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José Mourinho coacht Manchester United heute zum ersten Mal in der Königsklasse. Bild: AP/PA

Der ewige Provokateur – José Mourinho kann es einfach nicht lassen

Manchester Uniteds erfolgreicher Trainer José Mourinho bleibt ein «Special One» –und der Flegel, der er schon immer war. Auch vor dem Champions-League-Match gegen den FC Basel war der Portugiese mal wieder ganz sich selbst.

12.09.17, 14:35

markus brütsch / Aargauer Zeitung

Was Altersmilde ist, weiss José Mourinho nicht. Den Beweis dafür hat er am Samstag erbracht. Als er nach dem Spiel in Stoke (2:2) dem gegnerischen Manager den üblichen Handshake verweigerte und dann ein BBC-Interview wegen einer «dummen Frage» abbrach. Pünktlich zum Start der neuen Champions-League-Saison ist der Trainer von Manchester United zu alter Form aufgelaufen.

José Mourinho bricht das «BBC»-Interview ab. Video: streamable

Was aber war geschehen? Nicht viel, um nicht zu sagen: nichts. Doch wenn einer wie Mourinho es im Blut hat, für Ärger zu sorgen, dann schafft er es auch. Dreist hatte er sich mitten im Spiel in die Coaching-Zone seines Antipoden Mark Hughes geschlichen, um von diesem dann sanft, aber bestimmt, hinauskomplimentiert zu werden.

Der Streit zwischen Hughes und Mourinho – und der verweigerte Handshake. Video: streamable

Eine Majestätsbeleidigung für Mourinho, der nach Spielende 20 Stoke-Protagonisten demonstrativ die Hand schüttelte, jene von Hughes aber nicht. Und danach den Fernsehreporter einfach stehen liess, als dieser wissen wollte, warum er mit Hughes Zoff habe. «Dumme Frage.»

Und gleich nochmals: Mourinho stempelt Journalisten-Frage als «schlecht» ab. Video: streamable

Exzentriker und Provokateur

Auch mit 54 Jahren ist er noch immer der Flegel, der er schon immer war. Der einst als Trainer des FC Porto seinem Spieler Vitor Baia das Trikot aus der Hand nahm und es zerriss, nachdem dieser es mit einem Akteur von Rivale Sporting getauscht hatte. Der den schwedischen Schiedsrichter Frisk verbal so fertigmachte, dass dieser entnervt zurücktrat. Der Barcelonas Assistenztrainer Vilanova einen Finger ins Auge bohrte.

Mourinho sticht Ex-Barça-Trainer Vilanova (†) ins Auge. bild: screenshot youtube

Der die Physiotherapeutin Caneiro entliess, weil sie zu schnell auf den Rasen gelaufen war, um Eden Hazard zu pflegen. Der sich bei Real Madrid nicht nur mit dem Sportdirektor, sondern auch mit den Nachwuchstrainern, den Ärzten und dem Koch zerstritt. Der in seiner zweiten Chelsea-Ära die gesamte Mannschaft gegen sich aufbrachte. Der unfähig ist, einen Gegner für gute Leistungen zu loben. Und der in Spanien ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung am Hals hat.

«Es gefällt mir, wenn alle Gewehre gegen mich gerichtet sind.»

José Mourinho

«Es gefällt mir, wenn alle Gewehre gegen mich gerichtet sind», hat Mourinho einmal gesagt. Würde jemand alle seine Eskapaden, Affronts und Eklats zusammentragen, er könnte einen dicken Wälzer auf den Markt bringen. Unvergesslich: Als sich Mourinho 2004 bei Chelsea vorstellte, sagte er: «I’m a special one.» Und damit recht hatte. Denn der Mann aus Setubal ist der grösste Exzentriker, Egomane und Provokateur, den die Trainerwelt je gesehen hat. Ein Grössenwahnsinniger, der sagte: «In Porto gab es Gott, und nach Gott kam ich.»

José Mourinho: «I think I am a special one.» Video: streamable

Es gibt gewiss genug Gründe, um Mourinho unsympathisch zu finden. Oder sich über ihn zu ärgern, weil er einen Weltmeister wie Bastian Schweinsteiger so respektlos abserviert und einen Weltklassespieler wie Kevin de Bruyne so fürchterlich verkannt hatte. Das schliesst indes nicht aus, in Mourinho gleichwohl einen grandiosen Trainer zu sehen. Mit 33 Titeln, erobert in Portugal, England, Italien und Spanien, zählt er zu den absolut Besten seines Fachs. Sein Palmarès ist voller Rekorde, nur ganz wenige Trainer haben wie er mit zwei verschiedenen Klubs (Porto, Inter Mailand) die Champions League gewonnen.

