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Super League: Basel vorne weg, im Mittelfeld und hinten ist es eng. bild: keystone/watson

Basel, Verfolgertrio, Abstiegskampf – drei Klassen in der Super League

Die Super League erhält immer klarere Konturen. Zwei Runden vor der Winterpause hat sich die Tabelle in drei Gruppen aufgeteilt. Meister Basel marschiert vorne weg, drei Teams bilden das Verfolgertrio auf den europäischen Plätzen und der grosse Rest der Liga steckt im Abstiegskampf.

Publiziert: 28.11.16, 07:33 Aktualisiert: 28.11.16, 16:02
Janick Wetterwald
Janick Wetterwald

Die 16. Runde der Super League hat die Tabelle in eine Dreiklassengesellschaft verwandelt. Der Serienmeister aus Basel hat bereits wieder satte 15 Punkte Vorsprung auf den ersten «Verfolger» und ist in dieser Saison noch ungeschlagen.

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Das Verfolgertrio wird angeführt von den Hauptstädtern. YB hat mit dem Last-Minute-Sieg bei Lausanne eine Serie der Ungeschlagenheit ausgebaut. Seit zehn Spielen haben die Berner nicht mehr verloren, dabei konnten in den letzten fünf Spielen vier Siege gefeiert werden. Ebenfalls im Aufwind ist der FC Luzern, der punktgleich mit Sion hinter YB liegt.

GC ist aktuell mittendrin im Abstiegssumpf. Bild: KEYSTONE

Sehr eng geht es aktuell in der unteren Hälfte der Tabelle zu und her. GC auf dem fünften Platz liegt nur drei Punkte vor Schlusslicht Vaduz. Wir schauen uns die drei Klassen etwas genauer an.

Basel zieht davon

Es war gestern wieder einmal so wie oft in Spielen des FC Basel. Sion ist im heimischen Tourbillon die bessere Mannschaft, doch am Ende klaut der Ligakrösus die drei Punkte. Zuerst steht Marc Janko bei seinem Siegtreffer zum 2:1 im Offside. Das Schiedsrichter-Gespann um Nikolaj Hänni gibt das Tor.

Marc Janko profitiert bei seinem Tor von einer Offsideposition. Video: streamable

Kurz vor Schluss übersehen Hänni und seine Assistenten auch noch ein Handspiel von Renato Steffen im eigenen Strafraum. So entschied der FC Basel das Spiel für sich und zieht in der Tabelle weiter davon. Das Fazit von Sion-Verteidiger Elsad Zverotic:

«Langsam macht es keinen Spass mehr.»

Elsad Zverotic, FC Sion

Nun haben die Basler zwei Tage Zeit, sich zu erholen. Fischer hat das nächste Training erst auf Mittwoch angesetzt. Ein Luxus, den sich der FC Basel leisten kann, aufgrund des beeindruckenden Vorsprung von 15 Punkten nach 16 Runden.

Wäre eine gute Idee.

Während die Konkurrenz inkonstant ist, duselt sich der FCB oftmals irgendwie zum Sieg und marschiert so unangefochten zum achten Meistertitel in Serie. 

Das Verfolgertrio 

Bei den Young Boys ist man froh, dass Guillaume Hoarau nach seiner Verletzung wieder zurück ist.

Der Franzose hat seit seiner Rückkehr in sechs Spielen sechs Tore erzielt und die Berner haben kein Spiel mehr verloren. Zuletzt sicherte der grosse Stürmer seinem Team mit dem Siegtreffer kurz vor Schluss in Lausanne drei wichtige Punkte. 

Hoarau ist bei YB in Topform. Video: streamable

Sowieso haben sich die Hauptstädter nach durchzogenem Start etwas gefangen. Seit der letzten Runde in der Europa League ist zudem klar, dass YB sich in der Rückrunde voll und ganz auf die Meisterschaft und den Cup konzentrieren kann. Gerade im Cup sollte der Einzug in den Halbfinal gegen Winterthur möglich sein. Und wer weiss: Vielleicht ist ja die titellose Zeit in Bern im nächsten Jahr vorbei.

