Sport

Einen Magdeburger Tatzelwurm nach dem Spiel gegen Halle würde leider niemand zu Gesicht bekommen.  Bild: Bongarts

Hüpfen soll Tribünen gefährden – Magdeburg sperrt alle Fans vom Derby aus

Der deutsche Drittligist FC Magdeburg hat zwei Tage vor dem Derby gegen den Halleschen FC alle Zuschauer vom Spiel ausgeschlossen. Begründet wird das mit Statikproblemen im Stadion. Aber es gibt Zweifel.

24.11.16, 14:35 24.11.16, 16:03

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Zwei Tage vor dem brisanten Sachsen-Anhalt-Derby in der 3. Liga zwischen dem FC Magdeburg und dem Halleschen FC hat der gastgebende FCM überraschend bekanntgegeben, dass das Spiel ohne Zuschauer stattfinden soll. «Eine bisher nie existierende Faktenlage, die binnen weniger Stunden zu Tage kam», zwinge die Verantwortlichen zu dieser Massnahme, hiess es auf der Website des Vereins.

Statikprobleme des Stadions, die auf das Hüpfen der Fans zurückzuführen seien, sollen der Grund für die Massnahme sein. Das Spiel war mit Anspannung erwartet worden, nachdem der FCM-Fan Hannes S. nach einer Auseinandersetzung mit HFC-Anhängern beim Sturz aus einem Zug ums Leben gekommen war.

In einer «Nutzungsuntersagungsverfügung» hat die Stadt Magdeburg als Stadioneigentümerin den Aufenthalt von Zuschauern in den Blöcken auf den Stadiontribünen untersagt, sodass das Derby (Samstag, 14 Uhr) unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden muss.

Über der Panikgrenze

Beim Heimspiel gegen Hansa Rostock Anfang November hatten Messungen ergeben, dass die von hüpfenden Fans ausgelösten Schwingungen über der sogenannten Panikgrenze liegen, von der an ein subjektives Gefühl der Unsicherheit erzeugt wird.

«Hüpfen ist seit jeher Teil der mannigfaltigen Fankultur von allen blau-weissen Anhängern», sagte FCM-Manager Mario Kallnik auf der eigenen Website des Vereins. Die Lokalzeitung «Volksstimme» hatte bereits im Sommer von den Statikproblemen in der Arena berichtet.

Im Frühling gegen Grossaspach war Hüpfen noch erlaubt. Video: YouTube/Heimatflamme

Das Magdeburger Stadion wurde 2006 eröffnet. Die Baukosten für die 27'250 Zuschauer fassende Arena betrugen rund 30 Millionen Euro. Der 1. FC Magdeburg konnte noch keine Angaben zu Auswirkungen auf weitere Heimspiele machen. Ebenso ist unklar, wer die finanzielle Verantwortung für die Massnahme übernimmt.

Magdeburgs parteiloser Oberbürgermeister Lutz Trümper kritisierte den Verein laut «Volksstimme» für den Zuschauerausschluss: «Ich halte die Entscheidung des Klubs für grundlegend falsch.» Er habe dem Vereinsvorstand persönlich von diesem Schritt abgeraten. (pre/rae/dpa)

Die Bundesliga im Zeitraffer – wie sich die Liga seit 1991 verändert hat

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Pana 24.11.2016 20:30
    Highlight Komische Geschichte. Man könnte die Fans ja auch einfach bitten, in der Zwischenzeit nicht mehr zu Hüpfen.
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