Jugendlichkeit und Optimismus eines Jungen

Es ist gut möglich, dass die Glazer-Family als Besitzer der Geldmaschine Manchester United mit dem Autokraten Mourinho genau jenen Mann gefunden und engagiert hat, der die Red Devils bald wieder in altem Glanz erstrahlen lässt. Klublegende Alex Ferguson, der die United fast 27 Jahre lang trainierte und 13 Mal Meister wurde, sagte in kleinem Kreis: 

«Ich erkenne in Mourinho ein Spiegelbild meiner jungen Jahre. Er hat die Jugendlichkeit und den Optimismus, den man als junger Mensch besitzt. Man sieht keine Gefahren.»

Einst Konkurrenten, aber immer Brüder im Geiste: José Mourinho und Sir Alex Ferguson. Bild: EPA

Womit geklärt wäre, weshalb die Altersmilde bei Mourinho auf sich warten lässt. Dass der kleine FC Basel vom «Special One» aber keine Geschenke erwarten kann, ist ohnehin klar. Denn dieser hat mit Rot-Blau noch eine gesalzene Rechnung offen. Mit Chelsea verlor er 2013 in der Königsklasse gegen den FCB gleich beide Partien.

Das sagt José Mourinho über das Duell mit dem FC Basel. Video: streamable

Unvergessene Champions-League-Geschichten

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18.04.2001: Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt wird geknipst – wie sich ein ehemaliger Boxer als 12. Mann unsterblich macht

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25.09.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

28.05.1980: Underdog Nottingham überrascht Europa erneut und sorgt für eine kuriose Bestmarke

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • ujay 12.09.2017 18:00
    Highlight Ich wünsche mir, dass der FCB diesem dummen Buben nochmals die Hosen runterzieht. Wäre schön.
    4 7 Melden
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  • AdiB 12.09.2017 17:41
    Highlight Lustig wie verschweigen wierd dass hazard das team spaltete und gegen ihn hetzte. Nur weil er besser bevorzugt werden wollte und mourinhio halt alle gleich behandelt. Denn ein terry oder lampart mochten mourinho.
    Und bitte veröffendlicht das ganze interview wo er sagte "gott und nach gott komme ich".
    Das war seine antwort auf einen reporter der sagte, es werde keine leichte aufgabe bei chelsea. Darauf er sagte, "wenn ich es leicht haben möchte, gehe ich zu porto. Championsleage pokal, blauer himmel, gott und nach gott komme ich." So in etwa sagte er es.
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  • Angelo C. 12.09.2017 17:11
    Highlight Nicht jedermanns Fall, zugegeben...

    Aber eine grosse Persönlichkeit ist er dennoch in seinem professionellen Umfeld. Dies nicht zuletzt im Hinblick auf seine lange Erfolgsgeschichte.

    Auch kein Langweiler, sondern Einer, der mittlerweile immer besser zu einem Sport mit solch hirnrissigen Transfersummen und all der übrigen action passt 😉!
    18 0 Melden
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  • R10 12.09.2017 16:50
    Highlight Natürlich ist er Spitzen-Trainer, trotzdem ist er extrem unsympathisch. Andere Leute ständig respektlos zu behandeln hat nichts mit "sich vor die Spieler stellen", oder mit seine-Meinung-sagen zu tun.
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  • Mancunian90 12.09.2017 16:02
    Highlight Ich mag ihn!
    kein Mann der Standard-Floskeln, "wir müssen von Spiel zu Spiel schauen etc.!"

    wo sind all die Effenbergs, Matthäus' oder Werner Lorants die mal ihre Meinung geigen?!
    alles nur noch Robotor mit Medientraining.
    32 11 Melden
    • huck 12.09.2017 16:38
      Highlight Fast hättest Du mich gehabt, aber:
      Loddar geht gar nicht ...
      14 3 Melden
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  • pun 12.09.2017 15:55
    Highlight Ich finds immer wieder lustig, wie Mourinho zwar bei fast jeder Gelegenheit sagt, warum er so ein Rüpel ist (um die Aufmerksamkeit weg von seinen Spielern zu lenken, damit die in Ruhe arbeiten können), aber sich trotzdem alle Jahre wieder Journalist/innen finden, die sich wundern, weshalb er so eine Rampensau ist.
    16 3 Melden
    • Blutgrätscher 12.09.2017 16:07
      Highlight Wenn du deinem Gegner einen Finger ins Auge haust und die Physio entlässt weil sie deinem Spieler zu schnell hilft, dann ist eine beruhigende Wirkung auf die Mannschaft wohl eher unwahrscheinlich.
      14 9 Melden
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  • Ketsch 12.09.2017 15:23
    Highlight Ich war lange (und bin es bis heute nicht) kein Fan von Mourinho. Was er aber gut kann, ist auf die Meinungen von anderen scheissen. Für dies ist er mir wiederum sympathisch.

