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Der Sommer ist vorbei, jetzt müssen Niederreiter, Josi und Streit (von links) wieder auf dem Eis Gas geben. bild: twitter

17 Schweizer hoffen auf NHL-Einsätze – so stehen ihre Chancen darauf

Am Mittwoch beginnt die neue NHL-Saison. Erfreulicherweise wollen sich auch 17 Schweizer in der besten Liga beweisen. So stehen ihre Chancen auf eine erfolgreiche Spielzeit.

Publiziert: 08.10.16, 12:00 Aktualisiert: 08.10.16, 15:52

Sven Andrighetto (23) – Montreal Canadiens

Bild: AP/The Canadian Press

Während der Absenz einiger Stars beim World Cup bekamen die Jungen um Andrighetto bei den Montreal Canadiens viel Eiszeit in der Vorbereitungsphase. Der Zürcher, diesjähriger Schweizer WM-Topskorer, überzeugte dabei jedoch nicht wirklich. Die Habs haben noch drei Cuts zu machen. Dass dabei Andrighetto über die Klinge springen muss, ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen.

Reto Berra (29) –
Florida Panthers

Reto Berra im Panthers-Trikot, ein Bild mit Seltenheitswert? Bild: AP/The Canadian Press

Der Bülacher wurde von den Florida Panthers ins Farmteam Springfield Thunderbirds abgeschoben. Berra kam im Juni im Rahmen eines Tauschgeschäfts von den Colorado Avalanche zu den Florida Panthers. Diese zählen aber bis auf Weiteres auf die beiden Kanadier Roberto Luongo und James Reimer als Goalie-Duo. 

Sollte der sensible Hüne seine Laufbahn nach drei Jahren und insgesamt nur 64 NHL-Einsätzen in Nordamerika beenden und nach Europa zurückkehren, würde die Schweiz erstmals seit 17 Jahren keinen NHL-Torhüter mehr stellen.

Denis Malgin (19) –
Florida Panthers

Denis Malgin (r.) überzeugt auch mit seinem Defensivverhalten. Bild: Chris O'Meara/AP/KEYSTONE

Der smarte Spielmacher sorgte mit seinen Leistungen bei den Rookies der Florida Panthers für Furore und durfte gleich bei den Grossen mittrainieren. Der nur 1,75 Meter kleine Stürmer ist immer noch im Rennen um einen Platz im NHL-Kader. Neben seinem Skorerinstinkt hat Malgin auch mit guter Defensivarbeit überzeugen können.

Die Panthers-Fans freuen sich

Wahrscheinlich wird der Oltner zu Beginn in Springfield sein Können unter Beweis stellen. Wenn er seine Schusskraft verbessert und sich an die kleinere Eisfläche adaptieren kann, steht ihm die NHL-Türe weit offen.

Nino Niederreiter (24) –
Minnesota Wild

Bild: Getty Images North America

Beim überraschenden Finaleinzug vom Team Europe beim World Cup spielte der Churer nur eine Nebenrolle. Bei den Minnesota Wild aber darf sich der kräftige Flügel nach seiner tollen Saison (48 Skorerpunkte) berechtigte Hoffnungen machen, in die Toplinie mit Zach Parise und Eric Staal aufzurücken.

Falls «El Niño» in der zweiten oder dritten Linie spielt, hilft er seinem Team dennoch wie kein Zweiter, wie die tolle Analyse von «grheute» beweist.

 Christoph Bertschy (22) – Minnesota Wild

Bild: Zuma/Cal Sport Media

Beim Farmteam der Minnesota Wild, den Iowa Wild, bekam der Freiburger letzes Jahr viel Vertrauen geschenkt und spielte in den Toplinien. Er hat einige Cuts überstanden und darf sich immer noch berechtigte Hoffnung machen, dieses Jahr einige Minuten NHL-Luft zu schnuppern. Wahrscheinlich wird Bertschy sich jedoch wieder über die AHL anbieten müssen. 

Jonas Siegenthaler (19) – Washington Capitals

Ziemlich überraschend steht der Zürcher immer noch im Kader der Washington Capitals, bei denen der 100-Kilo-Brocken noch zwei Jahre unter Vertrag steht. Geplant ist aber, dass der Verteidiger die meiste Zeit im Farmteam (Hershey Bears) verbringt, um sich dem nordamerikanischen Eishockey anzupassen. 

Kevin Fiala (20) –
Nashville Predators

Bild: Zuma/Cal Sport Media

Bis jetzt musste sich der talentierte Künstler bei den Nashville Predators in Geduld üben; er kam erst zu bescheidenen sechs NHL-Einsätzen. In der AHL überzeugte der schnelle Techniker jedoch mit sehr guten Werten (50 Skorerpunkte in 68 Spielen).

General Manager David Poile lobte den Uzwiler in der Vorbereitung speziell und bezeichnete ihn als «den Spieler, der sich diesen Sommer am stärksten verbessert hat.»
So wird der Coaching-Staff Fiala dieses Jahr hoffentlich genügend Eiszeit geben, damit er sein grosses Potential ausschöpfen kann.

