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Bild: KEYSTONE

Fazit für die Schweiz: Hauptsache gewonnen. – Fazit für Andorra: Traumtor! 

Publiziert: 10.10.16, 22:56 Aktualisiert: 11.10.16, 06:47
Janick Wetterwald
Janick Wetterwald

Die Schweiz startet mit drei Siegen und damit so gut wie nie mehr seit 1994 in eine Ausscheidung. Beim 2:1 gegen den krassen Aussenseiter Andorra tut sich die SFV-Auswahl allerdings schwer. Darum auch das Fazit des Nati-Trainers nach dem Spiel:

«Das einzig Positive ist, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das war nicht genug heute.»

Nati-Trainer Vladimir Petkovic

Zum Spiel: Klar macht die Schweiz von Beginn weg Druck und will in Andorra früh in Führung gehen. Es dauert dann aber doch fast 20 Minuten, bis das erste Tor fällt. Admir Mehmedi wird im Strafraum gefällt (oder auch nicht ...) und Fabian Schär verwandelt den Penalty souverän.

Mehmedi fällt, Schär trifft

Video: streamable

Ist die Mauer von Andorra nun schon komplett durchbrochen? Nein! Die Schweiz hat zwar den Ball, doch wirklich grosse Torchancen erspielt sich das Team von Vladimir Petkovic nicht. Mit der knappen 1:0-Führung geht's in die Pause.

«Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird und wir haben Andorra ernst genommen.»

Fabian Schär, Torschütze zum 1:0

Nach der Pause kommt Nico Elvedi für Timm Klose auf den Kunstrasen. Der Norwich-Söldner hat sich am Sprunggelenk verletzt und fällt für unbestimmte Zeit aus. Was das Spiel anbelangt, bleibt es auch in der zweiten Halbzeit ein müder Kick. Einzig Haris Seferovic hatte kurz nach der Pause eine gute Torchance

Da hat unser Chef natürlich Zeit für solche Dinge

Hoffentlich sitzt Reto schon wieder auf seinem Platz, als der eingewechselte Denis Zakaria aus dem Zentrum Xherdan Shaqiri auf dem linken Flügel lanciert. Denn dessen Flanke wird zur perfekten Vorlage für Mehmedi, der zum 2:0 einköpft.

Zakari, Shaqiri, Mehmedi – 2:0

Video: streamable

Damit ist der Deckel drauf auf diesem schwerfälligen Spiel, oder? Nicht ganz – einer hat noch etwas gegen das 2:0 auf der Anzeigetafel. Alexandre Martinez haut das Leder kurz vor Schluss nach einem Auskick seines Torhüters mit voller Wucht wunderschön in die Maschen. 

Traumtor von Andorra!

Video: streamable

Danach muss Roman Bürki im Tor der Schweiz sogar noch einen gefährlichen Freistoss festhalten, bevor der knappe Pflichtsieg im Trockenen ist. 

«Ein Sonntagsschuss kann es eben immer geben. Wir haben 9 Punkte aus 3 Spielen, das ist gut.»

Admir Mehmedi, Toschütze zum 2:0

«Das Gegentor dürfen wir nicht zu ernst nehmen. Wichtig sind die drei Punkte.»

Roman Bürki

Nach drei Runden liegt die SFV-Auswahl in der Gruppe B mit dem Punktemaximum von neun Punkten an der Tabellenspitze. Die nächste Partie bestreitet die Schweiz am 13. November in Luzern gegen die Färöer-Inseln.

Telegramm

Andorra - Schweiz 1:2 (0:1)
Estadi Nacional, Andorra la Vella
SR Beaton (SCO) – 2000 Zuschauer
Tore: 19. Schär (Foulpenalty/Mehmedi) 0:1. 77. Mehmedi (Shaqiri) 0:2. 90. Alex Martinez 1:2.
Andorra: Gomes; Chus Rubio, Emili Garcia, Lima, Llovera, San Nicolas; Victor Rodriguez, Vales, Clemente (73. Martinez); Vieira (80. Cristian Martinez), Pujol (84. Riera).
Schweiz: Bürki; Lang, Schär, Klose (46. Elvedi), Rodriguez; Gelson Fernandes (66. Zakaria), Xhaka; Shaqiri (79. Stocker), Embolo, Mehmedi; Seferovic.
Bemerkungen: Andorra ohne Rebes, Jordi Rubio (beide gesperrt), Schweiz ohne Behrami (gesperrt), Djourou, Derdiyok, Frei, Zuffi (alle verletzt).
Verwarnungen: 19. Lima. 45. Chus Rubio (beide Foul). 50. Vieira (Unsportlichkeit). 50. Schär (Unsportlichkeit). 92. Lang (Foul). (sda)

