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Suarez und Neymar akzeptieren, dass Messi eine Stufe über allen anderen steht – darum versteht sich das Trio so ausgezeichnet

Der Begriff des «magischen Dreiecks» ist leider schon vergeben – aber vielleicht trifft kein anderer Begriff besser auf Messi, Neymar und Suarez zu. Der Brasilianer und der Uruguayer haben verstanden, dass der argentinische Floh sie noch besser macht. Deshalb greift das Trio nun nach dem Champions-League-Pokal.

07.05.15, 11:40 07.05.15, 16:57

Barcelonas 3:0-Sieg im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern München war das jüngste Glanzlicht dreier junger Männer. Lionel Messi, Neymar und Luis Suarez sorgten dafür, dass dem deutschen Rekordmeister für das Erreichen des Endspiels bloss noch die kleine Hoffnung auf ein grosses Fussballwunder bleibt.

Im Sommer 2013 wechselt Neymar zum FC Barcelona, dessen übergrosse Ikone der 1,69 Meter kleine Lionel Messi ist. «Wird das funktionieren?», fragen Medien, fragen Experten, fragen Medien Experten und geben Experten in Medien Auskunft. «Ich hätte das Risiko nicht auf mich genommen, ihn zu verpflichten», sagt mit Johan Cruyff der Spieler, der vor Messi der grösste der Klubgeschichte war.

Nach der WM 2014 wechselt Luis Suarez zum FC Barcelona, der nun mit Messi und Neymar schon über zwei Alphatiere verfügt. «Wird das funktionieren?», fragen Medien, fragen Experten, fragen Medien Experten und geben Experten in Medien Auskunft. Noch ein Hai mehr, der nach der gleichen Beute schnappt.

Neymar, Messi und Suarez betreten den Platz, um Bayern zu schlagen und in den Final einzuziehen. Bild: Gustau Nacarino/REUTERS

Ibrahimovic hatte in Messis Schatten zu wenig Sonne

Die Frage ist berechtigt. Denn in der Vergangenheit sind andere grandiose Fussballer in Barcelona grandios gescheitert, weil sie sich im Schatten Lionel Messis eine Verkühlung zuzogen. Sonnenkönig Zlatan Ibrahimovic ergriff nach einer Saison die Flucht. Er schimpft seither über den damaligen Trainer Pep Guardiola. Aber hätte sich Zlatan mit Messi vertragen, hätte er mehr gespielt, hätte er mehr getroffen, hätte er keinen Grund zum Streit mit Guardiola gehabt.

Zlatan ist Zlatan und vielleicht nur deshalb so gut, weil er ein Egoist ist. Wo Ibrahimovic ist, da ist kein Platz für andere. Auch Lionel Messi, so bescheiden und umgänglich er wirkt, hat diesen Charakterzug. ER ist der unangefochtene Star und niemand sonst.

Das haben Neymar und Luis Suarez offenbar begriffen. Sie wissen, dass sie ebenfalls äusserst begnadete Fussballer sind – aber sie wissen auch, dass Lionel Messi sie noch besser macht.

Messi + Neymar + Suarez = 111 Tore

Vier Monate ist Suarez nach seinem Biss in Giorgio Chiellinis Schulter an der WM gesperrt. Als er zurück auf den Rasen darf, stillt er sofort wieder seinen Torhunger. 31 Tore erzielte er letzte Saison beim FC Liverpool, bislang 24 Treffer hat er für Barça erzielt.

Noch mehr Tore darf Neymar bejubeln. Der Brasilianer ist bei 34 Toren in 45 Einsätzen angelangt. Richtig schwindlig wird einem, wenn man Messis Daten betrachtet: 51 Spiele, 53 Tore. Ergibt gemeinsam exakt 111 Treffer.

Holt das Trio das Triple?

Noch ist die Saison nicht vorbei. Zweifellos werden Messi, Neymar und Suarez ihr Torkonto weiter aufstocken. Doch letztlich sind es auf diesem Niveau einzig die Titel, die zählen.

Im spanischen Cupfinal ist Barcelona bereits, im Champions-League-Final mit einem Bein. Und in der Meisterschaft führen die Katalanen; sie haben drei Runden vor Schluss zwei Zähler Vorsprung auf Real Madrid. Es kann eine grandiose Saison werden für Messi, Neymar und Suarez – es droht aber auch Leverkusens Schicksal, in allen Bewerben nur Zweiter zu werden.

Der 27-jährige Lionel Messi, der 23-jährige Neymar und der 28-jährige Luis Suarez verstehen sich auf dem Feld glänzend. Im Juni wird es damit vorbei sein. Dann ist das Trio nicht mehr gemeinsam auf dem Platz, sondern in verschiedenen Teams. An der Copa America will jeder der drei Superstars den Titel für sein Land gewinnen.

Die Maskenmänner sind los

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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