Sport
Ausverkaufte Halle, in der Eishockey National League A Partie zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers, am Samstag 1. November 2008 in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Photopress/ Peter Schneider)

Bild: KEYSTONE

Der Kampf ums Geld

Bern möchte die Eishockey-WM 2019 – aber Zürich und Kloten sind die Favoriten

Eine Eishockey-WM ist ein lukratives Geschäft. Die Schweiz bewirbt sich mit besten Aussichten für die WM 2019.

18.05.14, 12:38 18.05.14, 14:37

Eine Eishockey-WM ist eine internationale Sportveranstaltung, die in der Schweiz – anders als Olympische Spiele - problemlos organisiert werden kann. Das Bewerbungsprozedere ist einfach. Es muss niemand bestochen werden und wer eine Bewerbung verliert, kann damit rechnen, dass er ein oder zwei Jahre später berücksichtigt wird. Der Aufwand für die Organisation einer WM hält sich mit einem Budget von 40 bis 50 Millionen Franken in Grenzen, und es können bereits bestehende Infrastrukturen benützt werden.

Eine Eishockey-WM ist ein lukratives Geschäft. Es sind jeweils die Landesverbände, die den Zuschlag erhalten. Für die Ausrichtung der WM wird stets eine Firma gegründet. Der Internationale Eishockeyverband (IIHF) verlangt das so. Damit die Landesverbände kein existenzgefährdendes unternehmerisches Risiko eingehen. Dieses Risiko ist allerdings sehr gering. 2009 blieben nach der WM in Bern und Kloten gut drei Millionen Gewinn in den Kassen. Logisch also, dass die Schweiz sich wieder für eine Eishockey-WM bewirbt. 

In welchen Städten wird gespielt?

Werden in der PostFinanceArena 2019 die Natispieler aus dem Käfig gelassen? Bild: KEYSTONE

Bern möchte 2019 erneut eine Eishockey-WM durchführen. Es wäre nach 1971, 1990 und 2009 das vierte Titelturnier in der Hauptstadt. SCB-General Marc Lüthi, der «seine» PostFinance-Arena den Organisatoren vermieten würde, bestätigt auf Anfrage: «Ja, die Stadt Bern und wir sind an der WM 2019 interessiert.»

Die WM ist für 2015 (Prag), 2016 (Moskau) und 2017 (Köln und Paris) bereits vergeben. Die WM 2018 wird hier in Minsk bestimmt und die WM 2019 beim Kongress während der nächsten WM 2015 in Prag. Voraussichtlich muss sich die Schweiz gegen den Verlierer der Bewerbung 2018 (Lettland oder Dänemark) und die Slowakei durchsetzen. Im Falle einer Niederlage würden wir mit ziemlicher Sicherheit 2020 den Zuschlag bekommen.

Finnland hat zwar das Interesse für 2020 deponiert und zugleich erklärt, im Falle einer Bewerbung der Schweiz auf 2021 auszuweichen. Die Schweiz hat auch deshalb gute Chancen, weil wir im nächsten Frühjahr mit Hauptspielort Zug die U18 WM durchführen. Die Junioren Titelkämpfe sind in Europa - im Gegensatz zu Nordamerika - ein Verlustgeschäft. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass nur ein Land die richtige WM bekommt, das auch hin und wieder eine Junioren-WM organisiert.

Kommt der Kanton Zürich zum Handkuss?

Anstatt Pferde sollen im Hallensatdion Eishocheyspieler herumkurven. Bild: KEYSTONE

Die Verbandsverantwortlichen haben in der Schweiz bereits mit den Gesprächen mit möglichen Ausrichtern für eine WM 2019 begonnen. Neben Bern hat auch das Zürcher Hallenstadion sein Interesse angemeldet. Verbandsgeneral Peter Lüthi, zuständig für internationale Anlässe, führt bereits Gespräche über eine WM mit Zürich als Hauptspielort und Kloten als zweitem Standort. Zürich hat die WM auch schon 1939, 1953 und 1998 mit Basel organisiert.

Sowohl bei der IIHF als auch beim Schweizer Verband (Swiss Ice Hockey) ist also schon mehr oder weniger klar: Bern wird bei einer WM 2019 weder Haupt- noch Zweitspielort sein. Weil das Stadion in Bern den Ansprüchen als WM-Hauptspielort (Zuschauerkomfort, Kabinen) nicht mehr genügt. Zudem gibt es zwischen den beiden Alphatieren René Fasel (IIHF-Präsident) und Marc Lüthi seit der WM 2009 atmosphärische Störungen.

Die Kolping Arena in Kloten stünde bereit. Bild: KEYSTONE

Die Konzentration auf den Grossraum Zürich liegt sowieso im Trend: Der Verband wird die Administration in Zürich zentralisieren und demnächst das Büro der Nationalliga im Haus des Sportes in Ittigen bei Bern auflösen. Ob diese Konzentration auf den Grossraum Zürich Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. Gerade wegen der grossen Bedeutung der Westschweiz für unser Eishockey wäre der Standort Bern für die Verbandsadministration und Grossanlässe viel sinnvoller. Von der Verkehrssituation her sowieso.  

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • aileakrebie 18.05.2014 17:26
    Highlight Zug hat ein schönes Stadion,im gegensatz zur Kolpingscheune!
    5 2 Melden
  • Staal 18.05.2014 12:49
    Highlight HaSta macht mehr Sinn als die ungastliche Postbaracke. Wenn auch die Infrastruktur rund um die Halle und direkte Autobahnanschluss in Bern etwas besser wären

    Als 2. Spielort wäre Zug doch eineVariante
    9 3 Melden

Eine der grössten Hockey-Karrieren ist zu Ende: Martin Gerber hört auf

Stell dir vor, einer der grössten Schweizer Spieler aller Zeiten beendet seine Karriere und niemand merkt es. Genau das ist passiert. Martin Gerber verlässt Kloten definitiv und beendet seine Karriere.

Er quält sich gerade durch einen Verkehrsstau in der Stadt Zürich und sagt, er rufe zurück, wenn er da endlich rausgekommen sei. Eine Momentaufnahme mit Symbolcharakter. Martin Gerber verlässt Kloten, verlässt den Grossraum Zürich. Der Hockey-Weltreisende hat genug vom Verkehrsdichte-Stress.

Er gibt auch seinen Zweitwohnsitz in Zug auf zieht sich in seine Heimat Langnau zurück. Dort hat er an bester Lage beim idyllischen «Äntelipark» (Park der Enten) im Dorf längst ein wunderbares altes …

Artikel lesen