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epa04341564 Formula One boss Bernie Ecclestone returns to the court room after a break in proceedings at the district court I in Munich, Germany, 05 August 2014. Formula One boss Bernie Ecclestone agrees to pay 100 million dollars within a week in return for a German court ending his bribery trial. Prosecutors in Munich have also approved the settlement. Ecclestone was charged with bribery and incitement to breach of trust 'in an especially grave case' over a 44 million US dollar payment to a German banker.  EPA/SVEN HOPPE

Bild: EPA/DPA

Formel-1-Boss Ecclestone

Der Alleinherrscher

Bernie Ecclestone hat die Formel 1 zu einem Milliardengeschäft gemacht – und kann die Rennserie weiterregieren. Mit der Einstellung des Bestechungsverfahrens ist auch die Nachfolge-Diskussion auf Eis gelegt. Und Mercedes bleiben peinliche Nachfragen erspart.

05.08.14, 16:26 05.08.14, 17:08

birger hamann / spiegel.de

Ein Artikel von

Red Bull, Mercedes, Ferrari: Wenn die Formel-1-Teams vor einem Rennen an der Strecke ihre Motorhomes aufbauen, diese transportablen Paläste, stehen die Aufbauten der grossen Rennställe am Anfang des Fahrerlagers. 

Es dokumentiert auch die Hierarchie, wer wie wichtig ist in der Königsklasse des Motorsports. Ganz vorne, noch vor allen Teams, lässt stets Bernie Ecclestone sein Motorhome errichten - auch in Zukunft.

Mit der Zahlung von 100 Millionen Dollar entgeht der 83-Jährige nicht nur einer möglichen Verurteilung. Er bleibt damit auch der mächtige Mann der Formel 1.

Unfreiwillig im Rampenlicht diese Woche. Bild: Matthias Schrader/AP/KEYSTONE

Wie geht es jetzt weiter?

«Als Alleinherrscher hat Bernie die Formel 1 zu dem gemacht, was sie heute ist. Bernie wäre derzeit nicht ersetzbar», sagte Niki Lauda der «FAZ». 

Nun sind Ecclestone und Lauda, dreifacher Formel-1-Weltmeister und Aufsichtsratchef von Mercedes-Motorsport, seit Jahrzehnten befreundet, daher würde sich der Österreicher öffentlich niemals gegen den Engländer stellen. Allerdings treffen Laudas Worte den Kern - und zugleich das Problem der Formel 1.

Zwei rüstige Herren, die sich verstehen: Ecclestone und Lauda. Bild: EPA/APA

Ecclestone ist so mächtig, dass es an der Spitze der Motorsportserie ein Machtvakuum geben würde, wenn er abdankt. Angefangen hat er vor fast vierzig Jahren mit der Vergabe von Startplätzen an die Teams. Anschliessend kamen die Fernsehrechte hinzu, auch die Werbung an der Strecke und im Fahrerlager. Verträge zwischen den Strecken und der Rennserie? Handelt Ecclestone persönlich aus.

Ecclestone kennt alle Einnahmen und Ausgaben

Bei den Ein- und Ausgaben der Formel 1 dürfte es keinen Cent geben, von dem Ecclestone nichts weiss. Er bescherte der Rennserie mit seinem Geschäftssinn und Verkäufertalent Milliardenumsätze und machte sich selbst steinreich. Das Vermögen des Mannes aus Ipswich, der aus bescheidenden Verhältnissen stammt und einst als Gebrauchtwagenhändler arbeitete, wird auf rund 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

Hat nach Schätzungen ein Vermögen von 2,5 Millionen Euro. Bild: AFP

Zwar gibt es innerhalb der Formel 1 auch kritische Stimmen in Bezug auf Ecclestone und dessen Machtfülle. Nur will sich damit niemand zitieren lassen. Wer Ecclestone als Gegner hat, hat ein Problem, im schlimmsten Fall ein finanzielles. Ecclestone hat sich die Teams gefügig gemacht, indem er sie an den Gewinnen der Rennserie beteiligt. Die mächtigen Rennställe bekommen mehr Geld, die nicht so mächtigen weniger Geld. Den genauen Schlüssel bei der Verteilung kennt niemand ausser Ecclestone.

So lange es seine Gesundheit zulässt, dürfte es an der Spitze der Formel 1 keine Veränderung geben. Anschliessend aber umso mehr. «Nach Ecclestone wird es, vermute ich, ein Management-Team mit unterschiedlichen Kompetenzen geben. Das wird ein ganz normales Management-Board sein wie in jedem anderen Grossunternehmen», vermutet Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Bild: Getty Images Europe

Die Einstellung des Verfahrens dürfte auch Wolffs Arbeitgeber sehr gelegen kommen und unangenehme Fragen ersparen. Schliesslich sind es Grosskonzerne wie Daimler, die seit einigen Jahren penibel auf die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien achten, die in den Compliance-Regeln niedergeschrieben sind.

Ein Mercedes-Engagement in einer Sportart, an deren Spitze ein Mann steht, der wegen Bestechung verurteilt ist? Nach den Konzern-Grundsätzen unmöglich. Aber es gibt ja keine Verurteilung, nur eine 100-Millionen-Dollar-Zahlung.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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