fremdsprachige Buben in meiner Klasse haben abgemacht, dass sie miteinander nur Deutsch reden wollen, weil sie ja in der Schweiz sind.»

Solche Erlebnisse und die grossen Fortschritte der Kinder motivieren die Kindergärtnerin, auch nach 15 Jahren: So lange ist Michelle Richner Kindergärtnerin – acht Jahre davon am Schützenweg, wo im kommenden August wieder neue fremdsprachige Mädchen und Buben in ihrer Klasse sitzen werden und zuerst Deutsch lernen müssen. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Warum es schiefgehen kann, wenn YouTuber auf Kriegsreporter machen

Bevor du in die Ferien abhaust: Hier die 11 wichtigsten Ferien-Starterkits

Manchester-Attentat: Attentäter war Mitglied des «IS» +++ Ariana-Grande-Konzerte abgesagt

Die 21 witzigsten Job-Inserate aus aller Welt

Schleichender Jodmangel in der Schweiz: Werden wir wieder zu «Idioten der Alpen»?

Grünen-Chefin Rytz: «Wir haben punkto Energiewende viel bessere Karten als Deutschland»

17 Dinge, die du (wahrscheinlich) nur verstehst, wenn du in der IT arbeitest

Von A wie Assistkönig bis Z wie Zuschauer: Das ABC der Bundesliga-Saison

Eine Million Gründe, warum ich nie wieder an ein Konzert gehen werde

«Arena»-Fight ums Fleisch: Veganerin fetzt Verbotsgegner – und alle lieben Bauer Capaul 

7 klassische Handy-Chats vom Wochenende, die jeder kennt – und was dahinter steckt

10 mysteriöse Entdeckungen, die uns heute noch verblüffen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
Watson ist für mich das Nr. 1 Newsportal und wird es auch bleiben. So weitermachen!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
65 Kommentare anzeigen
65
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Sensenmaa 16.05.2017 06:43
    Highlight Dafür werd ich wohl sehr viele Blitze ernten. Aber das gibt mal alles Fachkräfte und Kulturbereicherer die wir so dringend brauchen.

    13 2 Melden
    600
  • Hugo Wottaupott 15.05.2017 16:20
    Highlight Also die Kindergärtnerin dürfte man schon zu den Schweizerinnen zählen 2/19 somit.
    4 41 Melden
    • Wolf2000 15.05.2017 19:26
      Highlight Ein Tropfen auf dem heissen Stein....
      21 6 Melden
    600
  • Wolf2000 15.05.2017 16:17
    Highlight Das sagt wohl jeder was man hören will aber nicht was man hören sollte.....
    16 6 Melden
    600
  • atomschlaf 15.05.2017 15:07
    Highlight Danke für den Bericht.

    Grosses Bravo an Frau Richner und auch an die drei Jungs.
    («Drei fremdsprachige Buben in meiner Klasse haben abgemacht, dass sie miteinander nur Deutsch reden wollen, weil sie ja in der Schweiz sind.»)
    41 19 Melden
    600
  • Mayadino 15.05.2017 11:04
    Highlight Dafür ernte ich sicher viele blitze, aber das ist der grund warum ich meinen sohn NICHT in den kindergarten nahe der blöcke schicken wollte... habe zu viele mütter kennengelernt die mit ihren kindern nur türkisch/albanisch sprechen mit der begründung: deutsch lernen sie dann im kiga...
    127 39 Melden
    • Pain_in_the_ass 15.05.2017 13:35
      Highlight Ich habe dich wegen deiner Unwissenheit geblitzt. Selbst ein Secondo spreche ich bis heute mit meinen Eltern noch Aramäisch. Aufgewachsen bin ich in einem Ausländerviertel und redete bis in die Primarschule nue gebrochen Deutsch. Heute deutet kaum etwas auf meine Wurzeln hin. Ich bin froh, dass meine Eltern nie Deutsch mit mir gesprochen haben, denn sonst hätte ich mir ihre fehlerhafte Aussprache angeeignet und Aramäisch nie gelernt.
      53 58 Melden
    • Tanea 15.05.2017 14:23
      Highlight Ich verstehe deine Argumentation, aber pädagogisch sinnvoll ist es nur bedingt, wenn ausländische Mütter deutsch mit ihren Kindern sprechen.

      Natürlich wollen wir, dass die Eltern bereits bestens integriert sind und die deutschen Sprache fehlerfrei beherrschen. Aber die Realität sieht anders aus.