Tabelle

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  • Luca Brasi 11.10.2016 10:27
    Highlight Hauptsache gewonnen? Ist das der Anspruch eines WM- und EM-Achtelfinalisten mit langer Fussballtradition gegen -bei allem Respekt- einen Gegner, der diesen Sport grösstenteils nicht professionell betreibt und seinen Lebensunterhalt mit anderer Arbeit bestreitet? Tönt nach Genügsamkeit und fehlendem Ehrgeiz. Ein Sieg ist ein Sieg, aber das "wie" sollte keinesfalls beschönigt werden und die Spieler in die Verantwortung gezogen werden. Gerade die "2. Garde" sollte ein solches Spiel nutzen um sich in die Startaufstellung zu spielen. Was für ein Massstab will denn der Schweizer Fussball haben?
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  • Tobias K. 11.10.2016 00:24
    Highlight Grottenkick mal wieder. Aber nichts neues wenn unsere Jungs als Favoriten gelten. Hauptsache den 3er eingefahren.
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  • Dä Brändon 11.10.2016 00:18
    Highlight Katastrophal!
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  • DJ_Terror 10.10.2016 23:36
    Highlight Die Tordifferenz kann noch zum Verhängnis werden daher dürfte der Auftritt eher schaden falls man in Portugal im letzten Spiel noch verlieren sollte und es dann Punktgleichheit gibt. Denn es zählt die TD zuerst. Bei so einem Fall müssen wir in die Barragge da könnten vielleicht grössere Kaliber warten. Daher sollte man alle Spiele gewinnen die anstehen. Man hat noch schwache Gegner bis zum letzten Spiel in Portugal. Daher muss man minimum einen Punkt holen in Portugal. Deswegen sollte das Ergebnis kritisch gesehen werden.
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    • DJ_Terror 11.10.2016 00:00
      Highlight Entschuldigung, Ungarn ist kein Schwacher Gegner gegen die wird man zum 2 mal Spielen zuhause. Dennoch ist es Pflicht gegen sie zu gewinnen wenn man sich direkt Qualifizieren will.
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    • Jol Bear 11.10.2016 00:45
      Highlight Ich würde darauf wetten, dass sowohl die Schweiz als auch Portugal (auch neben der Direktbegegnung in Portugal) noch Punkte liegen lassen.
      17 0 Melden
    • exeswiss 11.10.2016 02:12
      Highlight man bedenke aber, portugal hat gegen ungarn noch nicht gewonnen! an der euro haben sie auch "nur" 3:3 gegen sie gespielt.
      6 0 Melden
    • Posersalami 11.10.2016 02:23
      Highlight Und wer sagt, dass Portugal nicht noch irgendwo ein paar Punkte liegen lässt?
      Hauptsache 3 Punkte und Tabellenführer! Ich bin zufrieden!
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    • Amboss 11.10.2016 07:58
      Highlight @DJ: Natürlich war das Spiel gestern nicht schön anzusehen. Aber hey: 3 Punkte, 9 Punkte total, die direkten Konkurrenten zweimal besiegt, was willst du mehr?

      Wenn am Schluss das Torverhältnis entscheidend wird, ja, dann kann man sich dann immer noch ärgern. Und sagen: "Ja, der DJ hats ja gesagt"

      Bis dahin ist es aber noch lang und es kann noch viel passieren - in alle Richtungen.
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«4 Spiele, 4 Siege – es geht mir bestens»: Petkovic und Nati mit Sieg und Rekord ins 2017

Überragend war es nicht, aber gereicht hat es locker: Die Schweiz besiegt die Färöer-Inseln in Luzern mit 2:0 und behält ihre weisse Weste in der WM-Qualifikation. Nie zuvor holte die Nati vier Siege zum Auftakt in eine WM-Quali.

>>> Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen!

«Vier Spiele, zwölf Punkte – ich fühle mich bestens. Wir haben den Sieg heute verdient. Wir hätten am Anfang schon ein bis zwei Tore mehr schiessen können. Aber am Ende ist das Resultat mehr als nur verdient.» Vladimir Petkovic war die Erleichterung nach der Partie anzusehen. Man hätte nicht erwarten können, dass die Nati so in die WM-Kampagne startet.

Petkovic will aber auch nicht abheben: «In vier Monaten fangen wir wieder von Null an, der …

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