Auf und Ab mit Sion und Luzern

Hinter YB befinden sich punktgleich auf den Plätzen 3 und 4 der FC Sion und der FC Luzern. Beide Mannschaften haben bisher ein Auf und Ab erlebt in der Super League. 

Der FC Sion in der Super League 2016/17. transfermarkt.ch

Im Wallis ging der Saisonstart total in die Hose. Aus den ersten fünf Spielen resultierten vier Niederlagen. Danach übernahm Peter Zeidler das Traineramt von Didier Tholot und brachte Sion zurück in die Erfolgsspur.

Er reihte neun Spiele ohne Niederlage aneinander. Sinnbild für den Aufschwung war nebem dem neuen Trainer auch Verteidiger Reto Ziegler, der dank seinen Standardtoren zwischenzeitlich sogar Leader in der Torjägerliste war.

Zuletzt gab es zwar gegen YB und Basel zwei knappe Niederlagen. Doch der FC Sion wirkt gefestigt und wird sich oben festbeissen.

Peter Zeidler und der FC Sion, das funktioniert. Bild: KEYSTONE

In Luzern war die Euphorie nach dem starken Saisonstart gross. Vier Siege aus den ersten fünf Partien standen zu Buche. Doch die fast schon übliche Baisse in der Innerschweiz blieb nicht aus. Es folgten sechs Spiele mit fünf Pleiten und einem Remis. 

Der FC Luzern in der Super League 2016/17.

Zuletzt fand das Team von Markus Babbel aber wieder zum Erfolg zurück und holte aus den letzten fünf Matches 13 Punkte. Der FCL kann auch in dieser Saison auf die Tore von Topskorer Marco Schneuwly (10 Treffer) zählen. 

Marco Schneuwly ist zusammen mit Hoarau der beste Torschütze der Liga. Bild: freshfocus

An den letzten zwei knappen Siegen gegen Lugano und Thun waren aber Oldie Tomislav Puljic und Youngster Filip Ugrinic massgebend beteiligt. Letzterer steht symbolisch dafür, wie Babbel in Luzern versucht, wieder mehr auf die jungen Talente zu setzen.

Ecke Ugrinic, Tor Puljic. Video: streamable

Dazu kommen mit Ricardo Costa und Francisco Rodriguez zwei gute Neuzuzüge, die auch einen gesunden Kampf um die Stammplätze gewährleisten und am Samstag mit Assist und Tor für den Siegtreffer gegen Thun verantwortlich waren.

Die schöne FCL-Kombi wird von Costa und Rodriguez versüsst. Video: streamable

Es ist eng am Tabellenende

Die Grasshoppers belegen aktuell den fünften Platz in der Zehner-Liga. Ein gemütlicher Mittelfeldplatz? Denkste! 

Ganz schön eng da unten! srf

Das schwächelnde GC ist nun seit sechs Spielen sieglos und der Vorsprung auf Schlusslicht Vaduz beträgt mickrige drei Punkte. Dazwischen tummeln sich St.Gallen, Lausanne, Lugano und Thun. Gerade die Ostschweizer haben sich etwas gefangen und freuen sich bereits auf die Rückrunde, wenn Tranquillo Barnetta wieder im Dress des FCSG aufläuft.

Überraschungs-Team Lausanne ist zurück in der Realität und wird am Ende wohl froh sein, zu Beginn der Saison so viele Punkte gesammelt zu haben.

Lausanne steckt nach gutem Start auch wieder unten drin. Bild: KEYSTONE

Im Tessinern ist wohl schon seit längerem der Winterblues eingezogen. Nach ansprechendem Start wartet Lugano seit acht Spielen auf einen Sieg und die letzten vier Spiele gingen alle verloren. Thun kennt die Situation dort unten, muss sich jetzt aber auch noch mit den aktuellen Geldsorgen rumschlagen. Etwas mehr Erfolg im sportlichen Bereich würde da sicher nicht schaden.