      Was bringt es, wenn die Eltern mit ihren Kindern deutsch reden, obwohl sie die Sprache nur gebrochen und grammatikalisch fehlerhaft beherrschen? So helfen sie ihren Kindern nicht - im Gegenteil!
      Es is deswegen in solchen Fällen sinnvoller, wenn nur die Fremdsprache gesprochen wird.
      39 12 Melden
    • HerrOber 15.05.2017 14:41
      Highlight Tja, und man als Ausländer wird immer von Kindergärner und Lehrer empfohlen, die eigene Muttersprache mit den Kindern zu sprechen, zuerst weil sonst kann mann nur "gebrochenes Deutsch" beibringen, und auch weil eine zweite Sprache ein Wichtiges skill ist.
      34 8 Melden
    • atomschlaf 15.05.2017 15:09
      Highlight Wichtig ist, dass sowohl Kinder wie auch Eltern die örtliche Landessprache lernen.

      Dass sie in der Familie die Muttersprache reden, ist in meinen Augen völlig normal und auch sinnvoll.
      War auch bei meinen damaligen Primarschul-Gspönli aus Italien auch so und die sind heute alle bestens integriert.
      32 6 Melden
    • Lichtblau 15.05.2017 19:32
      Highlight Heute morgen im Tram: Ein Vater (wohl aus einem exjugoslawischen Land) und seine ca. 3-jährige Tochter in intensivem Gespräch auf Schweizerdeutsch. Seines nicht korrekt und mit starkem Akzent, ihres fehlerfrei. Beide haben sich auffallend gut verstanden und dabei bestens amüsiert.
      22 2 Melden
    600
  • Redly 15.05.2017 10:19
    Highlight Danke für den guten Artikel.
    Und Danke an die Lehrerinnen für ihre Arbeit.
    118 23 Melden
    600
  • banda69 15.05.2017 10:01
    Highlight Respekt vor Frau Richner und ein grosses Dankeschön.

    19 von 20 ist sehr krass. Wie kommt so eine Verteilung zustande?
    108 14 Melden
    • roterriese 15.05.2017 12:05
      Highlight Vom zu hohen Ausländeranteil.
      92 51 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2017 15:23
      Highlight @roterriese: Wow. So differenziert. Starke Leistung.
      35 51 Melden
    • roterriese 15.05.2017 17:09
      Highlight Über 25%, da gibts nichts zu differenzieren.
      30 12 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2017 20:37
      Highlight Von 25% kämen noch keine 19 von 20. Aber rechtsaussen haben sie es erwiesenermassen weder mit Statistik noch mit Fakten.

      Und by the way; 25% Ausländer heisst noch nicht 25% ohne Deutschkenntnisse.

      Doch, doch, es gäbe zu differenzieren. Wäre aber viel anstrengender als poltern.
      18 26 Melden
    • banda69 15.05.2017 21:32
      Highlight @charlie - Geht's um's Rechnen und Statistiken sind Rechtspopulisten hoffnungslos überfordert.

      Ausnahme: Bei Steuersenkungen für Reiche und Abzocker, sprich SVP-Parteileitung.
      11 16 Melden
    600
  • Frau Dr. Holla die Waldfee 15.05.2017 08:31
    Highlight An das Watson-Team!
    Könnt ihr auch erzählen, warum dieser Kindergarten sprachlich nicht besser durchmischt ist? Absicht oder was?
    106 19 Melden
    • Maracuja 15.05.2017 08:56
      Highlight Wohl keine Absicht, sondern schlicht eine Folge, dass die Quartiere nicht besser durchmischt sind.
      121 2 Melden
    • Ijen 15.05.2017 09:10
      Highlight Das kann durchaus Absicht sein. Aus Erfahrung in meinem eigenen Umfeld weiss ich, dass es für Lehrpersonen in solchen Situationen einfacher sein kann, wenn praktisch alle Kinder zunächst ans Deutsch herangeführtwerden müssen. Wenn z.B. ein Drittel der Kinder gut Deutsch spricht, die anderen aber gar nicht, dann wird es sehr, sehr anspruchsvoll, sie alle gleichzeitig sprachlich ausreichend zu fordern und zu fördern.
      46 17 Melden
    • dä dingsbums 15.05.2017 09:49
      Highlight Absicht ist das nicht. Jeder Kindergarten hat ein Einzugsgebiet und wenn da hauptsächlich Ausländer leben, sind die Kinder halt auch Ausländer.

