Sport

Gerardo Bedoya – auch als «das Biest» bekannt – war einer der härtesten Fussballer der Welt. Jetzt ist er Trainer. Und macht genauso weiter.
Bild: Bolsa Contenido

Der Rekordhalter mit 46 Roten Karten ist jetzt Trainer – und fliegt nach 20 Minuten vom Platz

Gerardo Bedoya galt während seiner 17-jährigen Fussballer-Karriere als Bad Boy. 46 Mal flog der Kolumbianer vom Platz. Jetzt ist er Assistenztrainer – und muss gleich bei seinem Debüt nach 20 Minuten auf die Tribüne.

24.03.16, 12:01 24.03.16, 15:38

Der kolumbianische Verein Santa Fe Independiente verpflichtete am Montag ein neues Trainergespann. Alexis Garcia übernahm als Trainer, zu seinen Assistenten gehören Carlos Valencia, Javier Arango und Gerardo Bedoya. Hellhörig wird man in unseren Breitengraden vielleicht beim letzten Namen. Denn Bedoya hält einen traurigen Rekord: Er ist der Spieler mit den meisten Roten Karten. Deren 46. 

Der defenisive Mittelfeldspieler gilt als einer der härtesten Spieler der Geschichte. Kicken konnte er allerdings nicht nur des Gegners Beine, sondern auch den Ball. 49-mal lief Bedoya für Kolumbien auf, von 2001 bis 2006 war er Stammspieler der Nationalmannschaft und feierte unter anderem den Gewinn der Copa America 2001. Im Klubfussball lief er in seiner Heimat Kolumbien sowie auch in Argentinien und Mexiko auf. 14 Vereinswechsel vollzog das Raubein.

Hier kommt er geflogen: Gerardo Bedoya im Nati-Spiel 2010 gegen Venezuela.
Bild: AP

Oft halt auch, weil seine ständigen Aussetzer auf dem Platz einfach nicht zu akzeptieren waren. Einmal wurde Bedoya 15 Partien gesperrt (41. Rote Karte). In den Farben von Santa Fe schlug er 2012 im Derby gegen die Millonarios Gegenspieler Jhonny Ramirez erst den Ellbogen ins Gesicht und trat den am Boden liegenden Gegner danach noch an den Kopf:

Die vermutlich brutalste der 46 Roten Karten gegen Gerardo Bedoya.
YouTube/Cajamarca Global

Kein Wunder nannte man ihn auch einfach «das Biest». Acht Rote Karten kassierte Bedoya alleine während seiner aktiven Zeit bei Santa Fe. Im letzten Jahr beendet er seine Karriere.

Damit genug des Rückblicks. Kommen wir zurück in die Gegenwart. Gestern spielte dieses Santa Fe gegen Atlético Junior. Und Bedoya sah beim Debüt als Assistenztrainer auf der Bank in der 7. Minute das 1:0 seiner Mannschaft. Doch nur drei Minuten später glich Vladimir Hernandez zum 1:1 aus:

Das fragliche 1:1, welches der Ursprung von Bedoyas Platzverweis war.
streamable

Alles korrekt, wie im Video klar ersichtlich. Doch die Santa-Fe-Bank sah dies natürlich anders. Abseits soll es gewesen sein. Und wie es sich für den südamerikanischen Fussball gehört, schrie und tobte der ganze Staff. Die Reklamationen nützten natürlich nichts, so dass – wie es sich in Südamerika ebenfalls gehört – sich die Beteiligten schnell wieder beruhigten.

Ausser Gerardo Bedoya.

Dieser motzte in den folgenden Minuten immer wieder auf Linienrichter Wilmar Navarro ein. Bis dieser nach zehn Minuten genug hatte. Er rief den Schiedsrichter und dieser schickte Bedoya in der 20. Minute auf die Tribüne.

Gerardo Bedoya (in roter Jacke unter der Spielerbank) muss in der 20. Minute auf die Tribüne.

Damit steht Bedoya jetzt bei 47 Platzverweisen. Und neu hält er nicht mehr nur den Rekord für die meisten Platzverweise, sondern auch denjenigen für den schnellsten Ausschluss eines Trainers in der Geschichte. Santa Fe siegte übrigens 3:2.

Da ging es auch mit mittelamerikanischem Temperament zur Sache: Das skandalöse Gold-Cup-Halbfinale zwischen Mexiko und Panama

Rekorde rund um Fussball

Nicht blinzeln, sonst verpasst du die schnellsten Tore der Fussball-Geschichte

Die Sprintraketen der Fussballwelt: Ronaldo ist vor Messi – den Zweitschnellsten kennst du nicht mal

Nach Reals Stängeli: Da schepperts in der Bude – das sind die höchsten Siege in Europas Ligen

26.12.1963: 10 Spiele, 66 Tore – ein Hattrick in dreieinhalb Minuten krönt die unfassbare Torflut am Boxing Day

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
5Alle Kommentare anzeigen
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Der Artikelleser 24.03.2016 14:01
    Highlight Der wäre wohl im Eishockey besser aufgehoben gewesen als im Fussball.
    11 2 Melden
  • Launedernatur 24.03.2016 12:40
    Highlight Puh, vielleicht sollte man in dieser Liga die Spieler auf Koks testen. Auch wenns Kolumbien ist. Abartig aggressiv.
    7 1 Melden
  • Fumo 24.03.2016 12:21
    Highlight "Damit steht Bedoya jetzt bei 47 Roten Karten."

    So wo sind jetzt diejenigen die letztens behaupteten das Trainer keine Karten bekommen? ;)
    Aber was verstehe ich schon von Fussball, nicht wahr...
    0 4 Melden
    • Rheinpfeil 24.03.2016 14:19
      Highlight Damit steht er natürlich nicht bei 47 roten Karten, sondern allenfalls bei 47 Platzverweisen. Trainer bekommen in der Tat keine Karten vor die Nase gehalten. Schlampig formuliert vom Watson-Schreiber
      10 2 Melden

Wie sahen die denn aus? Die ersten Websites unserer Fussball- und Eishockeyklubs

Als das Internet Ende der 90er-Jahre langsam aber sicher die Welt erobert, sind dort auch Schweizer Sportklubs früh vertreten. Ein nostalgischer Blick zurück, wie das damals aussah und was angeboten wurde.

1996 waren die Zürcher schon im Internet vertreten. So sah das damals aus:

1997 war der FCB noch nicht der Serienmeister von heute und Pyro war nicht verpönt. So sah die Einstiegsseite aus:

FCB-Präsident René C. Jäggi erkannte die Wichtigkeit des Internets und der Kommunikation mit den Fans schon früh:

Der FCZ ist im Dezember 1996 im Hoch: Er hat sich für die Finalrunde qualifiziert. Wir feiern mit den Zürchern und rufen ebenfalls «Hura!»

1996 werben unter anderem die Swissair und Radio Z auf der …

Artikel lesen