Roman Josi (26) –
Nashville Predators

Bild: Icon Sportswire

Wie wichtig Roman Josi für ein Team ist, zeigte sich am World Cup. Der Defensivstratege Josi bekam beim Achtungsserfolg des Team Europe viel Eiszeit und stand bei Über- und Unterzahl fast immer auf dem Eis. John Tavares meinte beeindruckt: «Seine Art zu skaten, die Art wie er das Spiel macht, wie er auf dem Eis rauf und runter fährt, das hat mich echt umgehauen.»

«Seine konditionelle Verfassung, seine Kreativität, die Physis, die er hat – er ist eine Art Lidström.»

Ex-Naticoach Ralph Krueger vergleicht Josi mit NHL-Legende Nicklas Lidström. srf

Durch den Abgang seines Standardpartners Shea Weber und dessen Ersatz P.K. Subban von den Montreal Canadiens wird Josis Bedeutung innerhalb der Organisation der Predators noch weiter wachsen. Auch wenn mit dem Offensiv-Verteidiger Subban die Rolle von Josi wohl etwas defensiver werden wird, darf man sich auf das wohl spektakulärste Verteidigerpaar der Liga freuen.

Yannick Weber (28) – Nashville Predators

Weber (links), neu mit der «7» auf dem Rücken. Bild: Wilfredo Lee/AP/KEYSTONE

Letztes Jahr verspekulierte sich Weber, als er sich trotz einiger Angebote dazu entschloss, bei den Vancouver Canucks zu bleiben. Dort geriet der schussgewaltige Offensiv-Verteidiger rasch aufs Abstellgleis.«Ich bin zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen», sagt Yannick Weber rückblickend. 

Für den ehemaligen SCB-Junior sind die Predators das erste amerikanische NHL-Team (nach Montreal und Vancouver). In der Country-Metropole trifft Weber auf seinen guten Freund Roman Josi. In der Vorbereitung erhielt Weber einige Eiszeit und dürfte im dritten Verteidigerpaar neben Matt Carle spielen.

Mirco Müller (21) –
San Jose Sharks

Bild: ZUMA

Bei seinem Debüt vor zwei Jahren für die San Jose Sharks durfte der Winterthurer noch neben Star Brent Burns verteidigen – nur knapp 15 Monate später war Müller im Farmteam Barracuda im dritten Verteidigerpaar anzutreffen. Doch der trotz seiner Gardemasse (1,94 m, 95 kg) schnelle Verteidiger überzeugte nach anfänglichen Schwierigkeiten in der AHL und wird in seiner dritten Saison bei Saisonstart im NHL-Kader stehen. 

Auch Talkmaster Jimmy Fallon kennt Mirco Müller

Ab 0:57. Video: YouTube/The Tonight Show Starring Jimmy Fallon

Timo Meier (19) –
San Jose Sharks

Bild: Getty Images North America

Der robuste Appenzeller hätte wohl gute Chancen gehabt, beim Saisonstart im Kader der San Jose Sharks zu stehen. Doch leider erkrankte Timo Meier am Pfeifferschem Drüsenfieber, so dass sich der talentierte Stürmer noch ein wenig bis zum NHL-Debüt gedulden muss.

Die Verantwortlichen von San Jose glauben jedoch an sein Potential. Gegenüber der «Schweizer Illustrierten» offenbart Scouting-Chef Tim Burke: «Timo ist in allen Situationen einsetzbar. Ich gebe ihm viel Kredit.» Und Cheftrainer Peter DeBoer meint: «Für ein Kid ist er schon ein starker Kerl!»

Mark Streit (38) –
Philadelphia Flyers​

Mark Streit stellt sein Zuhause in Philly vor. Video: YouTube/Flyersice Russia

Der schussgewaltige Verteidiger steht vor seiner elften (!) NHL-Saison. Im Dezember wird Mark Streit 39-jährig, sein Vertrag bei den Philadelphia Flyers läuft Ende Saison 2017 aus.

Auf und neben dem Eis ist der Berner aufgrund seiner Erfahrung immer noch Gold wert. In diesem Jahr soll er den 19-jährigen Rookie Ivan Provorov lehren und zu höheren Aufgaben führen. Was nach dieser Saison passiert, ist offen. Streit kann sich auch nach 20 Profijahren gut vorstellen, noch eines oder zwei Jahre anzuhängen.

Joël Vermin (24) –
Tampa Bay Lightning

Nicht alle werden Vermin immer so brav Platz machen in der NHL wie dieser Gegenspieler. Bild: Del Mecum/freshfocus

Der Berner zeigte ansprechende Leistungen, als er letzte Saison für sechs Spiele bei den Tampa Bay Lightnings aushelfen durfte. Auch in der Vorbereitung überzeugte der Flügelspieler. Vermin ist kein geborener Skorer, weiss aber mit seinem Speed zu beeindrucken.

