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Szene aus der Partie Wohlen – Chiasso: Das grosse Geld ist hier nicht zu holen. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Scheiss-Millionäre? So viel (oder wenig) verdienen Fussballer wirklich

Den Fussballprofi quält am Morgen nur eine Frage: Fahre ich heute mit dem Ferrari oder mit dem Maserati ins Training? So weit das Klischee. Die Realität ist weit davon entfernt.

Publiziert: 30.11.16, 13:57 Aktualisiert: 01.12.16, 07:50

Die weltweit tätige Fussballergewerkschaft FIFPro hat einen umfassenden Bericht zu Einkünften und Sorgen von Profis rund um den Globus erstellt. Das Werk räumt mit dem Vorurteil auf, dass ein Fussballer automatisch Millionär ist. In Tat und Wahrheit verdienen weltweit nur zwei Prozent 730'000 Franken und mehr im Jahr (was einem Monatslohn von 60'000 Franken und mehr entspricht). Diese Profis sind es, weswegen Fussballer bei schlechten Leistungen von vielen Fans pauschal als «Scheiss-Millionäre» abgekanzelt werden.

Wer zu den Top 2 gehört, verdient auch sehr viel: Cristiano Ronaldo kassiert geschätzte 25 Millionen Euro im Jahr. bild: instagram/cristiano

Das Gehalt von beinahe der Hälfte aller Fussballprofis beträgt zwischen 1000 und 2000 Franken Monat. Wobei natürlich anzumerken ist, dass es sich mit diesem Betrag in Asien oder in Afrika besser leben lässt als in der Schweiz.

Der Tessiner Carlo Polli ist Fussballprofi auf den Philippinen

Ausgesorgt haben die wenigsten

Doch auch hierzulande sind die Spieler nicht automatisch Grossverdiener, nur weil sie bei einem der zehn Klubs der Super League unter Vertrag stehen. 143 Profis der beiden höchsten Schweizer Ligen haben den Fragebogen der FIFPro beantwortet. Heraus kam, dass rund 60 Prozent der Antwortenden zwischen 4000 und 8000 Franken (31,5 Prozent) bzw. zwischen 8000 und 15'000 Franken (28 Prozent) monatlich erhält.

Das sind keine exorbitanten Saläre, sondern Löhne, die auch in der Privatwirtschaft erreicht werden. Ausgesorgt haben diese Profis nach Abschluss ihrer Karriere jedenfalls nicht. 

Fussballer-Löhne in der Schweiz

Die Angaben beruhen auf Auskünften von 143 Profis der Super und Challenge League. bild: fifpro

Jeder vierte Fussballer in der Schweiz kann von seinem Beruf mehr schlecht als recht leben: Er verdient weniger als 4000 Franken im Monat. Anzunehmen ist, dass die Mehrzahl dieser Profis in der Challenge League kickt.

Der Report enthüllt auch, dass in den letzten beiden Saison elf Prozent der Antwortenden ihr Gehalt zu spät erhalten haben. Brisant ist eine weitere Zahl: Fünf Prozent geben an, schon einmal von Wettbetrügern kontaktiert worden zu sein.

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
16 Kommentare anzeigen
16
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600
  • romam 30.11.2016 19:37
    Highlight Ich frage mich welcher Spieler über 100'000 monatlich verdient, 0.7% von 143 Befragten ist nämlich genau einer. Was denkt ihr?
    32 0 Melden
    • 90er 01.12.2016 07:51
      Highlight Delgado?
      7 0 Melden
    • Hellaos 01.12.2016 08:02
      Highlight Doumbia vermute ich.
      5 0 Melden
    • Zrombi 01.12.2016 08:23
      Highlight Delgado z.B.
      5 0 Melden
    600
  • Kstyle 30.11.2016 18:31
    Highlight Sind da die autos und alles was sie kriegen mit eingerechnet?
    23 3 Melden
    • Soulrider 30.11.2016 19:32
      Highlight Die Wettgewinne sind da noch nicht mit dabei.
      17 11 Melden
    • AJACIED 30.11.2016 21:40
      Highlight Haha du bist so ein lustiger! Anstatt die gleiche Leier zu geben, geh lieber sändälä
      4 19 Melden
    600
  • Citation Needed 30.11.2016 15:06
    Highlight Die CH hat halt keine Spitzenliga. So gesehen überrascht es mich eher, dass sogar Spieler der 1. Liga vom Sport leben können..

