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Vier Pflichtspiele, vier Tore: Haris Seferovic hat sich in Lissabon schnell etabliert. Bild: EPA/LUSA

Seferovic trifft und trifft – und jagt den Rekord von Benfica-Legende Eusebio

Natistürmer Haris Seferovic ist in Hochform. Am Wochenende hat er sich auch im vierten Pflichtspiel für seinen neuen Klub Benfica Lissabon in der Torschützenliste eingetragen. Schön für die Schweiz, dass er sich ans Toreschiessen in Portugal gewöhnt.

21.08.17, 15:42

467 Tore erzielte der sagenhafte Eusebio für Benfica Lissabon. Ganz so viele wie der Klub-Rekordtorschütze wird Haris Seferovic wohl nicht erzielen. Aber der 25-jährige Schweizer Nationalspieler ist drauf und dran, eine Bestmarke des «Schwarzen Panthers» einzustellen. Das ist dann der Fall, wenn Seferovic auch in seinem fünften Pflichtspiel für Benfica hintereinander trifft (nebst Eusebio schaffte das gemäss der Zeitung «A Bola» vor sechs Jahren auch der Spanier Nolito).

Aber selbst wenn Haris Seferovic diesen Rekord verpassen sollte – der Einstand in Portugal ist ihm auf alle Fälle geglückt. Ein Tor erzielte er im Supercup, drei Tore in den ersten drei Meisterschaftsspielen. Benfica hat alle diese Partien gewonnen. Besonders wertvoll war Seferovics Treffer in der 2. Runde der Liga NOS, als er bei GD Chaves in der Nachspielzeit zum 1:0-Sieg traf. 

Ein Schritt schneller als sein Bewacher: Seferovic beschert Benfica drei Punkte gegen Chaves. Video: streamable

Klar, dass es dem Mann aus Sursee in Lissabon gefällt. Er lobt nicht nur die Begeisterung der Fans und das eindrückliche Estadio da Luz. Gegenüber dem Schweizerischen Fussballverband hebt er auch seine Mitspieler hervor. «Das Team ist ein echtes Team, es gibt keine Stars oder gar Egoisten», urteilt Seferovic. Der Teamgeist sei sensationell. «Es zählt für alle nur der Erfolg. Egal, ob Testspiel oder Supercup: Das Team will immer gewinnen. Nur gewinnen. Der Erfolg der Mannschaft, des Klubs, steht bei jedem an erster Stelle.»

Achter Klub in acht Jahren

Seferovic spielt bei Benfica beim nationalen Rekordmeister; etwas, was er zuletzt als blutjunges Talent bei GC gemacht hat. Danach verlief die Karriere des U17-Weltmeisters – er schoss im Final das Siegtor gegen Nigeria – nicht ganz so wie erhofft. Seferovic wechselte früh zur Fiorentina, er konnte sich aber nicht durchsetzen. Es folgten Ausleihen zu Xamax, Lecce und Novara. Dort traf der Stürmer oft: zehn Mal in 18 Serie-B-Partien. Genug, um Real Sociedad von einem Transfer zu überzeugen.

Aber in San Sebastian wurde er nicht glücklich. Schon nach einer Saison wechselte er erneut das Land, spielte ab dem Sommer 2014 für Eintracht Frankfurt. Diese verliess er im Sommer nach Ablauf seines Drei-Jahres-Vertrags.

Unvergessen: Die U17-Nati wird 2009 Weltmeister

«Mein Wechsel hatte sich schon länger abgezeichnet», sagt Seferovic, er und seine Partnerin hätten deshalb noch vor der Vertragsunterschrift angefangen, portugiesisch zu lernen. «Ich verstehe eigentlich schon sehr viel, ausser wenn die Leute sehr schnell reden. Der Trainer macht das zum Glück nicht so oft», erzählt der Stürmer.

