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Die paralympische Flamme entzündete der brasilianische Schwimmer Clodoaldo Silva. Bild: POOL/REUTERS

Politische Proteste und eine Schrecksekunde bei der Eröffnungsfeier der Paralympics

08.09.16, 04:17 08.09.16, 08:28

Bei der Eröffnung der Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro wird Brasiliens neuer Präsident Michel Temer ausgepfiffen und ausgebuht. Seine Eröffnungsformel ist kaum zu verstehen.

Auf die übliche Begrüssung des brasilianischen Staatsoberhaupts zu Beginn der Feier im Maracanã war verzichtet worden. Immer wieder waren «Fora Temer»-, «Temer raus»-Rufe zu hören. Nach der Eröffnungsformel startete ein grosses Feuerwerk, dadurch konnte der Lärm etwas übertönt werden.

Schon der Vorsitzende des Organisationskomitees, Carlos Arthur Nuzman, musste seine Rede länger unterbrechen, da es nach der Erwähnung des Danks an die Regierung für die Unterstützung zu Unmutsbekundungen kam. Erst von Anhängern der abgesetzten linken Präsidentin Dilma Rousseff, dann kam es zu Gegenreaktionen von Anhängern Temers.

Im Stadion anwesend war auch Bundesrat Alain Berset. Der Innenminister publizierte am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter ein Foto der Eröffnungsfeier mit dem Vermerk: «Grosser Empfang im Maracanã für die Schweizer Delegation.» 24 Schweizer Athleten kämpfen in Rio um Medaillen.

Politische Krise

Das Land ist durch die politische Krise tief gespalten. Rousseff führt bei Twitter als Funktion weiter auf, dass sie Präsidentin Brasiliens sei, und wünschte der Mannschaft Glück. Vor einer Woche hatte der Senat Rousseff wegen des Vorwurfs von Haushaltstricksereien und fragwürdigen Kreditvergaben des Amtes enthoben. Temer war zuvor ihr Vizepräsident, seine Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) hatte aber die Koalition platzen lassen und durch einen Pakt mit Oppositionsparteien die notwendigen Mehrheiten in dem Verfahren organisiert.

Temer und seine Mitte-Rechts-Regierung führen Brasilien nun bis zur nächsten Wahl 2018 und wollen das Land mit Reformen aus der Rezession holen, auch milliardenschwere Sozialprogramme können auf den Prüfstand kommen.

Für Aufsehen sorgte die Delegation Weissrusslands, die gegen den Ausschluss Russlands von den Paralympics protestierte: Die Athleten trugen beim Einmarsch demonstrativ eine russische Flagge ins Stadion. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) zog die Fahne ein.

Da ist sie zu sehen, wenig später war sie weg: Die russische Flagge, von den Weissrussen ins Stadion getragen. Bild: SERGIO MORAES/REUTERS

Sturz der Fackelträgerin

Für eine Schrecksekunde bei der Eröffnung sorgte die ehemalige Leichtathletin Marcia Malsar. Sie stürzte beim Tragen der Paralympischen Fackel. Vor den Augen tausender Menschen im Maracana-Stadion halfen der früheren 200-Meter-Sprinterin Freiwillige wieder auf die Beine.

Bei strömendem Regen stürzte die Fackelträgerin Marcia Malsar. Als sie mithilfe von Freiwilligen aufstand, applaudierten die 60'000 Zuschauer. Video: YouTube/Robson Gomes

Unter riesigem Beifall absolvierte Malsar danach tapfer ihre Etappe bis zu Ende und übergab die Fackel an Adria Rocha dos Santos. Marcia Malsar, die an Bewegungsstörungen leidet, hatte 1984 in New York die erste Goldmedaille für Brasilien bei den Paralympics gewonnen. (trs/sda/dpa)

Die Wettkampfstätten der Olympischen Spiele 2016 in Rio

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Madison Pierce 08.09.2016 07:49
    Highlight Was die Brasilianer bei Olympia und jetzt bei den Paralympics weltweit an Sympathie verspielt haben, ist unglaublich. Die grünen Schwimmbecken und das verdreckte Meer sind fast noch Nebensache, dem Zuschauer bleiben die "Fans" mit ihrem unsportlichen Verhalten viel mehr in Erinnerung. Schade.
    18 3 Melden
    • Padi Engel #Kanngarnix 08.09.2016 09:18
      Highlight Wenn es dir nicht so dreckig geht und deine Regierung keine Gelder in Milliardenhöhe in später unbrauchbare Sportstätten pumpt, dann solltest du nicht über deren Verhalten richten. Die Fans nutzen die Mediale Aufmerksamkeit, um ihrer Regierung durch ihr Verhalten ihren Unmut auszudrücken.

      Unsportlich: definitiv. Aber unbegründet ist das nicht.
      6 5 Melden

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