Sport

Jubel bei Jonathan Hazen (links) und Philip-Michael Devos: Schon im Playoff-Viertelfinal der letzten Saison besiegte Ajoie den Erzrivalen aus La Chaux-de-Fonds. bild: keystone

«Rein psychologisch!» Wie die Torhüter das Rekord-Penaltyschiessen in Ajoie erlebten

Der NLB-Match zwischen dem HC Ajoie und La-Chaux-de-Fonds ist in die Geschichtsbücher des Schweizer Eishockeys eingegangen. 46 Penaltys waren nötig, bis nach 20 zusätzlichen Minuten endlich ein Sieger feststand. 

14.11.16, 13:45 14.11.16, 14:09

Sonntagnachmittag in Pruntrut, die 2015 Zuschauer in der Patinoire Voyeboeuf erleben ein Drama, das sie im Leben nicht vergessen werden. 2:0 führt der NLB-Leader La Chaux-de-Fonds im Derby beim Erzrivalen Ajoie. Alles sieht nach einer geglückten Revanche für das Out im Playoff-Viertelfinal im letzten Frühling aus. Doch es kommt anders ...

Ajoie gleicht die Partie noch in der regulären Spielzeit aus und nach einer torlosen Verlängerung kommt es zum Penaltyschiessen. Dort spielt sich Historisches ab! Erst nach 46 Penaltys ist die Partie entschieden – weil Anthony Huguenin an Ajoie-Keeper Ludovic Waeber scheitert. Unmittelbar vor ihm versenkt Thibault Frossard den entscheidenden Penalty. In den ersten 44 Penaltys gibt es nur sechs Treffer. 

46 Versuche, bis der Sieger steht

Das Penaltyschiessen in voller Länge. Video: YouTube/TheCedo13

Die beiden Goalies Tim Wolf und Ludovic Waeber präsentieren sich aber auch in Hochform: Ajoies Kanadier Jonathan Hazen und Philip-Michael Devos scheitern je viermal an Wolf, und auch Waeber zeigt starke Paraden.

Sein Rezept: «Ich führte mir immer wieder die erfolgreichen Abschlüsse von Laurent Meunier, Devin Muller, Anthony Huguenin und Patrick Zubler vor Augen. Jedes Mal, wenn sie vor mir auftauchten, wollte ich Rache nehmen», erklärt der von Fribourg-Gottéron ausgeliehene Keeper gegenüber «L'Impartial».

Chaux-de-Fonds-Goalie Tim Wolf ... Bild: KEYSTONE

... und sein Gegenüber Ludovic Waeber. Bild: KEYSTONE

«Das war etwas ganz Besonderes», sagt HCC-Goalie Wolf nach der Partie zu. «Alles spielt sich im Kopf ab. Man muss mental enorm stark sein und immer wieder neu fokussieren. Es ist eine rein psychologische Angelegenheit. Jeder Penalty ist ein neuer Penalty. Momentan bin ich einfach nur unglaublich enttäuscht.»

Hier gewinnt Chaux-de-Fonds:

Die Mannequin-Challenge des HCC. Video: streamable

Wolf muss sich damit trösten, dass er Historisches erlebt hat: Das Drama in Ajoie ist das längste Penaltyschiessen in der Geschichte der Schweizer Liga. Den Rekord hielten bisher Visp und Basel, die am 29. Januar 2010 28 Penaltys bis zu Visps 3:2-Sieg benötigten. In der NLA ging der längste Penalty-Krimi bei Ambri gegen Kloten am 12. Dezember 2009 bloss über 26 Penaltys. (pre/sda)

Die Cup-Blamagen der NLA-Klubs in der Neuzeit

Hol dir die App!

User-Review:
Micha-CH, 16.12.2016
Beste News App der Schweiz. News und Unterhaltung auf Konfrontationskurs.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1 Kommentar anzeigen
1
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • el_bengalo 14.11.2016 19:49
    Highlight das ist slapstick pur! musste richtig lachen! eigentlich find ich shoot-outs ja geil,, danke fürs hochladen!
    0 0 Melden
    600

«Made in Graubünden» – mehr einheimisches Schaffen geht nicht 

Der HC Lausanne leckt nach dem demütigenden 0:4 in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den HC Davos seine Wunden. Der Grund für die schmerzhafte Pleite sind bärenstarke Bündner. 

Dan Ratushny, seit dieser Saison Trainer von Lausanne und unlängst von Branchen-Kollegen und den NLA-Captains zum Trainer des Jahres gewählt, konnte nach dem abschliessenden 3:6 am Samstag in Davos den «schmerzhaften» Playoff-K.o. im Eilzug-Tempo nicht schönreden. «Wir wurden von einem klar besseren Team besiegt. Wir hätten vielleicht einen Erfolg in dieser Serie verdient. Fakt aber ist, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um unsere Schwächen auszumerzen. Davos war schneller und …

Artikel lesen