    Wenn man bedenkt, dass sogar Nationalspielerinnen wie Fabienne Humm Teilzeit schaffen nebenher, dann relativiert sich dieser 'Skandal' ('nur' jeder vierte kann von seinem Sport leben!) ein wenig. Es kommt auf das Geld der Liga an, nicht auf individuelle Leistung. Im Ausland gibt's den Profistatus für Frauen, FR und DE und SW.. hier nicht.
    Das heisst: die Frauen hier tschutten wirklich mit Herz und nicht wegen des Geldes.. :-)
    59 13 Melden
    600
  • whatthepuck 30.11.2016 14:43
    Highlight Es hat ja auch niemand ein Anrecht darauf, als Fussballer einen guten Lohn zu kassieren. Last time I checked waren diese Leute in der Unterhaltungsbranche tätig, wo sich das Angebot der Nachfrage unterordnet.

    Dass man in einem kleinen Land wie der Schweiz, wo sogar die höchste Liga immernoch ziemlich grottig ist, auch in der zweithöchsten Liga noch knapp vom Lohn leben kann, sagt doch schon alles. Durchschnittliche Leistungen (Challenge League!) erhalten ein durchschnittliches Gehalt.
    70 15 Melden
    • Citation Needed 30.11.2016 14:54
      Highlight Finde schon auch: Profi Status in der Challenge League, not bad. Andererseits: die Leistung und die Bezahlung sind nicht linear gekoppelt. Es variert von Klub zu Klub. Es gibt Challenge League Clubs die für Spieler lukrativer sind als Super League Clubs. Zahlt nicht z.B. Winti saugut?
      21 2 Melden
    • Silent_Revolution 30.11.2016 15:43
      Highlight @Citation
      Genau. Wird ja auch seine Gründe gehabt haben, warum der Bottani anfangs Saison von Lugano zum FC Wil gewechselt ist nach Top Leistungen und anderen Angeboten von Super-Ligisten.
      13 0 Melden
    600
  • Ketsch 30.11.2016 14:22
    Highlight Aus welchen Ligen wurden die Zahlen für dieses Diagramm genommen?
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Spieler der jeweils 10 höheren Mannschaften in der Premier League, der Bundesliga, Serie A und der Primera Division nur 3,5 resp. 0,7% ausmachen.
    8 59 Melden
    • Ralf Meile 30.11.2016 14:36
      Highlight Die Grafik ist mit «Fussballer-Löhne in der Schweiz» betitelt, ergo sind die Zahlen aus der Super League und aus der Challenge League.
      79 1 Melden
    • Tubel500 30.11.2016 14:37
      Highlight Es hilft, die Legende zum Bild zu lesen. Dafür ist sie schliesslich da ;)
      55 0 Melden
    • nickname_not_available 30.11.2016 14:41
      Highlight Das Diagramm bezieht sich auf 143 Profifussballer in der Schweiz (NLA und NLB).

      In England würde das Diagramm von den Prozentzahlen wohl ähnlich aussehen, einfach mit höheren Beträgen - aber bei irgendwie 5 Profiligen würden die Grossverdiener (1 Million aufwärts) auch nicht viel mehr als 0.7% ausmachen.

      Oder ich verstehe deine Frage völlig falsch.
      13 2 Melden
    • Ketsch 30.11.2016 14:44
      Highlight Sorry, ich tubel. Wer lesen kann ist wahrlich bevorteilt im Leben^^

      Trotzdem wäre eine Gesamtstatistik ebenfalls interessant :-)
      55 2 Melden
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