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Uli Hoeness kehrt an die Spitze des grössten Sportklubs der Welt zurück.  Bild: EPA/AFP POOL

Uli Hoeness – er ist wieder da

Uli Hoeness wird heute Abend wieder zum Präsidenten von Bayern München gewählt - 270 Tage nach seiner Haftentlassung. In seiner zweiten Amtszeit geht es für ihn um entscheidende Weichenstellungen.

Publiziert: 25.11.16, 03:05 Aktualisiert: 25.11.16, 03:20

«Das wars noch nicht!» Mit diesen Worten kündigte Uli Hoeness am 2. Mai 2014 anlässlich einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung des FC Bayern München implizit das an, was am Freitag an gleicher Stätte Tatsache wird. Der 64-Jährige kehrt an die Spitze des mit rund 280'000 Mitgliedern grössten Sportklubs der Welt zurück.

Einen Monat nach der emotionalen Abschiedsrede vor der Bayern-Familie hatte Hoeness seine Gefängnisstrafe angetreten. Wegen Hinterziehung von mindestens 28.5 Millionen Euro Steuern war er Mitte März 2014 vom Landgericht München zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seit Ende Februar diesen Jahres ist der ehemalige deutsche Internationale auf Bewährung wieder frei.

«Uli»-Sprechchöre und stehende Ovationen: Diese gab es an der Mitgliederversammlung vor zweieinhalb Jahren, und diese sind dem Bayern-Patriarchen erst recht an diesem Freitag gewiss. Seine Re-Inthronisierung wird emotional und triumphal. Hoeness geniesst bei den Mitarbeitern und an der Basis des Klubs, den Fans und Mitgliedern, grosses Ansehen.

Sie verzeihen ihm: Fans des FC Bayern München im November 2014. Bild: MICHAEL DALDER/REUTERS

520 Millionen Euro Umsatz

Unter seiner Führung stieg Bayern München zu einem der sportlich und wirtschaftlich stärksten Klubs der Welt auf. Als Hoeness 1979, mit damals 27 Jahren, an die Spitze des Managements wechselte, drückten den Klub sieben Millionen Mark Schulden - bei einem Umsatz von zwölf Millionen. Vor einem Jahr präsentierte der FC Bayern einen Umsatz von über 520 Millionen Euro. Das Eigenkapital der AG wurde mit 411.5 Millionen Euro angegeben, die Allianz Arena ist abbezahlt.

Hoeness' hohes Standing bei den Fans gründet jedoch nicht ausschliesslich in diesen imposanten wirtschaftlichen Kennzahlen. Er ist quasi der Herzschlag des Klubs. Hoeness eckt an, er provoziert, er hilft - alles zum Wohle des Klubs.

Applaus erhielt Hoeness bei seiner Ankündigung im August, wieder als Präsident kandidieren zu wollen, selbstredend nicht uneingeschränkt. Kritiker merkten an, dass er noch immer unter Bewährung steht und als Vorbestrafter in eine Vorbildfunktion gewählt wird.

Kaum kritische Worte waren derweil von der Fussball-Konkurrenz zu vernehmen. So stark sie sich einst gegen Hoeness auf sportlicher und wirtschaftlicher Ebene gewehrt haben, so sehr begrüssen sie nun seine Rückkehr in die Bundesliga. Mit Willi Lemke, einst ein erbitterter Widersacher, söhnte sich Hoeness aus. Der alte, neue Bayern-Präsident rechnete es dem ehemaligen Manager von Werder Bremen hoch an, während des Prozesses nicht verbal über ihn hergefallen zu sein. Gemeinsam planen sie nun karitative Projekte in Afrika.

Herbeigesehnt wird Hoeness' Rückkehr von der überwiegenden Mehrheit der Bayern-Anhänger auch deshalb, weil er wie kein anderer für die familiären Werte des Klubs einsteht. Niemand schafft es besser, den Spagat zu bewältigen zwischen Internationalisierung mit Büros in New York und Schanghai auf der einen und bayrischer Bodenständigkeit und Tradition auf der anderen Seite.

Hoeness' Wiedereintritt in den Münchner Machtzirkel wird auch ausserhalb der Klubzentrale mit grossem Interesse verfolgt. CEO Karl-Heinz Rummenigge meisterte die Zeit ohne seinen Freund an der Spitze exzellent, der FC Bayern legte weiter an Wirtschaftskraft und Einfluss zu.

