Sport

Trainingsgast beim Schweizer Team: Sprintrakete Mujinga Kambundji. Bild: KEYSTONE

Erfahrener und zielstrebiger – so will die Frauen-Nati an der EM brillieren

Am Sonntag beginnt in Holland die Fussball-EM der Frauen. Für die Schweiz startet das Abenteuer der ersten EM-Teilnahme am Dienstag in Deventer gegen Österreich. Das Ziel ist das Erreichen der Viertelfinals.

14.07.17, 07:32

Nach der ersten WM-Teilnahme vor zwei Jahren in Kanada kommt die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg nun auf Kontinentalebene zu ihrer Premiere an einer Endrunde. Die Zielsetzung ist klar: Platz 1 oder 2 in der Gruppe mit Österreich, Island und Frankreich und damit die Qualifikation für die Viertelfinals. «Im Gegensatz zur WM haben wir nun erstmals etwas zu verlieren. Damit müssen wir umgehen können», sagte Voss-Tecklenburg.

Die Erfahrungen der WM in Kanada, als die Schweizerinnen in den Achtelfinals dem Gastgeber 0:1 unterlagen, soll der SFV-Auswahl an der EM helfen. «Die WM war für uns alle eine Reise ins Ungewisse», sagte Lara Dickenmann, die Mittelfeldspielerin vom VfL Wolfsburg. Die Grösse eines solchen Turniers, die mediale Aufmerksamkeit, die Stadien, die Zuschauermassen, die Städte Vancouver und Edmonton. «Wir waren alle ‹geflasht› und haben uns zu fest ablenken lassen», so Vanessa Bernauer.

Mit breiter Brust nach Holland

In der Analyse der WM reifte bei den Schweizerinnen die Einsicht, dass sie sportlich nicht das Maximum herausgeholt hatten. Dies soll nun in den Niederlanden nicht mehr passieren. «Jetzt haben wir diese Erfahrung gemacht und besitzen mehr Selbstvertrauen», sagte Dickenmann. Und Bernauer ergänzte: «Wir fahren nicht nach Holland, nur um dabei zu sein.»

Lara Dickenmann über den bislang schönsten Moment ihrer Karriere und über ihre Rolle in der Nati. Video: YouTube/Schweizerischer Fussballverband

Dass die Schweizerinnen in ihrer Entwicklung einen Schritt weitergekommen sind, bewiesen sie in der Qualifikation, als sie ihre Gruppe ohne Verlustpunkt gewannen. Beim Cyprus Cup im Frühjahr feierten sie den ersten internationalen Turniersieg einer Schweizer Frauen-Nationalmannschaft. «Wenn wir alle gesund sind und unsere bestmögliche Leistung abrufen, sind wir nur schwer zu besiegen», sagt Nationaltrainerin Voss-Tecklenburg.

Viele Legionärinnen

Dass die Bäume aber noch nicht in den Himmel wachsen, weiss die 49-jährige Deutsche, die seit fünf Jahren die Verantwortung für das Team trägt. Zum Auftakt des Jahres setzte es im Trainingslager in Spanien gegen den Gastgeber in einem internen Testspiel eine herbe Schlappe ab, das letzte offizielle Testspiel verloren die nicht in Bestbesetzung angetretenen Schweizerinnen Anfang Juni gegen England in Biel 0:4. Spanien und England, die beide zu den Titelanwärtern zählen, sind mögliche Gegner der SFV-Auswahl in den Viertelfinals.

Der Schweizer EM-Kader. Bild: KEYSTONE

Der Stamm des Schweizer Teams hat sich im Vergleich zur WM nicht verändert. Dickenmann, Bernauer, Captain Caroline Abbé, Lia Wälti, Ana-Maria Crnogorcevic, Martina Moser und Ramona Bachmann sind die bekanntesten Namen im 23-Frau-Kader. Sie alle waren mit ihrem Wechsel ins Ausland Wegbereiterinnen für die neue Generation um Cinzia Zehnder, Jana Brunner, Sandrine Mauron oder Fabienne Reuteler.

Gemeinsam am Mikrofon: Die Nati singt «United In Red». Video: YouTube/Schweizerischer Fussballverband

«Wir haben einen sehr guten Kern und verstehen uns gut», sagt Dickenmann, die mit Wolfsburg das Double gewann. «Wir sind reifer geworden und haben nun mehr Spielerinnen, die Verantwortung übernehmen.» Die Gruppenphase an einer EM zu überstehen, sei im Vergleich zu einer WM zwar nicht einfacher. «Aber unser Anspruch ist, dass wir gegen Österreich und Island gewinnen. Und wenn wir die Gruppe überstehen, kann alles passieren.»

Schweizer Spiele

Dienstag, 18. Juli, 18.00 Uhr:
Schweiz – Österreich.

Samstag, 22. Juli, 18.00 Uhr:
Schweiz – Island.

Mittwoch, 26. Juli, 20.45 Uhr:
Schweiz – Frankreich.

SRF überträgt alle Schweizer Spiele und weitere Partien live.

Topfavorit Deutschland

Eröffnet wird die EM am Sonntag mit der Partie zwischen dem Gastgeber und Norwegen. Favorit auf den Titel ist Olympiasieger Deutschland, das erstmals an einem grossen Turnier von Steffi Jones trainiert wird. Seit 1995 ging der EM-Titel immer nach Deutschland, mit dem Olympia-Finalisten Schweden wartet auf die DFB-Auswahl aber bereits in der Gruppenphase ein erster Prüfstein.

Als grösster Herausforderer des Titelverteidigers gilt Frankreich. Die Französinnen sind die Nummer 3 der Welt und stellen mit Lyon und Paris Saint-Germain die beiden Champions-League-Finalisten. Auf ihren ersten Titel wartet die talentierte Equipe aber noch. (ram/sda)

Video: watson/Quentin Aeberli, Emily Engkent

Entschuldigung, wie sehen Sie denn aus? Schrille, kuriose und schlicht hässliche Trikots

Ein ziemlich gruusiges Bild und die simple Frage: Was ist das?

Wo die USA seit 1946 überall Wahlen beeinflussten

14 Gründe, warum der Surface Laptop der fast beste Laptop ist, den ich je getestet habe

Aargauer Feuerwehrmann nach Unwetter-Einsatz gefeuert: «So etwas hat's noch nie gegeben»

«Wir können doch nicht einfach die Luft verschmutzen – und nichts dafür bezahlen»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Die ganz grosse Frage: Kann YB in dieser Saison den FC Basel schlagen?

Die Super League 2017/18 beginnt am Samstag mit dem Schlagerspiel YB – Basel (im watson-Liveticker). Es ist das Duell, das die gesamte Saison prägen könnte. So hoffen es zumindest all jene, die sich eine spannende Meisterschaft wünschen.

Eine spannende Meisterschaft mit der Entscheidung am letzten Spieltag. Dies gab es zuletzt vor sechs Jahren zu erleben, als Admir Mehmedi und Alexandre Alphonse Zürichs Goalgetter waren und Alex Frei und Marco Streller die sichersten Schützen des FC Basel. Die Basler überquerten die Ziellinie einen Punkt vor den Zürchern. Es war die zweite Saison des noch andauernden Monologs der Basler, die seither jeden Meistertitel schon vor der Schlussrunde feiern konnten, nicht selten deutlich vorher.

Soll …

Artikel lesen