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Puckbesitz oder nicht, das ist hier die Frage. Bild: AP/FRE171336 AP

«Veteranen haben schon einige Tricks gelernt» – beim Bully zählt eben doch die Erfahrung

Publiziert: 16.11.16, 12:19 Aktualisiert: 16.11.16, 19:26

Wenn es junge Offensiv-Spieler heutzutage in die NHL schaffen, sind sie bereits sehr gut ausgebildet: Sie können gut Schlittschuh laufen, haben ein solides Passspiel und sind torgefährlich. Die jungen Spieler – in diesem Szenario maximal 23 Jahre alt – haben also bereits einen grossen Einfluss auf das Spiel. Doch in einer Disziplin sind sie klar schwächer als ihre ältere Berufskollegen: beim Bully. 

Wie ein Blick in die Statistik zeigt, haben die besten Bully-Spieler jeweils schon einige Jahre auf dem Buckel. Der technische Aspekt beim Bully, sprich Timing und das richtige Positionieren, ist offensichtlich für die Veteranen ein Vorteil (als Kriterium sind mindestens 100 Einwürfe verlangt): 

Die Top 10 in der NHL beim Bully

bild: puckbase

Antoine Vermette von den Anaheim Ducks gewinnt prozentual am meisten Bullys in der NHL. Bild: Jae C. Hong/AP/KEYSTONE

1. Antoine Vermette – 65.4 % gewonnene Bullys (34-Jährig)
2. Martin Hanzal — 62.9 (29)
3. Jonathan Toews — 60.9 (28)
4. Ryan Kesler — 60.7 (32) 
5. Jordan Staal — 60.6 (28)
6. Ryan O’Reilly — 60.5 (25)
7. Joe Thornton — 60.4 (37)
8. Tyler Bozak — 60.3 (30)
9. Matt Duchene — 59.2 (26)
10. Patrice Bergeron – 58.8 (31)

Erfahrung schlägt Jugend

Dieses Merkmal zieht sich durch die ganze Statistik hindurch. 110 Spieler haben über 100 Puckeinwürfe gehabt (Stand 16.11.). Von diesen 110 Spielern weisen 21 davon über eine hervorragende Gewinnrate von mehr als 55 Prozent auf. Dabei gehört kein Einziger in die Kategorie U23. 

Unter den vielversprechendsten jungen Center weist Auston Matthews mit 49,3 Prozent (Platz 61) den besten Wert auf. Connor McDavid liegt mit 47,1 knapp dahinter. Dann folgt Mark Scheifele mit 43,6, das Schlusslicht bildet Alex Galchenyuk mit 39,2. Der derzeit verletzte Jack Eichel hätte die Bilanz auch nicht aufbessern können. Seine Quote lag letztes Jahr bei 40,9 Prozent. 

Edmonton Oilers-Hoffnungsträger Connor McDavid (r.) verkörpert beim Bully noch nicht Weltklasse. Bild: keystone

Wie die Nationalpost vorletzten Sonntag ausrechnete, haben die Rookies von damals 1213 Bullys nur deren 528 für sich entscheiden können. Eine Erfolgsquote von unter 44 Prozent. Kein Zufall, wie auch William Nylander von den Toronto Maple Leafs gegenüber der Zeitung sagt: «Du spielst gegen die besten Spieler der Welt, es sollte also nicht einfach sein beim Bully.»

Sein 30-jähriger Teamkollege Tyler Bozak (mit 60,3 Prozent auf Rang 8) meint dazu: «Veteranen haben schon einige Tricks gelernt, vielleicht sogar wie man ein wenig schummeln kann, so ist man wahrscheinlich gegen einen jüngeren Spieler im Vorteil.»

Doch die Trainer sollten weiterhin Vertrauen in Matthews & Co. setzen. Schliesslich sind es talentierte Spieler, welche die kleinen, aber feinen Details immer noch lernen müssen.

