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Favre war zuletzt Trainer in Mönchengladbach.
Bild: INA FASSBENDER/REUTERS

Neuer Job an der Côte d'Azur: Lucien Favre wird Trainer in Nizza

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet. Der neue Arbeitgeber von Trainer Lucien Favre ist keiner mit einem klingenden Namen, sondern der OGC Nizza. Die Südfranzosen klassierten sich in der soeben beendeten Ligue-1-Saison auf Rang 4.

24.05.16, 17:48 24.05.16, 22:49

Lucien Favre ist neuer Trainer der OGC Nizza. Der Romand habe an der Côte d'Azur für drei Jahre unterschrieben, teilt der Klub mit. Er folgt in Nizza auf Claude Puel. Der Klub habe sich schon länger intensiv um die Verpflichtung des smarten Schweizer Taktikers bemüht, heisst es aus Frankreich.

Den Fussball im Land des EM-Gastgebers erlebte Favre schon als Aktiver. Der 24-fache Nationalspieler spielte Mitte der 80er-Jahre für Toulouse. Gegenüber der Nachrichtenagentur sda wollte Favre sich noch nicht äussern, weil er erst morgen offiziell vorgestellt wird.

Fussball unter Palmen: Im Stadion in Nizza, das Favres neuer Arbeitsplatz ist, werden auch EM-Partien ausgetragen. Bild: SEBASTIEN NOGIER/EPA/KEYSTONE

«Anspruchsvoll, akribisch, leidenschaftlich»

In der abgelaufenen Saison qualifizierte sich Nizza als Vierter der Ligue 1 für die Europa League. Das «Projekt Nizza» habe Favre überzeugt, schreibt der Klub auf seiner Website, diesen «anspruchsvollen, akribischen und leidenschaftlichen Trainer». Er habe in seiner langen Karriere stets auf offensiven Fussball gesetzt und immer wieder Talente entdeckt und gefördert; namentlich erwähnt wird Marco Reus.

Der OGC Nizza

OGC steht für «Olympique Gymnaste Club de Nice Côte d'Azur». Der letzte grosse Erfolg war der Gewinn des französischen Cups im Jahr 1997. Seine beste Zeit hatte Nizza in den Fünfziger-Jahren, als es zwischen 1951 und 1959 sämtliche seiner vier Meistertitel und die zwei weiteren Cupsiege holte.

In Nizza wird Favre ein junges Team antreffen. Ein Dutzend Profis sind noch keine 24 Jahre alt und die Mehrheit spricht französisch: 18 Spieler im aktuellen Kader sind Einheimische.

Der 58-jährige Favre war im September als Trainer von Borussia Mönchengladbach zurückgetreten. Seither war er ohne Job. (ram)

In Mönchengladbach hat man nicht vergessen, was Favre mit dem Klub geleistet hat.

2006 macht Lucien Favre den FC Zürich zum Meister

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27.01.1994: Beim seltsamsten Fussballspiel aller Zeiten muss ein Team plötzlich beide Tore verteidigen

06.05.2001: Inter-Fans stehlen den Feinden von Atalanta einen Roller und werfen ihn im San Siro über eine Brüstung

12.09.1990: Der Goalie mit der Pudelmütze sorgt für die vielleicht grösste Sensation der Fussball-Geschichte

10.03.1998: Trap hat fertig – diese dreieinhalb Minuten Kauderwelsch bleiben für die Ewigkeit

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Bluetooth 24.05.2016 21:12
    Highlight Nizza!? Dabei hatte er im Winter ein Angebot von Lyon erhalten?
    Für mich unverständlich! Da stimmte wohl der Lohn oder wie es Trainer gerne sagen "das Projekt" nicht. In Nizza werden bestimmt auch die Erwartungen kleiner sein ohne einen Ben Arfa, aber nach dem vierten Platz sind sie jetzt auch nicht so tief.
    3 17 Melden
    • MacB 24.05.2016 21:45
      Highlight seh ich anders. Er sucht sich TEams, die er über Jahre aufbauen kann. Er arbeitet auch gern mit jungen Spielern (wie damals in der SChweiz). Er ist ein Förderer. In Lyon hätte das nicht gepasst. In Nizza kann er junge Talente aufbauen.

