Sport

Europa League, 3. Runde

Steaua Bukarest – FCZ 1:1 (0:0)

Osmanlispor – Villarreal 2:2 (2:0)

FCZ-Trainer Uli Forte trieb seine Mannen erfolgreich an. Bild: freshfocus

FCZ-Trainer Uli Forte: «Bin froh, dass Koné für seinen grossen Aufwand belohnt worden ist»

Der FC Zürich erreicht im dritten Gruppenspiel der Europa League bei Steaua Bukarest ein 1:1. Der Challenge-Ligist wahrt damit seine Chancen, europäisch zu überwintern.

Publiziert: 20.10.16, 21:10 Aktualisiert: 21.10.16, 00:29

»» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

»» Hier findest du alle Tore der restlichen Europa-League-Partien.

«Sie haben körperlich abgebaut und wir immer mehr riskiert. Vor allem mit den Einwechslungen aller offensiven Spieler zum Schluss.»

FCZ-Trainer Uli Forte

Die Zürcher zeigten wie schon gegen Villarreal (1:2) und Osmanlispor (2:1) eine gute Leistung, drohten wegen einer mangelhaften Chancenverwertung aber auch ihr zweites Auswärtsspiel zu verlieren. Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit verhinderte Moussa Koné Schlimmeres. Der 19-jährige Senegalese, der im Sturm überraschend den Vorzug vor Dzengis Cavusevic erhalten hatte, verwertete eine Flanke des erst in der 78. Minute eingewechselten Slowenen. Davor waren die Gastgeber nach einer guten Stunde etwas schmeichelhaft in Führung gegangen.

Der zwischenzeitliche Führung für Steaua nach 63 Minuten.  Video: streamable

Der vielumjubelte Ausgleich durch Moussa Koné. Video: streamable

«Ich bin vor allem froh, dass Moussa Koné für seinen grossen Aufwand belohnt worden ist.»

Uli Forte über seinen Torschützen

Nach dem unrühmlichen Abstieg aus der Super League in der letzten Saison sorgte das Team von Uli Forte auch im dritten europäischen Auftritt für positive Schlagzeilen. Im spärlich gefüllten Bukarester Nationalstadion hatte der Challenge-League-Leader zunächst aber Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein. In der 3. Minute führte ein Konter zu einer Grosschance für die Gastgeber, und nach einer Viertelstunde schlenzte Adrian Popa, Steauas Bester, den Ball aus rund 20 Metern an den Aussenpfosten.

Danach aber übernahm der FCZ über eine längere Phase das Spieldiktat. Vor allem Koné hatte den Führungstreffer mehrmals auf dem Fuss. Nach knapp 20 Minuten zielte er nach einer Kopfball-Weitergabe von Alain Nef aus nächster Nähe genau auf Steauas Keeper Florin Nita. Kurz danach fehlte ihm nach einem erfolgreichen Dribbling aus spitzen Winkel mit dem schwächeren linken Fuss die nötige Schusskraft.

Spät, aber keineswegs unverdient

Steaua blieb über weite Strecken blass, kam dem Führungstreffer dank Popa, der unmittelbar nach der Pause aus spitzem Winkel auch noch einen Lattentreffer verzeichnete, aber dennoch einige Male nahe. Auch nachdem Steauas Mittelstürmer Bojan Golubovic die Gastgeber in der 62. Minute in Führung gebracht hatte, liessen die Zürcher nicht locker. Der späte Ausgleich war der verdiente Lohn.

Nach Halbzeit der Gruppenphase belegt der Schweizer Cupsieger in der Gruppe L den guten 2. Platz. Kann er die Pace halten, sind die Zürcher Hoffnungen auf den Einzug in die Sechzehntelfinals auch nach dem 3. November und dem vierten Spiel mehr als berechtigt. In diesem kommt es im Letzigrund zur Neuauflage gegen Steaua.