Immerhin schein die Aktion zu fruchten.

Auch wenn sich GC wohl über längere Dauer nicht in den Sumpf ziehen lässt, verspricht der Abstiegskampf schon jetzt viel Spannung. Entscheidend wird wohl auch die Winterpause sein, wo punktuell noch Verstärkungen auf dem Transfermarkt gesucht werden können. Die Mittel sind zwar beschränkt. Aber letzte Saison hat der Wechsel von Armando Sadiku vom FCZ zu Vaduz gezeigt, was möglich ist. 

Bald ist Winterpause

Noch zwei Runden stehen in der Super League an, bis die Winterpause Einzug hält. Zumindest an einem grossen Vorsprung des FC Basel wird sich nichts mehr ändern. Am nächsten Wochenende kommt es zum Spitzenduell gegen YB. Da wird sich zeigen, ob das Team von Adi Hütter wirklich noch ein ernsthafter Konkurrent um die Meisterschaft ist, oder ob der FCB die Champagnerflaschen über den Winter kaltstellen kann. 

Im ersten Duell gewann der FC Basel in Bern klar mit 3:0. Bild: KEYSTONE

Im Verfolgertrio kommt es in der letzten Runde vor dem Unterbruch noch zum Direktduell zwischen Luzern und Sion. Ein sehr wichtiges Spiel für beide Mannschaften, denn sowohl im Wallis wie in der Zentralschweiz ist für das Gemüt ein Sieg zum Abschluss viel wert.

Bild: KEYSTONE

Dazu gibt es im geräumigen Tabellenkeller noch vier direkte Aufeinandertreffen, wo die Weichen gestellt werden für die Rückrunde. Die letzten beiden Runden in der Super League vor der Winterpause: 

Am nächsten Wochenende.

Am übernächsten Wochenende.

Das Titelrennen bietet in der Schweiz wenig bis gar keine Spannung. Doch der Kampf um die Plätze für die europäischen Wettbewerbe und der Abstiegskampf sind in vollem Gang.

