Sport

Gericht spricht Albanien Sieg im «Drohnenspiel» von Belgrad zu

Der Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) hat das Urteil der UEFA gekippt. Nicht Serbien, sondern Albanien gewinnt die EM-Qualifikationspartie der Gruppe I vom letzten Oktober in Belgrad mit 3:0 Forfait.

10.07.15, 14:02 10.07.15, 15:16

Die Partie war im letzten Herbst beim Stand von 0:0 zuerst unterbrochen und später abgebrochen worden. Auslöser der Ausschreitungen war eine Helikopter-Drohne, die mit der Flagge Grossalbaniens über dem Rasen des Partizan-Stadions kreiste. In der Folge gab es Attacken gegen albanische Spieler, an denen sich, wie der CAS befand, auch mindestens ein serbischer Sicherheitsmann beteiligte. Die UEFA wertete die Partie im letzten Herbst mit 3:0 Forfait für Serbien, wobei den Serben die drei Punkte aber sogleich wieder abgezogen wurden.

Die UEFA hatte den damaligen Forfait-Entscheid zu Gunsten der Serben damit begründet, dass die albanische Mannschaft die Partie nicht mehr habe fortsetzen wollen. Der Sportgerichtshof hingegen stellte fest, dass die Albaner nach dem Spielunterbruch, während dem 15 serbische Fans den Platz gestürmt und albanische Akteure attackiert hatten, vom Schiedsrichter keine klare und unmissverständliche Anweisung erhalten hätten, die Partie wieder aufzunehmen.

Albanien wieder im Rennen für die Euro 2016

Der CAS stellte vielmehr fest, dass die Partie nicht zu Ende gespielt werden konnte, weil sich die Serben grobe organisatorische Mängel geleistet hatten. Albanische Fans waren für die Partie in Belgrad nicht zugelassen gewesen.

Alle übrigen Sanktionen der UEFA (Bussen gegen beide Verbände, zwei Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen den serbischen Verband, Abzug von drei Punkten gegen Serbien) wurden vom CAS bestätigt. Nach dem Urteil des Sportgerichthofs befindet sich Albanien in der EM-Qualifikation wieder gut im Rennen. Portugal (12 Punkte) führt die Tabelle an vor Albanien (10), Dänemark (10), Armenien (1) und Serbien (-2). (ram/si)

Lorik Cana und seine Kollegen feiern den 1:0-Sieg in Portugal. Bild: EPA/LUSA

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  • Gelöschter Benutzer 10.07.2015 18:17
    Highlight Sehr gut! Während des ganzen Spiels wurde von den Serben "Töte töte die Albaner, bis keiner mehr übrig bleibt!" und "Töte töte die Kroaten, sodass die Albaner keine Brüder mehr haben!" skandiert. Die Albanische Hymmne wurde komplett ausgepfiffen. Die offizielle Albanische Spielflagge wurde umgedreht und heruntergerissen. Es wurden keine Albaner ins Stadion gelassen. Und die Drohne soll das Manko des Spiels gewesen sein? Nein, der Internationale Sportgerichtshof hat ein Zeichen von Gerechtigkeit gegenüber der UEFA gezeigt.
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  • Amanaparts 10.07.2015 16:17
    Highlight Ha! Es gibt doch noch Gerechtigkeit. Das einzige was schade ist, dass es keine Spielsperren für einzelne Speiler von beiden Lagern gab.
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  • unejamardiani 10.07.2015 16:09
    Highlight Erstmal es ist eine Schande was da passiert ist, von beiden Seiten.
    Aus sportlicher Sicht ist dieses Urteil aber das einzig richtige.
    Keine Frage die Drohne hätt nie ins Stadion kommen dürfen, aber das ist bei weitem kein Grund damit ein Spiel so eskaliert. Währen keine "Fans" aufs Spielfeld gerannt, währe das Spiel bestimmt nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt worden. Leider konnte danach aber keine Sicherheit gewähleister werden.
    Zudem ist es nicht das erste Mal dass serbische Fans sich sowas geleistet haben (Kroatien, Italien, England).
    Schade, eigentlich wahr es ein gutes Spiel.

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  • riqqo 10.07.2015 14:34
    Highlight beide für 50 jahre für wm und em sperren und in zukunft ebenfalls so konsequent sein – problem gelöst. :-)
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  • Machine Gun Kelly 10.07.2015 14:26
    Highlight Dieses Urteil ist ein Witz, beide Seiten waren Schuld. Punktabzug für beide oder keinen!
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