      Hätte er nur ein Team gesucht, wo er viel verdient, wäre er schon längst in England oder bei einem Grossklub in DE untergekommen. Sein Ruf ist exzellent.
      31 1 Melden
    • Seebär 24.05.2016 22:26
      Highlight Sehe ich auch wie Mac
      Lulu kann Spieler wie zB Reus verbessern, er kann in Nizza in seiner Muttersprache kommunizieren was ein weiterer Vorteil ist.
      17 0 Melden
    600
  • Zwiebelbrot 24.05.2016 18:46
    Highlight Gratulation an Favre! Meiner Meinung nach zeugt das einfach nur von Klasse. Nach seinen bisherigen Stationen hätte er sicher auch grössere Vereine trainieren können. Genau solche Leute braucht der Fussball. Immer mit Herz und Überzeugung bei der Sache...
    Nicht so wie die Herren Mourihno und Guardiola welche ausschliesslich bei Topvereinen Millionen scheffeln wollen...
    63 6 Melden
    • revilo 24.05.2016 19:00
      Highlight Wenn sie das Zeug zu Meisterntrainern haben, wieso sollten Sie dann zu Mittelfeldklubs?
      11 42 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.05.2016 19:13
      Highlight ja, natürlich. er ist ein heiliger.
      11 30 Melden
    • Bluetooth 24.05.2016 21:03
      Highlight Ja klar, kennst ja sein Lohn nicht. Wenn du von Herz sprichst, hätte er gleich zum FCZ wechseln sollen.
      Ausserdem verstehe ich nicht, warum du Guardiola und Mourihno schlechtredest. Was genau ist schlecht daran ein Topverein zu trainieren? ManUtd und ManCity werden es in England etwa gleich schwer haben, wie Nizza in Frankreich.
      5 13 Melden
    • Zwiebelbrot 24.05.2016 22:32
      Highlight Die Herausforderung mit Nizza etwas zu erreichen ist, wie auch schon in Mönchengladbach oder Zürich, viel schwerer. (Fast) Jeder Transfer muss ein Treffer sein. Bei ManCity und ManU darf man auch mal 50 Millionen rauswerfen ohne Existenzbedroht zu sein. Grundsätzlich habe ich einfach viel mehr Freude an einem Aufbau mit Fortschritt als an einem "bestätigen" der Leistungen. Pep hat mit Barcelona den modernen Fussball geprägt und Mourihno mit seinen Teams unglaubliches erreicht, doch mittlerweile rennen sie, wie praktisch alle in dem Business, dem Geld nach.
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  • Gelöschter Benutzer 24.05.2016 18:37
    Highlight Nizza hat einen Fussballklub? da jubelt ihm dann sicher Vera Dillier von der Tribüne zu.
    6 52 Melden
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  • Jaing 24.05.2016 17:52
    Highlight Dort kann man sichs gut gehen lassen. Allerdings kein wirklicher Fortschritt. Den hat sich Favre mit dem schwachen Abgang in Gladbach versperrt.
    6 65 Melden
    • lululove 24.05.2016 18:07
      Highlight Naja, er hätte sicherlich einen anderen Verein coachen können, aber 4te in der League1 ist nich nichts! Er kann 2ter(eigentlich wie meister) werden!
      47 1 Melden
    • Hoppla! 24.05.2016 18:39
      Highlight Welcher Tipklub hat noch eine Trainervakanz? Da gibt es nicht sehr viele die zum Beispiel auch sprachlich passen.
      10 3 Melden
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  • Hayek1902 24.05.2016 17:51
    Highlight Naja, BMG war vor Favre auch nicht klingender und es ist eine schöne Gegend. Ich wünsche ihm viel Glück.
    72 1 Melden
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Klasse Einstand für Schmidt gegen Bayern – die Walliser können eben auch anders

Der Walliser Neo-Wolfsburg-Trainer Martin Schmidt hext seine Mannschaft zu einem 2:2-Unentschieden gegen Bayern München und entführt damit einen Punkt aus der Allianz Arena. Es besteht Hoffnung für den Walliser Fussball!

Mit seiner komplett defensiven Einstellung geriet der Walliser mit seinen «Wölfen» zunächst mit 0:2 in Rückstand. Angesichts des übermächtigen Gegners aus dem Süden war dies keine grosse Überraschung.

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