      Kinder in dem Alter kann man auch nicht einfach zu einem weit entfernten Kindergarten schicken. Die Kinder sollen den Weg ja alleine und zu Fuss bewältigen können.
      53 8 Melden
    • Frau Dr. Holla die Waldfee 15.05.2017 10:37
      Highlight Das kann schon Absicht sein.
      Zum Beispiel, wenn man so gezielt den Kindern zuerst Deutsch beibringen will.
      Oder wenn sich zu viele Eltern weigern, ihre Kinder mit Nichtdeutschsprachigen in eine Klasse zu geben.
      Alles schon vorgekommen.
      14 17 Melden
    600
  • Frau Dr. Holla die Waldfee 15.05.2017 08:29
    Highlight WOW - Michelle Richner !! Du hast meine uneingeschränkte Bewunderung. Durch Menschen wie dich wird die Welt besser und schöner <3
    121 42 Melden
    • Telomerase 15.05.2017 17:31
      Highlight Weil sie ein Problem ausbügeln muss, dass die Politik verursacht hat?
      23 15 Melden
    • SemperFi 15.05.2017 20:24
      Highlight @Telomerase: Weil sie ihren Job mit viel Herzblut ausführt und nicht auf dem Buckel von Kindern Politik macht.
      22 10 Melden
    600
  • Angelo C. 15.05.2017 08:24
    Highlight Durchhalteparolen....
    86 41 Melden
    • äti 15.05.2017 09:52
      Highlight
      22 26 Melden
    • Datsyuk * 15.05.2017 09:58
      Highlight Ui... Besser wäre es natürlich, die Kinder auszustossen.
      38 47 Melden
    • SemperFi 15.05.2017 20:26
      Highlight @Angelo C.: Eine mögliche Realität in einer multikulturellen Schweiz, die einfach mal existiert und nicht darauf wartet, dass Sie das gut finden.
      9 12 Melden
    600
  • Scott 15.05.2017 08:12
    Highlight Weshalb "aussergewöhnlich"? Diese Zusammensetzung ist vielerorts ganz normal.
    102 50 Melden
    • Telomerase 15.05.2017 08:55
      Highlight Stimmt das? Das wäre ja katastrophal
      72 18 Melden
    • bernd 15.05.2017 09:08
      Highlight Diese Aussage ist ohne Daten, die dies belegen einfach nur komplett wertlos.
      51 48 Melden
    • INVKR 15.05.2017 09:10
      Highlight Ach? Wo denn?
      22 37 Melden
    • R. Peter 15.05.2017 09:34
      Highlight Auch in Schulklassen...
      49 16 Melden
    • äti 15.05.2017 11:08
      Highlight .. auch in der SVP ...
      22 41 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2017 15:25
      Highlight @Scott: Vielerorts 19 von 20? Nenne ein paar Beispiele.
      11 12 Melden
    • Angelo C. 15.05.2017 17:13
      Highlight Hier zwei glaubwürdige Quellen über die eklatanten Missverhältnisse zwischen deutsch- und fremdsprachigen Kindern in den meisten CH-Kindergärten und Schulklassen :

      http://edudoc.ch/record/28714/files/Quoten_Antw.pdf

      https://www.migrosmagazin.ch/leben/familie/artikel/der-mix-solls-richten

      Wobei diese damals schon recht hohen Zahlen, die aus den Jahren 2008 und 2013 stammen, doch schon etliche Jahre zurückliegen, während denen die Zuwanderung und die Asylzahlen bekanntlich weiterhin massiv angestiegen sind.
      18 6 Melden
    • SemperFi 15.05.2017 20:29
      Highlight @Angelo C.: 34% ist aber nicht 19 von 20.
      8 7 Melden
    • äti 15.05.2017 20:31
      Highlight @angelo, ich weiss nicht, ob du den Artikel gelesen und verstanden hast (mm magazin). Es ist genau das Gegenteil von was du hören willst.
      Aber Danke für die Info. (der @pdf funkt nicht überall).
      Was ist dein persönliches Problem mit gemischten Chindzgis?
      8 7 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2017 20:33
      Highlight @SemperFi: Doch, doch. Auf dem Statistikniveau der Sünnelipartei kommt das etwa hin.
      9 10 Melden
    • bernd 15.05.2017 20:54
      Highlight 2 Beispiele können nicht belegen, dass etwas "ganz normal ist". Und die Aussage mit "bekanntlich" und Schlüssen, die daraus gezogen werden hat mit Argumenten natürlich wieder gar nichts zu tun.
      7 12 Melden
    • Angelo C. 15.05.2017 21:39
      Highlight äti:

      Es bleibt dein Geheimnis, wieso du annimmst, dass ich (zumal in der heutigen Zeit) etwas grundsätzliches gegen gemischte Kindergärten haben sollte 🤔

      Die hiesige Diskussion und die teilweise anklingende Kritik an dem im Artikel erwähnten Kindergarten dreht und richtet sich gegen das unausgewogene Sprachenverhältnis, was sowohl in Kindergärten, wie vor Allem auch in Primarschulen, durchaus unterrichtsbehindernd sein kann.

