Sport

Endlich Ruhe!

Stört Sie der Reporter beim Fussballmatch? Ein Schweizer Tüftler hat die Lösung entwickelt: Den «Nocommentator»

Über Sascha Ruefer kann er sich richtig aufregen. Deshalb hat Martin Born ein geniales Gerät entwickelt. Der Prototyp funktioniert, nun sucht der Basler Toningenieur Geldgeber, damit sein Kästchen in Serienproduktion gehen kann.

08.10.14, 15:23 09.10.14, 08:50

Das Problem ist so alt, wie die Lösung letztendlich simpel scheint. Wohl seit Fussballspiele im Fernsehen übertragen werden, teilen sich die Meinungen über die Qualität des Reporters. Hört man sich um, egal wo, gibt es offenbar – besonders in der Schweiz – nur schlechte Kommentatoren. Anfragen an die Sender, die Spiele doch bitte im Zwei-Kanal-Ton so zu übertragen, dass der Konsument zwischen kommentiertem Match und reiner Stadionatmosphäre wählen kann, blieben ergebnislos.

Tüftler und Fussballfan: Martin Born im Basler St.Jakob-Park. Bild: wemakeit

Der Basler Toningenieur Martin Born hat das Problem deshalb selber gelöst. Ihm sei «der alte Karaoketrick» in den Sinn gekommen, erklärt der 42-Jährige, «und ich schloss ein kleines Mischpult zwischen den Fernseher und meine Stereoanlage». Anschliessend entwickelte Born den «Nocommentator» – ein (noch mässig schönes) Kästchen, dessen Funktion es ist, nur die Geräuschkulisse vom Stadion in die Stube zu lassen, den Reporter jedoch herauszufiltern.

Fussballspiel mit und ohne Kommentator. Vimeo/nocommentator

«Reinen Stadionton sollen alle zuhause haben können»

Born werkelte an seinem «Nocommentator» im Hinblick auf die WM in Brasilien. «Über Sascha Ruefer kann ich mich richtig aufregen», sagt der Basler über den Reporter, welcher die Spiele der Schweizer Nati kommentieren darf. Die Idee funktionierte. «Das Ergebnis war unüberhörbar», so Born, «Sascha Ruefer war aus meinem Wohnzimmer verbannt. Reinen Stadionton sollen alle zuhause haben können.»

Einen Designpreis gewinnt der Tüftler damit nicht: Der Prototyp. Bild: wemakeit

Nun will Born das Gerät, das auch bei Tennis und Eishockey, aber nicht bei der Formel 1 angewendet werden kann, in Serie produzieren lassen. 45'000 Franken will er dazu mittels Crowdfunding zusammentragen. Wer zu den ersten Spendern gehört, erhält den «Nocommentator» für 60 Franken.

Das Werbevideo für den «Nocommmentator». Vimeo/nocommentator

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1Kommentar anzeigen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • enemy26 08.10.2014 18:08
    Highlight Für das einzig wahre Fussball-Erlebnis: Ton komplett stumm schalten und durch Zirkus-Musik ersetzen. Wer's nicht glaubt, hat's noch nicht versucht. :P
    2 0 Melden

14 Torschützen vs. 15 Ronaldo-Tore – die Kaderbreite als Vorteil für die Schweiz?

Die Schweiz hat beim 5:2 gegen Ungarn bewiesen, dass sie ein breites Kader hat. Drei der fünf Tore erzielten die Ergänzungsspieler Fabian Frei und Steven Zuber. In der WM-Qualifikation haben damit schon 14 Schweizer getroffen. Bei Portugal dagegen hängt viel (zu viel?) von Cristiano Ronaldo ab.

Die beste Qualifikations-Periode der 122-jährigen SFV-Geschichte ist (noch) nicht gut genug. Die maximale Punktzahl nach neun Spieltagen genügt nicht zur direkten WM-Teilnahme, der prickelnde, nervenaufreibende Finish in Lissabon vom kommenden Dienstag bleibt der Auswahl von Petkovic nicht erspart.

«Wir nehmen es, wie es kommt», lässt sich Petkovic deswegen nicht aus seiner stoischen Ruhe bringen. Die Machtdemonstration im fünften makellosen Heimspiel der Kampagne liess beim Schweizer …

Artikel lesen