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Roy Hodgson will England an die EM führen. Bild: DARREN STAPLES/REUTERS

5 Gründe, wieso die Schweiz im Vorteil ist

Roy Hodgson auf der Suche nach einer neuen Identität für England

Nach dem WM-Debakel haben langjährige Stammspieler der «Three Lions» aufgehört. Englands Nationalcoach Roy Hodgson muss nun ein neues Team aufbauen, dass endlich der notorischen Erfolgslosigkeit trotzen soll. Ein schwieriges Unterfangen.

07.09.14, 17:48

Die englische Presse ist nicht bekannt für einen sanften Umgang mit erfolglosen Zeitgenossen. Doch auch die gnadenlosesten Revolverblätter der Insel haben nach dem diesjährigen WM-Debakel von England nicht wie früher den Trainer und das Team mit markigen Worten zerpflückt, sondern eher mit Spott und Selbstironie auf das erneute Ausscheiden der «Three Lions» bei einem Grossevent reagiert.

Schliesslich kam das Aus in der schwierigen Gruppe mit Italien, Uruguay und Costa Rica für alle Beteiligten nicht aus heiterem Himmel, sondern ist nur die Fortsetzung der düsteren Bilanz der letzten Jahrzehnten.

Auch die englischen Fans sahen schon bedrohlicher aus. Bild: Best Photo/freshfocus

Die Schweiz hat sich morgen Montag in Basel nicht zu vor dem namhaften Gegner fürchten. Diese fünf Gründe sprechen für die Nati:

Norwegen

Apropos Gegner. Am Mittwoch testete England gegen Norwegen. Die Skandinavier verloren zwar durch ein Elfmeter-Tor von Wayne Rooney mit 0:1, mussten aber sonst nur noch ein mageres Schüsschen auf ihr Tor zulassen. 

Die «brillanten» Szenen der «Three Lions» der Partie sehen sie hier. Während der neue Kapitän Rooney wie die meisten seiner Mitspieler diskret blieb, konnten mit Raheem Sterling und Daniel Sturridge wenigstens zwei Engländer überzeugen.

Kein Durchkommen für Jordan Henderson. Bild: EDDIE KEOGH/REUTERS

Sturridge

Apropos Daniel Sturridge. Er wird in Basel aufgrund einer im Training erlittenen Obelschenkelverletzung nicht spielen können. Der Stürmer von Liverpool war zusammen mit Klubkollege Sterling bei der WM einer der wenigen Lichtblicke im Team.

Für viele Experten ist es immer noch unerklärlich, wieso ihn Chelseas Trainer José Mourinho vor eineinhalb Jahren dem Rivalen überliess. Mit 22 Toren hat der 25-Jährige grossen Anteil am Höhenflug der «Reds», die auf dem zweiten Platz in der Premier League landeten. 

Daniel Sturridge wird nicht spielen können. Bild: AFP

Ausländer

Apropos Premier League. Diese ist für viele Fussballfans die beste Meisterschaft der Welt, in der hohes Tempo mit Technik vereint wird. Dumm nur, dass es grösstenteils Ausländer sind, die für das Spektakel sorgen.

So werden jedes Jahr Spieler wie Angel Di Marià oder Mario Balotelli für grosses Geld eingekauft. Während der argentinische Edeltechniker und die italienische Skandalnudel wenigstens die Zuschauermassen begeistern, kommen die einheimischen Nachwuchsspieler aufgrund der Leistungsdichte nicht zu genügend Einsätzen und versinken in den unteren Ligen. Die Trainer in der Premier League sind fast gezwungen, ihre Spieler im Ausland zu finden.

Andy Carroll von West Ham United war Liverpool 2011 schlappe 50 Millionen Schweizer Franken wert. Ausser einem englischen Pass und zugegebenermassen exzellenten Kopfballspiel hatte der Stürmer jedoch nicht viel zu bieten. Bild: Sang Tan/AP/KEYSTONE

Trainer

Britischer Humor: Hauptdarsteller Roy Hodgson. VideO: YouTube/ Poo London

Apropos Trainer. Mit Roy Hodgson steht ein in der Schweiz altbekannter Mann an der Seitenlinie der Engländer. Von 1992 bis 1995 war er Nationaltrainer der Schweiz und hatte mit der WM Teilnahme 1994 sowie der erfolgreichen Qualifikation für die EM 1996 grossen Anteil an dem Aufstieg der SFV-Auswahl in die Fussball-Elite.

Roy Hodgson vor der WM 1994 mit Stephane Chapuisat. Bild: KEYSTONE

2012 stellte die FA etwas überraschend Hodgson als neuen Trainer der «Three Lions» vor. Favorit auf den Posten  bei den Medien und Fans war eigentlich Harry Redknapp, der nun sein grösster Kritiker ist. Nach dem WM-Debakel muss der 67-Jährige jetzt mit seinem Team einen guten Start hinlegen, um die englischen Fans  zufriedenzustellen.

Fans

Apropos Fans. Nur gerademal 40'181 Zuschauer verfolgten das letzte Testspiel gegen Norwegen, was einen neuen Minusrekord bedeutet. Der ganze obere Ring der Arena war komplett verwaist. Das Spiel in Basel wird hingegen ausverkauft sein. 35'000 Zuschauer werden im St.Jakob-Park sein. Aus England werden etwas mehr als 2000 Fans erwartet. 

Vor vier Jahren, damals ebenfalls in der EM-Qualifikation, war das Heimspiel gegen England (1:3) auch ausverkauft. Seither spielte die Schweizer Nati in Basel nie mehr vor vollen Tribünen. Zeit also, um sich beim Publikum zu bedanken. Am besten mit einem Sieg. 

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