      Was ja auch der politisch linkslastige Regierungsrat des Kantons BS-Stadt explizit so formuliert (siehe obiger Link) und sich offiziell eingehend damit befasst hat.
      13 2 Melden
    600
  • RacKu 15.05.2017 07:59
    Highlight Hola! Bei Fräulein Richner währ ich auch gern in Chindski! 😍
    67 56 Melden
    600
  • Braun Pascal 15.05.2017 07:49
    Highlight Respekt i het ehrlichgseit kei nerve dezue und denn no das alles ebefalls de eltere müese erkläre alli achtig vor derre frau
    64 25 Melden
    600
  • Telomerase 15.05.2017 07:37
    Highlight Für mich hört sich das wie ein Dystopia an. Profitieren kann da niemand, eine Obergrenze (z.B. max 10% nicht-deutschsprechende) wäre für eine sprachliche Integration viel fördernder, besonders bei Kindern, die Sprachen extrem schnell lernen.
    98 33 Melden
    • Alnothur 15.05.2017 09:59
      Highlight Ich bezweifle, dass es vielerorts überhaupt noch genug Schweizer Kinder hat für eine solche Durchmischung.
      73 25 Melden
    • HerrOber 15.05.2017 10:41
      Highlight Ist das überhaupt möglich mit einer 25% Ausländeranteil in der Schweiz?
      39 8 Melden
    • Alnothur 15.05.2017 12:08
      Highlight Die 25% verteilen sich ja nicht gleichmässig auf sämtliche Gemeinden. Ich meine, wenn ich an meine Oberstufenzeit in Biel zurückdenke... *schauder*
      25 9 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2017 15:31
      Highlight Hey, Herr Ober. Es gibt unter den 25% Ausländern sogar solche, die (...halt dich fest, es wird ganz gfürchig) deutsch sprechen!

      Jeder 6. Ausländer in der Schweiz ist z.B. aus Deutschland oder Österreich.

      Andere leben schon seit Jahrzehnten in der Schweiz.

      Nicht jeder, der nicht einen roten Pass mit weissem Kreuz besitzt, kann automatisch kein Deutsch.
      27 11 Melden
    • Genital Motors 15.05.2017 16:27
      Highlight @Charlie Brown.
      Nicht jeder der den Schweizer Pass besitzt kann Deutsch...
      23 9 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2017 16:55
      Highlight @Genital Motors: Natürlich nicht. Wir sind viersprachig. Habe ich etwas anderes behauptet? Aber im ursprünglichen Kommentar geht's ja um die Frage der Deutschsprachigkeit...
      6 6 Melden
    • Gummibär 15.05.2017 18:41
      Highlight Ja stellt Euch vor, als Tessinerkind mit der Familie nach Suhr zügeln. Das alleine ist schon schlimm genug. Aber dann noch als Ausländerkind verdächtigt zu werden, Au weia.
      Ich armer Tropf musste auch zweisprachig aufwachsen und dann später nochmals zwei dazulernen. Jetzt bin ich so was von traumatisiert und meine helvetischen Wurzeln sind ganz verknotet. Gibts irgend eine behördliche Anlaufstelle wo ich Schadenersatz geltend machen kann ?
      10 1 Melden
    600
  • pamayer 15.05.2017 07:02
    Highlight Bravo Frau Richter!