Osmanlispor vergeigt Führung

Osmanlispor, am 8. Dezember der letzte Gegner des FCZ, gab im fünften Europacup-Heimspiel der Saison erstmals Punkte ab. Gegen Villarreal resultierte nach 36-minütiger Unterzahl noch ein 2:2. Die Treffer für Osmanlispor zur 2:0-Führung erzielte Raul Rusescu innert 75 Sekunden (23./24.). Einmal traf der Rumäne nach einem Konter, fast direkt nach Wiederanpfiff erwischte er Goalie Fernandez aus grosser Distanz. Für Villarreal glich der Brasilianer Pato nach 74 Minuten aus, zuvor gelang N'Diaye der Anschlusstreffer.

Die Telegramme

Steaua Bukarest - Zürich 1:1 (0:0) SR Bognar (HUN).
Tore: 63. Golubovic (Popa) 1:0. 86. Koné (Cavusevic) 1:1.
Steaua Bukarest: Nita; Popescu, Tamas, Tosca, Momcilovic; Bourceanu, Muniru (83. Jakolis); Popa, Boldrin, William; Golubovic (80. Tudorie).
Zürich: Vanins; Brunner (84. Marchesano), Nef, Kecojevic, Voser; Yapi, Sarr (78. Cavusevic); Winter (73. Schönbächler), Buff, Rodriguez; Koné.
Bemerkungen: FCZ ohne Sadiku, Bangura, Brecher (verletzt), Kleiber und Kukeli (rekonvaleszent). Steaua ohne Enache (gesperrt), Pintilii, Moke, Filip und Tanase (verletzt). 16. Schuss von Popa an den Aussenpfosten. 47. Schuss von Popa auf die Latte. Verwarnungen: 62. Brunner (Foul). 89. Voser (Foul). 95. Rodriguez (Foul).

Osmanlispor - Villarreal 2:2 (2:0) SR Liany (ISR).
Tore: 23. Rusescu 1:0. 24. Rusescu 2:0. 56. N'Diaye 2:1. 74. Pato 2:2.
Osmanlispor: Arikan; Vrsajevic, Numan Cürüksü, Aykut Demir, Pinto; Ndiaye, Lawal (39. Güven); Umar, Maher (57. Prochazka), Delarge; Rusescu (80. Regattin).
Villarreal: Fernandez; Rukavina, Alvaro, Bonera, José Angel; Dos Santos (70. Roberto Soriano), N'Diaye (82. Sansone), Bruno Soriano, Castillejo; Borré (65. Bakambu), Pato.
Bemerkungen: 54. Rote Karte gegen Güven (Foul), Arikan wehrt den folgenden Penalty von Bruno Soriano ab. Verwarnungen: 45. Borré (Foul). 45. Castillejo (Unsportlichkeit). 83. Alvaro (Foul). 90. Demir (Foul). (sda)

Die Tabelle

Die ältesten Fussballvereine der Welt

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Alle Artikel anzeigen
0 Kommentare anzeigen
0
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Der Weg zum Fussballstar: Wie die Schweiz den nächsten Embolo findet

Früher tingelten die Scouts durch die Provinz in der Hoffnung, für ihren Verein den nächsten Stéphane Chapuisat zu finden. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wer heute Talent hat, fällt kaum mehr durch die Maschen. Es fragt sich höchstens: Spielt der nächste Embolo in meinem Bezirk?

Ein kalter Sonntag im November auf dem Heerenschürli, Schwamendingen: Die 200 talentiertesten 12-Jährigen des Kantons tragen auf 16 Teams verteilt ein Turnier aus. Adrian fällt sofort auf. Der Spieler des FCZ-Stützpunkts Meilen schiesst für sein Team die ersten vier Tore beim klaren Sieg. Ist er der neue Embolo am Schweizer Fussballhimmel? Vielleicht.

Fakt ist: Praktisch jedes Kind, das irgendwann mal in Berührung mit Fussball kam, träumt von einer Profi-Karriere. Früher gehörte neben viel …

Artikel lesen