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Mit ein bisschen Musik wird auch ein Monster ganz erträglich. Bild: disney

Monströs verliebt! Was findet Emma Watson bloss an diesem Biest?

Disney hat seinen beliebtesten Trickfilm neu verfilmt: Dass ausgerechnet die Feministin Emma Watson die Hauptrolle spielt, ist kein Zufall.

07.03.17, 21:27 12.04.17, 09:19

lory roebuck / Aargauer Zeitung

Prächtige Farben, unvergessliche Songs, eine der mitreissendsten Liebesgeschichten: «Beauty and the Beast» ist der ultimative Disneyfilm. Als er 1991 in den Kinos lief, wurde er als erster Trickfilm überhaupt für den «Best Picture»-Oscar nominiert. Nun, 26 Jahre später, kommt das Märchen als Realverfilmung wieder ins Kino, grösser, berauschender und ambitionierter. Wir treffen die Stars des Films, dessen Trailer bereits sämtliche Rekorde gebrochen hat, in London.

Trailer zu «Beauty and the Beast»

Video: YouTube/Moviefone

«Wir spürten eine riesige Verantwortung gegenüber unserer Kindheit und unseren Erinnerungen», sagt Dan Stevens (34), der das neue Biest spielt, über sich und Emma Watson (26), die in die Rolle der schönen Belle schlüpft. «Unsere Generation hat den Trickfilm geliebt. Dieses Märchen mitsamt seinen Botschaften neu zu erzählen, war eine einmalige Chance.»

Sie will Bücher, nicht Blumen! Dorf-Narzisst Gaston (Luke Evans) versucht, Belle (Emma Watson) zu erobern. Bild: disney

Der neue Kinofilm ist zwar fast doppelt so lange wie der Trickfilm und spielt neu in einem französischen Dorf im Jahr 1740, hält sich aber ansonsten ziemlich genau an das Original: Belle ist ein belesenes Landei, das zu Beginn dem Dorf-Macho Gaston eine Abfuhr erteilt, weil sie von mehr träumt als häuslicher Langeweile. Als eines Tages Belles Vater verschwindet, rettet sie ihn aus einem verwunschenen Schloss, wo sie dann selbst vom Biest gefangen gehalten wird. 

Emma Watson über den Reiz ihrer Rolle:

«Die Belle aus dem Trickfilm war Disneys erste Feministin, sie war ein Bruch mit all den typischen Prinzessinnen von früher.»

Regisseur Bill Condon erzählt, er habe gar nie eine andere Schauspielerin als Emma Watson in Betracht gezogen, «wegen ihrer Intelligenz, ihrem Aktivismus, ihrer Vorbildfunktion». Tatsächlich ist die britische Darstellerin seit dem Ende der «Harry Potter»-Filme, mit denen sie weltberühmt wurde, zu einer Ikone für Frauenrechte avanciert. Ihre bewegende Rede vor der UNO im September 2016, als sie Chancengleichheit für Frauen forderte, hat grossen Eindruck hinterlassen, auch bei Watsons Co-Stars.

Was tut die schöne Belle denn da? Etwa Fenster putzen im Schloss? Bild: Disney

«Es war wenige Wochen nach dieser Rede, als ich Emma zum ersten Mal traf», erinnert sich Dan Stevens. «Als ich dann miterlebte, wie sie ihre Gedanken und ihre Haltung in die Filmfigur einfliessen liess, dachte ich: Wow, hier kommt alles zusammen.» Emma Watson glaubt, dass «Beauty and the Beast» jungen Frauen Mut machen wird. 

Emma Watson über ihren Film:

«Der Film hat eine Botschaft: Du bist jemand, den man ernst nehmen muss. Du bist stark. Du musst die Erwartungen von anderen nicht erfüllen. Du hast eine Wahl und bestimmst dein eigenes Schicksal.»

US-Regisseur Condon liess es sich nicht nehmen, Belle einen etwas moderneren Schliff zu verpassen. So ist in der Neuversion nicht mehr nur Belles Vater ein Erfinder, sondern auch sie, und in einer anderen Szene bringt Belle einem kleinen Mädchen das Lesen bei.

Dass Emma Watson diese Rolle spielt, so vermutet der Filmemacher, sei möglicherweise Schicksal. «Als mir Emma erzählte, wie sie als Kind die Videokassette des Trickfilms spielte, bis sie kaputt ging, dachte ich mir: Vielleicht war Belle ihr grosses Vorbild, vielleicht hat jener Film mitgeholfen, sie zu der Person zu machen, die sie heute ist.»

Dan Stevens und Emma Watson als (Alp)Traumpaar. Bild: Disney

Vorbilder wie Emma Watson seien gerade heute wichtig, ist das Filmteam überzeugt. «Unsere Arbeit an ‹Beauty and the Beast› begann vor zwei Jahren, der Stoff hat durch die Präsidentschaftswahl in den USA aber eine ganz andere Färbung erhalten», findet Regisseur Condon.

Luke Evans über seine Rolle als Gaston:

«Er hält sich für den Grössten und Besten, und als er zur Jagd auf das Biest ruft, manipuliert er die Ängste der Leute im Dorf. Ich glaube, es ist klar, welche echte Person er repräsentiert.»