    Bleibt nur noch zu hoffen, dass Sie auch entsprechend entlöhnt werden und nicht, wie weit verbreitet, einige Lohnstufen tiefer wie Ihre KollegInnen von der Primarschule.
    65 29 Melden
    • Hans -würkli- Nötig 15.05.2017 19:08
      Highlight Werden sie leider nicht, bzw. mauschelt die Politik (mindestens in Zürich) da gerade kräftig:
      Statt in Stunden wird nun in Lektionen (analog Schule) abgerechnet ohne Rücksicht darauf, dass die Kinder auch zwischen den Lektionen ständig betreut sein müssen. Das hat eine Beschäftigungsreduktion um ca. 15% bedeutet was zwar keinen Einfluss auf den Lohn aber sehr wohl auf AHV und PK hat - dort sind sie jetzt nur noch teilzeitversichert bei Vollzeitstelle.
      Bezahlen in Lektionen hat die Politik dann übrigens doch nicht davon abgehalten dennoch Pausenbetreuung in den Auftrag zu schreiben. Unbezahlt..
      5 1 Melden
    600
  • Iko5566 15.05.2017 06:48
    Highlight 👍🏼 und für diese tolle Arbeit nicht für 100% bezahlt werden. Eine Frechheit! Gilt im übrigen für alle Kindergärner_innen.
    45 26 Melden
    • Lezzelentius 15.05.2017 08:41
      Highlight Schäme mich für die vermutliche Wissenslücke - aber warum nicht 100%?
      18 1 Melden
    • Iko5566 15.05.2017 15:45
      Highlight Weil Kindergärtner_innen zumindest im Kanton Zürich aber recht sicher auch in anderen Kantonen nur 88% Stellen haben, da sie "nur" zwei Nachmittege Unterricht geben. Die Vorbereitung ist jedoch sehr viel zeitintensiver, als bei den Lehrern. Zumindest dann, wenn sie eine gute Arbeit machen wollen und zudem sind sie auch einige Lohnklassen tiefer eingestuft als z. B. die Primarlehrer, bei gleicher Ausbildung. Es besteht also eine doppelte Benachteiligung. Ich finde das nicht richtig!
      11 0 Melden
    • cpu 15.05.2017 19:04
      Highlight Also im Kanton Bern hat eine Kindergartenlehrperson ein 100%-Pensum und den gleichen Lohn wie eine Primarlehrperson.
      1 1 Melden
    • Iko5566 15.05.2017 21:09
      Highlight Da bekommen auch die Lehrer sehr wenig! http://mobile2.bernerzeitung.ch/articles/573b1236ab5c370954000001
      1 0 Melden
    600
  • Wilhelm Dingo 15.05.2017 06:43
    Highlight Diese Kindergartenlehrerin macht einen enom wichtigen Integrationsjob. Einen miesen Job macht die Stadtplanung und die Schulbehörde: Sie schaffen es nicht diese enorme Sehregation zu verhindern.
    105 19 Melden
    • Karl Müller 15.05.2017 09:57
      Highlight Letzterem kann ich gar nicht zustimmen. Zur Zeit als die Blöcke in den besagten Quartieren gebaut wurden, war der Ausländeranteil der Schweiz relativ überschaubar und diese damals modernen Wohnungen waren begehrt unter den hauptsächlich Schweizer Arbeitern des anliegenden Gewerbes. Was würdest denn Du als heutiges Behördenmitglied tun? Den Hausverwaltungen einen (juristisch unhaltbaren*) Mindest-Schweizeranteil vorschreiben, was zum selben Ergebnis plus Leerstand führen würde? Enteignung und Abriss (*dito)? Die Kinder täglich in der halben Agglo rumschicken um zum Kindergarten zu gehen?
      35 13 Melden
    • Wilhelm Dingo 15.05.2017 11:52
      Highlight @Karl Müller: Stadtplaner: nur Mischsiedlungen mit unterschiedlichen Strukturen hätten gebaut werden sollen. Das vermindert jede Art von Segregation. Das beginnt schon bei der Einzonung von Bauland. Leider kann da nicht mehr viel geändert werden aber man könnte daraus lernen. Leider läuft es heute nicht besser.
      18 10 Melden
    • Firefly 15.05.2017 11:56
      Highlight @Karl Müller

      1. Begangene Fehler und Fehlplanungen nicht wiederholen.
      2. Wie kann man Durchmischung fördern, planen? (nicht nur CH-Ausländer, auch Reich-Arm, Alt-Jung...)
      3. Begangene Fehler und Fehlplanungen nicht wiederholen.
      4. Was behindert Durchmischung, Was sind Probleme im Wohnungsmarkt?
      5. Begangene Fehler und Fehlplanungen nicht wiederholen.
      8 6 Melden
    • StefanZaugg 15.05.2017 18:10
      Highlight @Karl: Kontrolliertere Immigration?
      6 2 Melden
    600

Frau, 35 und NICHT Mutter

Warum ich manchmal glücklich bin, (noch) keine Kinder zu haben. Und manchmal überhaupt nicht.

Wenn ich in der Vergangenheit eins gelernt habe, dann, dass es kein extremeres Trigger-Thema gibt als Kinder. Ich habe schon ganze Texte über komplett andere Themen geschrieben – wenn da nur ein Satz über Kinder drin steht, drehen sich die Diskussionen in den Kommentarspalten garantiert um diesen einen Satz.

Als Kinderlose darf man nicht über Kinder schreiben. Also, man darf schon, man wird’s einfach bereuen. Ich hab's mehrfach versucht. Auch wenn ich probierte, sehr differenziert zu sein, …

Artikel lesen