Benficas angriffige Spielweise kommt Seferovic entgegen

Der Trainer, das ist Rui Vitoria, ist seit 2015 im Amt. Er attestiert Seferovic eine grosse technische Klasse, welche in Portugal besser zur Geltung komme als bei Eintracht Frankfurt. Auch das Spielsystem und die Qualität der Mitspieler seien dafür verantwortlich, dass es dem Neueinkauf so gut laufe. Benfica spiele offensiven Fussball, Seferovic komme dadurch zu mehr Gelegenheiten, ein Tor zu erzielen. Bewusst habe er deshalb zu den «Adlern» gewechselt, sagte Seferovic bereits bei seiner Unterschrift.

Sein jüngster Streich: Seferovics 3:0 gegen Belenenses. Video: streamable

Tore in Portugal sind auch für die Schweizer Nati von Bedeutung. Läuft in der Qualifikation für die WM 2018 alles nach Plan, wird am 10. Oktober das Duell mit Portugal über den Gruppensieg und das direkte Ticket für die Endrunde in Russland entscheiden.

In Basel schlug die Schweiz den Europameister bereits mit 2:0, auswärts wird in Benficas Estadio da Luz gespielt. In einem Stadion also, in dem Haris Seferovic weiss, wo das Tor steht.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • AJACIED 21.08.2017 17:37
    Highlight Freut mich sehr das er diese sehr gute Chance bekommen hat bei Benfica. Super Fans, geiles Stadion Fussballbegeistertes Land (bin nicht Portugiese).
    Glaubt mir eines nach dem ewigen herumgegurke in Florenz, Xamax, Novara, Sociedad (schade hätte gut gepasst), ect. kann SLB ein ganz grosse Chance sein sich mit sehr guten Leistungen für "grössere" Mannschaften zu empfehlen. Aber bitte haris nicht schon nach 1 Jahr abhauen.
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  • c_meier 21.08.2017 17:30
    Highlight Gratulation zu den Toren!
    ich hoffe einfach für ihn (und für uns), dass er diesen Schwung mit in die Nati nehmen kann und auch dort 2-3 reinhauen kann
    (gleiches gilt für Dzemaili, der ja in der Nati auch nicht gerade vom Fussballgott extrem verwöhnt wird...)
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    • TobiWanKenobi 22.08.2017 11:11
      Highlight Dzemaili wär auch Bänkliwärmer, wenn man sich in der Ära Köbi Kuhn nicht so unglaublich dämlich angestellt und Rakitic nicht einfach ziehen lassen hätte. Dann wäre unser Top10 Ranking evtl auch gerechtfertigt lol. Aber ja das ist wohl ein anderes Thema.
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  • manolo 21.08.2017 17:25
    Highlight Jetzt zeigt er was in ihm steckt. Mit seiner schnelligkeit kommt ihm das offensive Spiel von benfica entgegen. leider lässt das hin und her und rückwärts- spielen der schweizernati , severovic keine grossen Chancen, Tore zu erzielen, er verhungert fast in jedem spiel!
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  • Luca Brasi 21.08.2017 17:23
    Highlight Endlich scheint er sein Glück gefunden zu haben. Ein Seferovic in Form und mit Selbstvertrauen kann der Schweiz nur gut tun. Gut, die Saison ist noch jung und die schwierigen Spiele kommen noch, aber die Winner-Mentalität und der Teamgeist bei Benfica sind doch beeindruckend. Etwas, was man bei vielen Super League-Vereinen vermisst.
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  • maxi 21.08.2017 16:43
    Highlight der mann aus sursee😅😂
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    • Avalanche89 21.08.2017 19:45
      Highlight Sascha Ruefer erwähnt das auch in jedem Spiel 3x😆
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    • maxi 21.08.2017 20:38
      Highlight da sascha in schenkon wohnt erwähnt er jedesmal noch das das sursee gleich neben schenkon liegt;)
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  • Tubel500 21.08.2017 16:20
    Highlight Freut mich sehr für ihn! (Und hoffentlich auch mich selbst, weil ich ja doch ab und zu ein Nati-Spiel schaue..)
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  • Sloping 21.08.2017 16:05
    Highlight Es ist für ihn wie auch die Nati sehr positiv, dass Haris nach einem Seuchenjahr in Frankfurt wieder auf Touren kommt. Die Skorerwerte in der Portugiesischen Liga sind aber mit Vorsicht zu geniessen. Gerade bei Spielern, die den Topklubs angehören. Das Gefälle innerhalb der Liga ist enorm und das Gesamtniveau liegt wohl nicht sehr viel über der Super League. Ein extremes Beispiel ist Bast Dost, der bei Wolfsburg nicht mehr genügte. Letzte Saison bei Sporting 34 Treffer. Auch der Vergleich mit Eusebio hinkt. Damals war die Portugiesische Liga eine der führenden in Europa.
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    • Ruffy Uzumaki 21.08.2017 17:48
      Highlight Das ist sie auch heute noch. Ein Gefälle gibt es in vielen Topligen (leider). Die portugiesische Liga hat nur nicht viel Ruf in CH. Im Ausland sind sie sehr anerkannt. Man weiss, dass Benfica und Porto keine einfachen Gegner für die in der Schweiz bekannten Topteams sind. Das beweisen sie regelmässig mit ihren CL-Auftritten.