    36 2 Melden
    • Mia_san_mia 12.09.2017 16:20
      Highlight Du beschreibst es genau richtig 👍
      12 1 Melden
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  • davej 12.09.2017 15:12
    Highlight Einfach traurig diese Anti Mourinho Berichte. Schweinsteiger war mit Manchester erfolglos. Schweinsteiger wurde abserviert und was ist passiert? Drei Titel in einem Jahr und die Champions League Qualifikation ( In der Zeit mit Schweinsteiger, konnte sich Manchester, nie für die Champions League qualifizieren).
    Ibrahimovic : «Er ist der Anführer, aber er kümmert sich auch um alle. Mourinho ist ein Typ, für den ich bereit bin zu sterben».
    9 18 Melden
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  • Hansdamp_f 12.09.2017 14:52
    Highlight Egal wie erfolgreich er ist. Das reicht nicht. Mourinho fehlt jeglicher Stil, ganz mieser Typ.
    33 50 Melden
    • davej 12.09.2017 15:16
      Highlight Ja ein ganz mieser Typ. Genau wie Ronaldo und Messi? Glaubst wohl alles was dir ein Journalist erzählt. Wie wäre es mal mit einer Meinung, von Spieler die ihn Persönlich kennen? Ach so, da gibt es nur positive.. komisch..
      Aber hey, Neid ist die beste Anerkennung.. Lies mal was anderes als Watson
      14 21 Melden
    • Hansdamp_f 12.09.2017 15:41
      Highlight @davej

      Ich beurteile sein öffentliches Verhalten. Das ist Zeugnis genug. Er behandelt Menschen respektlos, am Laufmeter.

      Was das genau mit Neid zu tun haben soll, bleibt Dein Geheimnis. Ebenso, woher Du Deine alternative Rechtschreibung hast.
      24 8 Melden
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  • Marshawn 12.09.2017 14:51
    Highlight Mourinho passt zu Man U wie die Faust aufs Auge. Hoffentlich gewinnt Basel. Ich freue mich schon auf seine Ausreden.
    27 38 Melden
    • davej 12.09.2017 15:14
      Highlight Ja da hast du recht. Er wird genau so erfolgreich wie Ferguson. Der übrigens ein guter freund von ihm ist. Abgesehen davon, findest du fast keine Spieler, die negativ über ihn berichten. DU solltest halt nicht immer alles glauben, was dir "Journalisten" erzählen. Wen du mal ein guter Bericht lesen willst über Mourinho, geh auf 20min!!!!!!
      PS: Der erfolgreichste Trainer der Welt braucht keine ausreden.
      6 19 Melden
    • Asmodeus 12.09.2017 15:36
      Highlight So sehr ich auf einen Exploit des FCB hoffe. Das wäre doch extrem unwahrscheinlich zum aktuellen Zeitpunkt :)
      15 3 Melden
    • Illuminati 12.09.2017 16:18
      Highlight @davej: häh ich bin verwirrt, soll ich jetzt den "Journalisten" nicht alles glauben und gleichzeitig auf 20 Minuten einen artikel lesen..? Merkste selber was oder?
      Btw aus Mourinho werde ich nicht schlau, irgendwie mag ich ihn, weil er nicht so 0815 wie 99% der Personen im fussballbusiness ist, anderseits sind gewisse aktionen echt egoistisch und grenzwertig (feuern der Physiotherapeutin und der Kindergarten mit den verweigerten Handshakes).
      9 2 Melden
    • iFaasi 12.09.2017 17:53
      Highlight Wil Mourinho ja der einzige Trainer ist der Handshakes verweigert...
      2 2 Melden
    • Marshawn 12.09.2017 18:27
      Highlight @davej:
      1. Genau so erfolgreich wie Ferguson? Geht's noch? Wenn er sich (für einmal) für 4 Jahre halten könnte wäre das eine riesen Überraschung (hat er bisher nämlich noch nirgends am Stück geschafft). Kein Spieler redet negativ über ihn und trotzdem gleicht seine 3. Saison bei fast jedem Club der Arbeitsverweigerung.

      Ich glaube auch nicht alles, was mir "die Journalisten erzählen". Ein paar Beispiele: Hanshake-Verweigerung mit Hughes, "Specialist in Failure" und "Voyeur" Wenger, Caneiro Entlassung, Verschwörungstheorien gegen seine Klubs Real&Chelsea.

      Beweis:
      http://rhuuspn?
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Peinliches Hooligan-Wettrennen – hier blamieren sich YB-Chaoten bis auf die Knochen

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