Noch stärkerer Einsatz für die Kleinen

Nun ist Hoeness, die selbsternannte «Abteilung Attacke», wieder da. «Das deutliche Wort wird weiter mein Markenzeichen sein», kündigte er im Fachmagazin «kicker» an. «Ich werde mich noch viel stärker für die Kleinen einsetzen. Darin wird die entscheidende Veränderung des Uli Hoeness bestehen.»

Mit der Wiederwahl zum Präsidenten sitzt Hoeness am Schalthebel für wichtige Weichenstellungen. Einerseits gilt es, den Generationenwechsel im Team weiter zu forcieren. Ein Unterfangen, mit dem sich Bayern München nach der Ära um Philipp Lahm, Franck Ribéry und Arjen Robben schwerer tun dürfte als gedacht. Andererseits muss er gemeinsam mit Rummenigge eine neue starke Führungscrew aufbauen. Einig sind sich beide, dass der heutige Captain Lahm mit einer zentralen Rolle dereinst in die Klubführung eingebunden werden soll. (sda)

Sportlich machen die Münchner gerade eine Krise durch:

16 Kommentare anzeigen
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  • Raketen Costa 28.11.2016 12:44
    Highlight Toll freut mich seine Rückkehr.
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  • Raphael Stein 26.11.2016 09:01
    Highlight Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
    In diesem Sinne, mia san mia.
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  • exeswiss 26.11.2016 01:43
    Highlight jedem den präsidenten, den er verdient.
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  • MaskedGaijin 25.11.2016 08:57
    Highlight Lock Him Up!
    2 1 Melden
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  • maxi 25.11.2016 07:12
    Highlight endlich der mann der mit sympathie und ehrlichkeit punktete... jetzt mag ich die bayern noch mehr... hab in vermisst, besondern seine tiefgründigen aussetzer... toll ist er wider da
    17 13 Melden
    • Mia_san_mia 25.11.2016 08:07
      Highlight Super, Du siehst das genau richtig 😁 Der beste Club der Welt hat wieder den besten Chef! MIA SAN MIA!!!
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    • maxi 25.11.2016 11:38
      Highlight der beste club der welt? kannst du dies beweisen?
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  • Mia_san_mia 25.11.2016 07:11
    Highlight Super das der Chef wieder da ist!
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    • maxi 25.11.2016 07:22
      Highlight als verbrecher passt der zu euch wie die faust aufs auge....
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    • Mia_san_mia 25.11.2016 08:05
      Highlight Wieso? Was für verbrecherische Sachen macht der FC Bayern? 😁
      8 7 Melden
    • Amboss 25.11.2016 08:27
      Highlight Zum Beispiel Freundschaftsspiele gegen Nationalmannschaften durchführen. Die TV-Rechte für diese Spiele werden dann zu einem überhöhten Preis vom DSF gekauft - und der Vertreter dieses Landes stimmt dafür, dass die WM 2006 in D stattfindet...
      Wobei: Nein, entschuldige. Der FC Bayern hat da ja überhaupt nichts davon gewusst.
      Das war gaaaaanz normale Saisonvorbereitung.



      Nun, so ganz ein bisschen hat man schon das Gefühl, dieses Gemauschel, das die Bayern immer umgibt, personifiziert in der Person von Hoeness, passt nicht mehr in diese Zeit.
      Die sollten ein bisschen Acht geben beim FCB.
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    • Mia_san_mia 25.11.2016 11:35
      Highlight Wow da hätte ich aber mehr erwartet 😊
      3 2 Melden
    • Amboss 25.11.2016 11:46
      Highlight Ist ja immerhin was, oder?
      1 1 Melden
    • Mia_san_mia 25.11.2016 16:42
      Highlight Gar nichts ist das. MIA SAN MIA 😁
      3 1 Melden
    • Amboss 25.11.2016 17:38
      Highlight Ich sag ja: Das ist dieses Gemauschel, das den Verein ständig umgibt.
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  • pamayer 25.11.2016 06:32
    Highlight Die Katze lässt das Mausen nicht.
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Hockeyspieler wirft sich in einen Schuss und erzielt dadurch ein Tor

Wir haben ja schon vieles gesehen. Aber immer wenn wir glauben, dass uns nichts mehr überraschen kann, geschehen Dinge wie dieses hier. Kurz vor dem Ende des AHL-Spiels zwischen dem Hartford Wolf Pack und den Bridgeport Sound Tigers (2:4) wirft sich Steve Bernier in den Schuss eines Gegners. Er blockt den Puck erfolgreich mit seinem Körper ab – und nicht nur das. Die Scheibe rutscht quer über die Eisfläche und geht tatsächlich ins leere Tor Hartfords. Was für ein Treffer! (ram)

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