Toronto Maple Leafs' Tyler Bozak (l.) ist beim Bully dank seiner Erfahrung ein sicherer Wert. Bild: AP/FR171450 AP

Bullyspezialist Bozak bestätigt: «Sie spielen viele Bullys bei Power Plays. Dort duelliert man sich mit jeweils starken Penalty-Killern, die genau für solche Situationen speziell trainiert haben und somit hart zu schlagen sind. Mit der Zeit gewinnt man immer mehr an Erfahrung. Ich wurde jedes Jahr ein bisschen besser. Du lernst neue Tricks und dein Timing wird besser.» 

Wie machen sich die NHL-Schweizer beim Bully? 

Die Schweizer Spieler sind international nicht bekannt für ihre Fertigkeiten beim Bully. Oft sind die Eidgenossen beim Puckeinwurf ihren internationalen Gegnern deutlich unterlegen. Als richtiger Center spielt momentan in der NHL nur Floridas Denis Malgin. Der 19-Jährige entscheidet 36,9 Prozent der Bullys  für sich ( gewonnen, 53 verloren).

Für seine Bully-Bilanz kann sich Denis Malgin von seinen Teamkollegen sicher nicht feiern lassen. Bild: Alan Diaz/AP/KEYSTONE

Des weiteren hat man zwei weitere Schweizer beim Bully beobachten können (leider mit nur je einem Bully statistisch nicht sehr repräsentativ). Die Erfolgsquote könnte nicht unterschiedlicher sein: Nino Niederreiter hat bei seinem einzigen Versuch verloren, Sven Bärtschi gewonnen. 

Die besten Bully-Spieler in der NLA

Ein Blick in die National League A zeigt ein deutliches Bild: An der Spitze liegt mit 62,98 Prozent gewonnener Bullys der 27-jährige Cody Almond. Der Genfer soll dank seiner letztjährigen Einbürgerung auch der Schweizer Nati zu mehr Bullystärke verhelfen. Auf Rang 2 folgt der unverwüstliche Martin Plüss, der mit seinen 39 Jahren starke 62,44 Prozent seiner Bullys gewinnt. Der 34-jährige EVZ-Finne Immonen muss seine Quote noch steigern, falls er das Spitzenduo noch einholen will.

Wenn Cody Almond zum Bully antritt (hier gegen Perttu Lindgren), ist Genf danach meistens im Scheibenbesitz.  Bild: PPR

1. Cody Almond – 62.98 % gewonnene Bullys (27-Jährig) 
2. Martin Plüss – 62.44 % (39)
3. Jarkko Immonen – 60.12 (34) 
4. Drew Shore – 58.20 (25)
5. Dustin Jeffrey – 57.04 (28)
6. Jim Slater – 56.42 (33)
7. Giovanni Morini – 56.00 (21)
8. Adam Hall – 55.61 (36)
9. Mark Arcobello – 55.56 (28)
10. Rob Schremp – 55.16 (30)

Die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, ist Überraschungsmann Giovanni Morini: Mit seinen zarten 21 Jahren entscheidet der Lugano-Spieler starke 56 Prozent der Bullys für sich. (syl)

Und jetzt noch bisschen Tattoo-Kunst aus der NHL: Tampa Bay Lightning 

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2 Kommentare anzeigen
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  • Tavares 16.11.2016 14:15
    Highlight Martin Plüss - ein Phänomen. Gestern Abend gefühlt 3 von 4 Bullys gewonnen.
    (die Statistik der Liga sagt 55,56%)
    Aber schon erstaunlich, wie er mit fast 40 noch auf so einem absoluten Topniveau sein kann! So einer vermisst die Nationalmannschaft sicherlich!
    12 0 Melden
    • fan-crack2 16.11.2016 21:46
      Highlight Ein guter Vergleich ich jage, der mit 43 oder mehr noch in der NHL auf dem Eis steht!!!
      Nicht nur die jungen Spieler sind die besten, sondern auch ältere wie Jagr, Plüss, von ARD, doch die spielen noch nicht mehr, doch auch sie haben mit 38 noch gut gespielt.
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