Der Blick zurück: So sah der Schweizer Fussball früher aus

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
12 Kommentare anzeigen
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  • Samsonwaitshere 28.11.2016 09:45
    Highlight Mich würde interessieren, wie die Tabelle aussehen würde, wenn die Liga den Punktemodus aus dem Eishockey übernemen würde. Dann würden sich die Verfolger nicht ständig mit unentschiedenen Spielen Punkte klauen.
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  • John_Doe 28.11.2016 08:01
    Highlight Ich gebe Zverotic recht: langsam machts keinen Spass mehr. Nur meine ich das ewige Gejammer und dümmliche Geschreibsel. Ja, Janko mag hauchdünn im Abseits gestanden sein. Zu diesem Schluss mag kommen, wer die Super SloMo konsultiert hat. Kann der Assistenbhalt nicht. Und dass Steffen vor dem Handspiel in den Rücken gestossen wird? Geschenkt. Hauptsache die Vorurteile sind zementiert und ein anderer ist schuld. Nur: so wird das nichts. Niederlage analysieren, härter trainieren und nächstes Mal wieder 90 Min Vollgas geben. Fragt den Zeidler; dessen Einstellung lob ich mir.
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    • Duscholux 28.11.2016 09:45
      Highlight Ist halt schon bitter wenn man zwei Spieltage hintereinander gegen die 2 ärgsten Konkurrenten die bessere Mannschaft ist, aber dann doch wegen Schiedsrichterfehlentscheide verliert.
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    • EinePrieseR 28.11.2016 13:33
      Highlight @Duscholux: Die Schiedsrichter haben nicht falsch entschieden. Beim Abseits: Bis der Blick vom Linienrichter vom Ball auf die Abseitsstellung gerichtet ist, vergeht ein kurzer Moment. Genau in dem Moment steht Janko aber nicht mehr im Abseits und somit hat er richtig entshieden. Beim Penalty: Weder Schiri noch der Linienrichter konnten die Hand sehen (auch im TV erst in der Wiederholung mit Zeitlupe sichtbar). Warum hätte er also Penalty pfeifen sollen? Entscheidend ist doch nicht was die TV Bilder zeigen, sondern was die Schiris auf dem Platz sehen können. Darum: Alles richtig entschieden
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    • Duscholux 28.11.2016 15:41
      Highlight Fakt ist: es wurden "vergehen" nicht geandet. Mir ist da eigentlich egal ob der Schiedsrichter es nicht gesehen hat. Hätte da gerne einen weiteren Schiri der die TV Bilder vor sich hat.
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    • EinePrieseR 29.11.2016 08:42
      Highlight Das ist doch das schöne am Fussball. Das nicht immer alles perfekt läuft. Es gibt strittige Szenen über die man diskutieren kann und bei denen Emotionen geweckt werden. Das macht den Fussball aus. Auch seine Einfachheit. Das muss man nicht mit TV Bildern kaputt machen.
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  • Luca Brasi 28.11.2016 08:01
    Highlight Wobei man vielleicht aber auch erwähnen kann, dass teils die Schiedsrichterleistungen miserabel sind bei gewissen Herren. Positiv dabei ist das es alle trifft, aber mich würde es noch wundern wie die Tabelle mit etwas besserer Schirileistung aussehen würde.

    PS: Eigentlich sind die Berner keine Hauptstädter sondern Bundesstädter, denn die Schweiz hat laut Verfassung eigentlich gar keine Hauptstadt. *überflüssiges Wissen und Klugscheissermodus aus* ;)
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    • TschGadEis 28.11.2016 08:23
      Highlight Das Magazin Zwölf hat dies mal versucht zu untersuchen:
      http://www.zwoelf.ch/fehlentscheide/

      (wurde btw auch von mehreren Medien inkl. watson aufgegriffen)
      22 1 Melden
    • John_Doe 28.11.2016 09:40
      Highlight Das sind natürlich spannende Planspiele und eine tolle Basis für Stammtischdiskussionen. Einerseits bin ich erleichtert (und fühle mich in meiner Meinubg bestätigt), dass der FCB trotzdem Meister würde. Anderseits sind die SRF-Zusammenfassungen eine denkbar schlechte Datengrundlage. Da sind gar nicht alle relevanten Stenen drin. Sei es aus Zeitgründen oder aber (Achtung Verschwörungstheorie) aufgrund der latent tendenziösen Berichterstattung des Zürcher Haussenders...
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    • Slypher 28.11.2016 12:12
      Highlight @Duscholux
      Man vergesse genehmerweise die 2:3 Niederlage gegen Gc während welcher Embolo kurz vor Schluss im Strafraum von den Beinen geholt wurde. War egal, Basel wurde trotzdem Meister und das nicht weil sie so gut sind sondern weil die Konkurrenz so schlecht ist! Blitze ahoi!
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    • TschGadEis 28.11.2016 12:25
      Highlight Das ist korrekt. Jedoch gibt es kaum eine Alternative, die für die Journalisten/Forscher zumutbar bzw machbar ist.
      3 0 Melden
    • Luca Brasi 28.11.2016 12:50
      Highlight Ich sage es mal so: Wenn man in verschiedenen Fankreisen nach schlechten Schiris fragt, fallen oft die gleichen Namen, während andere kaum bemerkt werden (was ja eigentlich wohl für sie spricht). Ich habe einfach das Gefühl, dass die Qualität der Schweizer Schiedsrichter etwas nachgelassen hat. Man sieht sie auch weniger bei internationalen Spielen.
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