      PS: Würden diese Team die Spieler nicht immer verkaufen...schau dir mal an wieviele ehemalige Porto- und Benfica-Spieler die CL-Finalisten jedesmal haben...
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    • Sloping 21.08.2017 19:38
      Highlight Die portugiesische Liga rangiert auf dem siebten Platz:

      http://de.uefa.com/memberassociations/uefarankings/

      Die gehören nicht mehr zu den Topligen Eoropas. Zu Eusebios Zeiten war das noch anders. Ich gebe Dir aber bezüglich Scouting und Talententwicklung recht. Da gehören die Topvereine in Portugal zur Weltspitze und erzielen regelmässig enorme Transferüberschüsse. Wenn Sie die Toptalente behalten könnten, wären sie auch in der CL noch viel kompetitiver als jetzt schon.
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    • Ruffy Uzumaki 21.08.2017 20:42
      Highlight Sie waren die letzten ca 7 Jahren auf Platz 5 und kurzzeitig sogar auf 4. Sie haben dieses Jahr nur die Plätze an Russland (viele Punkte in der EuropaLeague) und Frankreich (Hauptsächlich Monaco) erloren, sind aber sicherlich bald wieder dort dabei. Sie machen europäisch immer wieder viele Punkte.

      Ich spreche nicht von den Eusebio-Zeiten.
      Benfica zb. ist seit 10 Jahren immer in den Top 10 der besten Teams.
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  • nenjin 21.08.2017 15:54
    Highlight "Klar, dass es dem Mann aus Sursee (...)" =D danke Herr Rufer, äh Meile.

    Meine Verschwörungstheorie gedeit.. die Medien müssen das schreiben/sagen, stimmts? Ich weiss zwar nicht warum, aber so muss es sein. ;)
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    • Ralf Meile 21.08.2017 15:58
      Highlight Erwischt 😉
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    • Baeri19 21.08.2017 17:32
      Highlight Der Rufer sagt dies immer, weil Rufer in Sursee (oder in der Nähe wohnt). Wenn Wölfli spielte hat er immer gesagt, der Mann aus Grenchen. Weil der Rufer in Grenchen verwurzelt ist.
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    • LaPaillade #BringBackHansi 21.08.2017 17:40
      Highlight Vermute genau gleiches auch beim "Polizistensohn aus Höngg"
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    • maxi 21.08.2017 20:41
      Highlight ruefer wohnt in schenkon im selben quartier wie zibung... das werden tolle gespräche am gartenzaun...
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