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Der «Büffel» Michael Essien wird in Australien auch von der Liga subventioniert. Bild: ALESSANDRO GAROFALO/REUTERS

Profi-Liga gibt Klubs Geld für Fussballstars – wenn diese sich vermarkten lassen

Australiens A-League fristet noch immer ein Schattendasein. Die Liga entwickelte sich in den letzten Jahren zwar massiv, aber reizvoll ist sie für (grosse) Sponsoren noch nicht. Vor allem nicht im Vergleich mit den Profi-Ligen in den USA oder China. Das soll sich ändern.

Publiziert: 17.09.16, 09:54 Aktualisiert: 17.09.16, 11:31

Die australische Fussball-Liga erlebt – trotz der grossen nationalen Konkurrenz durch Rugby und auch Cricket – einen Aufschwung. Die zehn Klubs wirtschaften immer besser, die Zuschauer kommen in die Stadien und mit Alessandro Del Piero oder David Villa liessen sich auch schon grosse Namen für ihren Karriereherbst von Down Under überzeugen.

Die Liga soll weiter wachsen – vor allem auch in der internationalen Anerkennung. Darum erliess der nationale Verband auf diese Saison hin (Start im Oktober) eine neue Regelung. Neben dem herrschenden Salary Cap (1,73 Millionen Euro für ein Kader mit 23 Spielern) und zwei Marquee Players, welche ausserhalb dieser Grenzen verpflichtet werden können, existiert ab dieser Spielzeit die Möglichkeit für einen «Full Season Guest Marquee Player».

Die australische Liga (hier Spieler von Melbourne City) will in Zukunft nicht mehr nur «Namenlose» wie diese drei hier anziehen. Bild: Getty Images AsiaPac

Das spezielle an diesem «Guest Marquee Player»: Die Liga muss ihn als solchen qualifizieren und bewilligen. Dabei wird nicht nur auf sportliche Fähigkeiten geachtet, sondern vor allem auch, wie sich der Spieler vermarkten lässt. Wird jemand als gut, bekannt und werbewirksam genug eingestuft, darf sich der verpflichtende Verein aus einem Fonds der Liga bedienen, um diesen teilweise zu bezahlen.

Kurz: Die Liga zahlt den Klubs Spieler – sofern diese die Attraktivität der Liga steigern.

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Cahill ist schon da, Essien im Anflug

Der Verband erklärt sich in einem Statement: «Mit dem Wachstum der A-League hat sich auch der Standard des Spiels drastisch gesteigert. Wir sind überzeugt, dass die Einführung dieser Massnahme für weiteres Wachstum, aber auch Marktfähigkeit und Sichtbarkeit der Liga sorgen wird.»

Tim Cahill: Australiens Star ist der erste Liga-subventionierte Spieler der Welt. Bild: EPA/AAP

Bisher konnte nur ein Team einen solchen Spieler engagieren: Melbourne City FC verpflichtete den australischen Star Tim Cahill. Stadtrivale Melbourne Victory hat jetzt aber gemäss dem «Guardian» einen nächsten dicken Fisch an der Angel: Michael Essien. Der Ghanaer (ex Chelsea, Milan) wurde von der Liga bereits bewilligt. Die Verpflichtung des aktuell vereinslosen 33-Jährigen stehe kurz bevor.

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Diamanti ist nicht Star genug

Andere Klubs bemühten sich zuletzt um die Dienste von Miroslav Klose oder Kevin Kuranyi. Beide würden die Kriterien für «gut, bekannt und werbewirksam» auch erfüllen. Allerdings dürften beide Karrieren nicht auf dem roten Kontinenten enden. Und jeder, der mal irgendwo Nationalspieler war, wird auch nicht einfach akzeptiert. Der Italiener Alessandro Diamanti beispielsweise weckte das Interesse von Brisbane Roar. Die Liga entschied aber: Nicht vermarktbar genug. 

Alessandro Diamanti (l.): Werbe-technisch zu schwach für Australien, jetzt spielt er halt in Italien bei Palermo, dort entscheidet (nur) fussballerisches Können. Bild: EPA/ANSA

So sind drei Wochen vor dem Saisonstart noch immer neun der zehn Klubs auf der Suche nach einem «Guest Marquee Player». Allerdings wird längst bezweifelt, ob mit der Massnahme alternde Stars kommen werden. Spieler wie Hulk, Jackson Martinez, Steven Gerrard, Andrea Pirlo, Kaka, Didier Drogba oder Frank Lampard verdienen in den USA respektive China einfach zu viel, als dass Australien eine Option wäre. Denn so finanzstark sind die Klubs in Ozeanien noch nicht, um da mithalten zu können.

Wenn die Australier dann ihre Liga zu gut vermarkten, könnte es so enden:

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  • Deverol 17.09.2016 13:28
    Highlight Salary Cap von 1,73 Millionen Euro für das GANZE Kader? Seid ihr sicher, dass dem so ist? Das wären ja gerade mal 75'000 pro Spieler.
    5 0 Melden
    • Sandro Zappella 17.09.2016 13:40
      Highlight "The Hyundai A-League Salary Cap is $2.60 million for the 2015/16 Season. Clubs must spend at least the Salary Floor which is $2.275m (representing 87.5% of the Salary Cap)"

      Umgerechnet sind dass dann die 1,73 Millionen Euro.

      Hier der Link mit mehr Details: http://www.a-league.com.au/about
      7 0 Melden
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  • Luca Brasi 17.09.2016 10:37
    Highlight Bei David Silva war die Überzeugung nicht sonderlich gross. Er spielte nur für Melbourne City, weil die zur City Group (u.a. ManCity, und New York City FC) gehören. Er sollte dort für gerade einmal 10 Spiele zur Verfügung stehen und wurde schon nach 4 Spielen nach New York geholt. ;)
    10 2 Melden
    • Sandro Zappella 17.09.2016 11:34
      Highlight Noch etwas müde am Samstagmorgen Signore Brasi? :)
      12 0 Melden
    • Luca Brasi 17.09.2016 13:04
      Highlight Autsch. Diese verfluchten Davids aus Spanien. Und haben die noch die gleiche Anzahl Buchstaben und dann noch fast die gleichen.😰
      PS: Samstagmorgen plus die ganze Nacht von einer Mücke genervt worden, die nun aber das Zeitliche gesegnet hat.
      8 0 Melden
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