Belle ist die Einzige, die Gaston durchschaut. Und nur sie erkennt die edle Seele des Biests, das sich am Schluss dank Belles Liebe in einen attraktiven Prinzen zurückverwandelt. Es ist aber genau diese Pointe, für die der Stoff immer wieder kritisiert wird. Die Soziologin Eva Illouz etwa beschreibt in einem Essay «Beauty and the Beast» als antifeministisch. Denn der Film würde lehren, dass Frauen belohnt würden, wenn sie bei Männern übers Biestige hinwegsehen.

Äusserst gruselig und prächtig ist auch der französische Film «La belle et la bête» von Jean Cocteau aus dem Jahr 1946. Bild: EMS

Dieser Kritik könne sie teilweise zustimmen, entgegnet Emma Watson. Sie schlägt vor, aus dieser Gleichung aber die Geschlechter zu entfernen. «Da ist einfach eine Person, die eine andere Person betrachtet und am äusseren Erscheinen sowie an sämtlichen Vorurteilen vorbei blickt, bis sie die innere Schönheit dieser Person erkennt.»

Dan Stevens über Klischees:

«Belle und das Biest emanzipieren sich von Geschlechter-Klischees. Sie baut Geräte, und er lernt, dass es nicht unmännlich ist, seine romantische Seite zu zeigen.»

Der alte und der neue Disney-Trailer im Vergleich

Video: YouTube/xBenQCatx

Viel Platz für kritische Gedanken gesteht dieser Kinofilm seinen Zuschauern sowieso kaum zu. «Beauty and the Beast» ist luxuriös bebildert, laut und viel zu lang, gerade in seiner prächtigen Überschwänglichkeit aber auch mitreissend. An den Kinokassen wird der Film zweifellos einschlagen.

Emma Watson weiss: Mehr Menschen werden diesen Film sehen als jemals ihre Rede hören.

«Seit meiner Ansprache bei der UNO werde ich gefragt, ob sich meine Filmarbeit jetzt nicht bedeutungslos anfühle», sagt die Schauspielerin zum Schluss des Gesprächs. «Ich finde: Nein, im Gegenteil. Denn um die Denkweise von Menschen zu ändern, musst du ihnen Alternativen zeigen können. Und genau da entfalten Märchen wie ‹Die Schöne und das Biest› eine ungeheure Kraft.»

«Beauty and the Beast» läuft ab 16. März im Kino.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • rodolofo 08.03.2017 07:42
    Highlight Mich würde ein Film "Die Schöne DAS Biest" viel mehr interessieren.
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  • lululove 08.03.2017 05:05
    Highlight Die langen hörner mag sie. Ich meine ron's zauberstab war schon zimmli easy
    8 8 Melden
    • Randy Orton 09.03.2017 01:49
      Highlight Und genau solch sexistische Aussagen sind es, die es nötig machen, dass es immer noch Feministinnen gibt.
      5 5 Melden
    • lululove 09.03.2017 10:35
      Highlight Ou, scherze magst du nicht... meine güte
      6 3 Melden
    • Randy Orton 09.03.2017 10:58
      Highlight Ich mag Scherze. Ich mag Sexismus nicht. Wenn für dich Scherze beinhalten, sich darüber lustig zu machen, welche Vorlieben bezüglich Penisgrössen eine junge Schauspielerin (die bei den von dir erwähnten Filmen übrigens noch Minderjährig war) hat, dann finde ich es mässig witzig. Zumal sie sich genau gegen solches Dominanzverhalten wehrt. Es ist in etwa so witzig, wie wenn man einem Aktivisten gegen Rassismus einen rasisstischen Witz erzählen würde.
      1 5 Melden
    • lululove 09.03.2017 16:41
      Highlight Ja randy, isch imfall scho guet :)
      2 2 Melden
    • lululove 09.03.2017 20:09
      Highlight Aber jetzt muss ich halt doch noch mal: warum regst du dich über solche kleinigkeiten auf? Das ist so ne watson krankheit. .. gibt sicher schlimmeres, wo man die zeit dafür investieren könnte.
      Habe fertig
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  • Dingsda 07.03.2017 22:46
    Highlight "Es ist egal ab du hässlich wie ein Monster bist. Solange du reich bist und ein Schloss besitzt, bekommst du das Mädchen." - Die Schöne und das Biest
    31 12 Melden
    • Luesae 08.03.2017 06:24
      Highlight Und viele Bücher besitzt
      6 1 Melden
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  • DerZwoelfteElf 07.03.2017 22:19
    Highlight Okay, der Film ist also durchaus mit einem feministischen Standpunkt zu vereinbaren! Mal gut soweit! Aber hat er genügend Rollen für People of Color? Werden auch nicht heteronormative Beziehungen dargestellt? Kommen im Film Menschen vor, deren gefühltes Geschlecht nicht mit ihrem biologischen übereinstimmt? Bitte klärt auch das noch! Alles andere ist ja heutzutage bei einem Film gar nicht mehr wichtig ...
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