Sport

WM-Test in Fribourg

Schweiz – Russland 2:1 (0:1, 1:0, 1:0)

Die Schweizer haben in Freiburg das erste von zwei Länderspielen gegen Russland gewonnen. Bild: KEYSTONE

Praplan schiesst Schweizer zum Sieg gegen Russland

Das Schweizer Nationalteam hat seine erste WM-Vorbereitungspartie vor dem eigenen Publikum gewonnen. In Freiburg siegten die Schweizer gegen Russland nach einem 0:1-Rückstand und dank zweier Powerplay-Tore von Vincent Praplan 2:1.

21.04.17, 22:43 25.04.17, 10:50

Praplan sorgte in der 34. Minute zuerst für den Ausgleich und knapp sechs Minuten vor dem Ende für den Siegtreffer zum 2:1. Praplan spielt eine starke WM-Vorbereitung und dürfte in zwei Wochen sein WM-Debüt geben. Im fünften WM-Vorbereitungsspiel waren es für den Stürmer des EHC Kloten bereits die Skorerpunkte vier und fünf. Im ersten Spiel gegen Frankreich (4:3) hatte Praplan seinen ersten Treffer für das Nationalteam erzielt. Nun traf er erstmals doppelt.

Die Schweizer setzen damit ihre erfolgreiche WM-Vorbereitung fort. Im fünften Spiel feierte die Auswahl von Trainer Patrick Fischer bereits den vierten Sieg. Gelegenheit zur Revanche erhalten die Russen bereits am Samstag, wenn die beiden Mannschaften in Biel ein zweites Mal aufeinander treffen.

Schweizer nahmen Tempo an

«Jetzt kommt Stufe zehn» hatte Nationaltrainer Patrick Fischer vor den beiden Begegnungen gegen Russland gesagt. Er hatte damit primär das zu erwartende, hohe Tempo angesprochen. In den ersten vier Vorbereitungsspielen auf die WM in Paris (5. bis 21. Mai) war die Schweiz gegen Frankreich und die Slowakei, also zwei Gegner der zweiten Garde, angetreten. Nun trafen sie erstmals auf einen Gegner der Top-Kategorie.

In der Tat starteten die Russen, die in der Schweiz offiziell als kommende Olympia-Auswahl antreten, mit viel Tempo. Die Schweizer kamen in der Anfangsphase stets einen Schritt zu spät. Als Joël Genazzi deswegen eine Strafe kassierte, nützten dies die Russen durch Anton Burdassow zur Führung aus.

Die Schweizer aber steigerten sich und boten der jungen, aber hungrigen russischen Mannschaft in einem intensiven und animierten Spiel Paroli. Fischers Auswahl erspielte sich in der Folge mindestens ebenso viele gute Möglichkeiten.

Der Russe Bogdan Kiselevic und der Schweizer Reto Schäppi im Zweikampf. Bild: KEYSTONE

Die Russen antworteten mit Härte, die insbesondere Damien Brunner zu spüren bekam. Der Stürmer des HC Lugano wurde in der 22. Minute von Bogdan Kisselewitsch mit einem Check gegen den Kopf erwischt. Brunner hatte Glück: Obwohl er blutüberströmt vom Eis geführt werden musste, kehrte er nach kurzer Pflege und mit einem neuen Trikot wieder auf das Eis zurück.

Den Restausschluss gegen Kisselewitsch vermochten die Schweizer nicht zum Ausgleich auszunützen. Sie holten Verpasstes aber bei der darauffolgenden Strafe gegen Russland nach: Praplan schloss eine schöne Kombination mit Denis Hollenstein zum 1:1 ab.

Malgins Debüt, Kurmanns Abschied

Ein eher unauffälliges Debüt im Trikot des Nationalteams zeigte Denis Malgin. Der Stürmer der Florida Panthers spielte neben Cody Almond und Kevin Romy. Der 20-Jährige demonstrierte zwar mehrmals seine Kreativität, die Spritzigkeit jedoch fehlte ihm nach der Reise und der Zeitumstellung spürbar.

Während Malgin debütierte, gab ein anderer seinen Abschied. Schiedsrichter Danny Kurmann leitete seine letzte Partie und beendete im Alter von 51 Jahren und nach 28 Jahren seine lange Karriere. Kurmann wird nun Schiedsrichter-Chef beim Internationalen Eishockey-Verband (IIHF). Am Ende wurde er gar zum «Best player» der Schweiz gewählt und vom Schweizer Captain Andres Ambühl, IIHF-Boss René Fasel und Fribourgs Legende Slawa Bykow ausgezeichnet.

Schweiz - Russland 2:1

Schweiz - Russland 2:1 (0:1, 1:0, 1:0)

Freiburg. - 3806 Zuschauer. - SR Kurmann/Stricker, Fluri/Küng (SUI). - Tore: 6. Burdasow (Swetlakow/Ausschluss Genazzi) 0:1. 34. Praplan (Hollenstein/Ausschluss Oschiganow) 1:1. 55. Praplan (Romy, Hollenstein/Ausschluss Naumenkow) 2:1. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 4mal 2 plus 5 Minuten (Kisselewitsch) plus Spieldauer (Kisselewitsch) gegen Russland.

Schweiz: Flüeler; Loeffel, Furrer; Sutter, Geering; Heldner, Genazzi; Paschoud; Brunner, Ambühl, Herzog; Praplan, Haas, Hollenstein; Malgin, Romy, Almond; Chris Baltisberger, Schäppi, Suter; Riat.

Russland: Sorokin; Mironow, Naumenkow; Gawrikow, Kisselewitsch; Ljubuschkin, Proworow; Oschiganow, Arsamaszew; Telegin, Andronow, Burdassow; Sannikow, Schalunow, Schumakow, Nitschuschkin, Swetlakow, Mamin; Golischew, Tkatschjow, Ljubomow.

Bemerkungen: Schweiz ohne Hiller, Marti (beide überzählig) und Schlegel (Ersatztorhüter), Russland u.a. ohne Namestnikow (überzählig). - Timeout Russland (59:23). Russland ab 59:23 ohne Torhüter. - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 5/2; Russland 4/1. (sda)

Darum ist das Schweizer Trio der Predators kaum an der WM dabei:

Wenn Zamboni für dich viel mehr ist als einfach eine Eismaschine

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

02.05.2000: In St. Petersburg schreibt ein SMS Hockeygeschichte

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • dizzy 22.04.2017 05:11
    Highlight vorbereitung top,wm flop?
    11 15 Melden
    • jakimcj 22.04.2017 09:04
      Highlight Hoffes niid
      20 0 Melden

Jetzt wird die Saison richtig lanciert – «Despacito» in der ultimativen Eishockey-Version

Das Doofe an Sommerhits ist ja, dass sie meist schon durch sind, bis wir sie in den Eishockey-Stadien johlen können. Damit das mit «Despacito» nicht passiert, haben wir ihn wintertauglich gemacht.

20 Wochen – so lange wie kein anderer Song zuvor – hielt sich «Despacito» von Luis Fonsi auf Rang 1 der Schweizer Singles Charts. 

Doch weil der Sommer sich verabschiedet hat, braucht auch «Despacito» ein Winterkleid. Wir haben darum etwas umgetextet und den ersten Song der Welt kreiert, in dem jeder Eishockeyspieler vorkommt, der je in der Schweiz gespielt hat. Gefühlt zumindest.

PS: Falls du in den nächsten Stunden Thomas Nüssli nicht mehr aus dem Kopf bringst, sag nicht, wir hätten dich …

Artikel lesen