So ist das Rennen absolut offen, ob der ehemalige SCB-Junior beim Saisonstart im NHL-Kader stehen wird. Bei guten Leistungen im Farmteam der Syracruse Crunch wird Vermin bestimmt seine Chance bekommen.

Tanner Richard (23) –
Tampa Bay Lightning

Der grimmige Blick hat Richard noch nicht ins Oberhaus gebracht. Bild: NHLI

Im Gegensatz zu seinem Landsmann Joël Vermin hat Tanner Richard den Kaderschnitt vor einigen Tagen nicht überstanden. Der Sohn von Rapperswil-Legende Mike Richard wird damit wieder einmal die Saison mit Tampas Farmteam Syracuse Crunch in der AHL beginnen müssen.

Für Syracuse hat Richard bereits in den letzten drei Jahren gespielt. Letzte Saison machte Tanner dort mit 11 Toren und 43 Assists in 71 Spielen auf sich aufmerksam, zu einem NHL-Einsatz kam er aber bis jetzt noch nie. 

Dean Kukan (23) – Columbus Blue Jackets

Dean Kukan (r.) muss in der AHL starten. Bild: AP/FR170498 AP

Im Sommer gewann Dean Kukan mit den Lake Erie Monsters als zweiter Schweizer (nach Roman Wick) den AHL-Final. Doch den letzten Kaderschnitt der Columbus Blue Jackets überstand der Verteidiger nicht, weshalb der Zürcher die Saison bei den Lake Erie Monsters beginnen muss.

Reaktion nach dem Cut

Sven Bärtschi (24) –
Vancouver Canucks

Bild: AP/The Canadian Press

Beinahe hätte es auch Sven Bärtschi ins Team Europe geschafft, wie Coach Ralph Krueger bestätigt: «Er war sehr nahe dran. In einem Jahr wäre er dabei gewesen.» Doch auch so ist die Verwandlung, die der talentierte Langenthaler nach seiner Leidenszeit in Calgary durchmachte, erstaunlich.

Bärtschi verliess sich bei den Canucks nicht nur auf seine überragenden Skills, sondern ging auch vermehrt in den Slot. So buchte «Svensational» letzte Saison 15 Tore in 69 Spielen und verdiente sich mit seinen Auftritten einen gut dotierten Vertrag. Das vom Management in ihn gesetzte Vertrauen dürfte seine Entwicklung noch weiter beschleunigen. In der zweiten Linie will der Flügel weiterhin für Furore sorgen.

Sven Bärtschy wandelt sich zum kompletten Spieler, wie er kürzlich im Spiel gegen Calgary demonstrierte. Video: streamable

Luca Sbisa (26) –Vancouver Canucks

Wo Luca Sbisa(l.) draufsteht, ist auch Luca Sbisa drin. Bild: AP/The Canadian Press

Bereits vor acht Jahren gab Luca Sbisa sein Debüt, inzwischen hat er schon 403 NHL-Spiele auf dem Buckel. Der zuverlässige Verteidiger geht mit seinem physischem Spiel jedem Gegner auf die Nerven.

Der ehemalige EVZ-Junior wird zwar von den Medien und Fans nicht geliebt, muss sich aber dafür als gut bezahlter Abräumer immerhin keine finanziellen Sorgen machen. Den Finaleinzug des Team Europe erlebte Sbisa auf der Bank. Im dritten Verteidigerpaar bei den Canucks will Sbisa wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Der Druck auf ihn war auch schon kleiner. 

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User-Review:
Gina226 - 6.4.2016
Watson, du bist super. Ich möchte dich nicht mehr missen. ❤️
4 Kommentare anzeigen
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600
  • HabbyHab 08.10.2016 13:15
    Highlight Subban ist kein Offensiv-Verteidiger. Er ist ein All-Rounder..
    3 39 Melden
    • Tubel500 08.10.2016 13:28
      Highlight Plus werden die beiden selten zusammen spielen.. So wies bisher aussieht, wird josi eher in die zweite linie rutschen
      3 35 Melden
    • Züzi31 08.10.2016 17:02
      Highlight Hu? Sagt wer? Bisher sind das reine Spekulationen weil Subban ähnlich spielt wie Josi. Fakt ist jedoch, dass Josi erst heute das erste Trainingsspiel bestreiten wird bei dem Subban ebenfalls für Nashville aufläuft. Ausserdem ist das Duo Ekholm/Ellis sackstark zusammen. Wieso also das zweite Verteidigerpaar auseinanderreissen wenn es so gut funktioniert? Mit Subban hat Laviolette viel mehr Möglichkeiten als vorher. Dass er Josi nicht mit Subban paart kannst aber noch nicht wissen.
      26 1 Melden
    • fan-crack2 22.10.2016 12:20
      Highlight das stimmt nicht
      1 0 Melden
    600

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