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Diesen Freistoss drehte Xherdan Shaqiri präzise ins Netz. Gelingt ihm das künftig regelmässig? Bild: Lee Smith/REUTERS

Shaqiri brilliert bei Stoke – jetzt muss nur noch die Konstanz her

Xherdan Shaqiri hat beim gestrigen 2:0-Sieg von Stoke auswärts gegen Hull wieder einmal sein immenses Potenzial abrufen können. Nicht zum letzten Mal in dieser Saison, ist sich sein Trainer sicher.

Publiziert: 23.10.16, 13:05 Aktualisiert: 23.10.16, 14:18
Donat Roduner
Donat Roduner

Bei der Wahl zum Mann des Spiels gab es in der Premier-League-Affiche Hull City gegen Stoke City keine zwei Meinungen. Xherdan Shaqiri drückte der Partie mit zwei Geniestreichen den Stempel auf. Zuerst zog er in bester Robben-Manier zur Mitte und platzierte den Ball mit einem herrlichen Linksschuss im Winkel.

Video: streamable

In der 50. Minute folgte der zweite Streich: Zum Erstaunen von Hull-Keeper David Marshall spedierte der «Kraftwürfel» einen Freistoss über die Mauer und herrlich in die kurze Ecke.

Video: streamable

Neben den zwei Toren wären dem Schweizer Internationalen auch noch fast zwei Assists gelungen, doch Wilfried Bony und Marko Arnautovic verpassten es jeweils, die Vorlagen zu verwerten.

Dem Hype nicht gerecht geworden

Die beiden Traumtore von Shaqiri waren nicht die ersten im Stoke-Dress, einige werden sich noch an dieses Meisterwerk erinnern:

Mit nunmehr drei Toren ist der technisch versierte Flügelspieler zweitbester Meisterschafts-Skorer nach Joe Allen, der bereits viermal eingenetzt hat. Mit dem Toreschiessen tun sich die «Potters» allerdings äusserst schwer, erst neun Mal in ebenso vielen Spielen hat es gekachelt. Symbolisch die Ausbeute von Bony, der als Goalgetter von Manchester City ausgeliehen worden ist: null.

Joe Allen, der «walisische Pirlo», der von Liverpool zu Stoke wechselte, ist bis jetzt der verlässlichste Torschütze. Bild: Andrew Boyers/REUTERS

Immerhin hat sich Stoke dank dem zweiten Sieg in Serie nach einem verkorksten Saisonstart etwas aus dem Abstiegssumpf lösen können. Die Formkurve zeigt nach oben und die Fans aus den englischen Midlands hoffen, dass es so weiter geht – und dass Xherdan Shaqiri weiter der Leistungsträger bleibt, der er sein kann.

Denn etwas, das der «Alpen-Messi», wie er auf der Insel gerne genannt wird, in seiner internationalen Klubkarriere bisher schuldig geblieben ist, ist ein sehr zentrales Element im Fussball: die Konstanz. Weder bei den Bayern und schon gar nicht bei Inter brachte er es fertig, sein Level über mehrere Spiele hinweg zu halten. So wurde er dem Hype um seine Person nie gerecht und darum auch nicht sesshaft.

Mit den Bayern wurde Xherdan Shaqiri zwar Meister, sein Anteil am Titel war aber überschaubar. Bild: Expa/freshfocus

Das sollte sich mit seinem Wechsel in die Töpferstadt Stoke-on-Tent eigentlich ändern. Bewusst entschied sich Shaqiri für ein höchstens mittelmässiges Premier-League-Team. Nach dem optimistischen Wechsel von Basel zum deutschen Serienmeister aus München und dem missglückten Experiment in Mailand wollte der 1,69 m grosse Wirbelwind endlich ein Umfeld, bei dem er verlässlich seine Leistung abrufen kann. Das gelang ihm in der vergangenen Saison aber nicht.

«Der Liga gänzlich angepasst»

Umso grösser sind die Hoffnungen in Stoke, dass es nun endlich klappt mit der Konstanz. Das wäre natürlich auch im Interesse von Shaqiri, dem als 25-Jähriger langsam aber sicher die Ausreden ausgehen. Es ist höchste Zeit, die Transformation vom hochgelobten Talent zum unverzichtbaren Leistungsträger zu vollbringen – etwas, das er in der Nati schon länger geschafft hat.

«Er ist sehr positiv in jedem Aspekt seiner Arbeit.»

Trainer Mark Hughes über Shaqiri

Trainer Mark Hughes, der sich vor einem Jahr intensiv um Shaqiri bemühte und dafür belohnt wurde, ist sehr optimistisch, was seinen Schützling anbelangt: «Er wird definitiv noch mehr Tore erzielen in dieser Saison.» Mehr als in der vergangenen Saison, da ist sich der 52-jährige Waliser sicher, wobei dafür in der Meisterschaft auch nur noch ein weiterer Treffer nötig ist.

Trainer Mark Hughes hat Vertrauen in seine Wunschverpflichtung. Bild: Scott Heppell/REUTERS

«Er ist in guter Form. Er ist nach der Pause zurückgekommen mit einer klaren Absicht und ist sehr positiv in jedem Aspekt seiner Arbeit», lobt Hughes den Schweizer gegenüber dem «Guardian». «Vielleicht musste er die Premier League in der letzten Saison noch in den Griff bekommen. Aber nun fühlt es sich so an und sieht auch so aus, als hätte er sich der Liga gänzlich angepasst und er hatte auch grossen Einfluss auf die Spiele, die er für uns gespielt hat.»

Kann Shaqiri diesen Einfluss beibehalten, dann gelingt ihm hoffentlich auch bald der Sprung vom Schweizer Superstar zum internationalen Top-Shot. Dass er das drauf hat, könnte er beispielsweise am Montag in einer Woche beweisen, im wichtigen Heimspiel gegen Swansea, das aktuell den zweitletzten Platz belegt.

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User-Review:
Gina226 - 6.4.2016
Watson, du bist super. Ich möchte dich nicht mehr missen. ❤️
13 Kommentare anzeigen
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  • Doeme 23.10.2016 18:58
    Highlight Natürlich kann Shaqiri ein Spiel im Alleingang entscheiden und seine technischen Fähigkeiten sind unumstritten. Aber als Trainer würde ich ihn nie im Team wollen, weil man ihn teilweise für fünf Spiele gar nicht sieht, so auch in der Nati. Aber eben: bin ja nicht Trainer ;)
    4 6 Melden
    • Mia_san_mia 23.10.2016 20:52
      Highlight Zum Glück bist Du kein Trainer...
      10 2 Melden
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  • thunderbolt 23.10.2016 14:35
    Highlight Konstant in der Nati? Naaja, will ihn ja nicht schlecht reden, rr ist ein Top-Spieler. Jedoch zeigte er auch in der Nati nicht unbedingt die Konstanz die von ihm zu erwarten wäre.
    Ich hoffe natürlich dass er es endlich schafft,noch ist es nicht zu spät!
    12 0 Melden
    • hiob 24.10.2016 10:50
      Highlight konstanz ist ein dehnbarer begriff. selbst ronaldo spielt bei portugal nicht immer "konstant".
      2 0 Melden
    600
  • N. Y. P. 23.10.2016 14:19
    Highlight Shaqiri brilliert bei Stoke – jetzt muss nur noch die Konstanz her

    Ok, die Konstanz ist unterwegs nach Stoke...
    32 2 Melden
    • Pakart 23.10.2016 18:47
      Highlight You've made my day 👏👍
      2 0 Melden
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  • Dä Brändon 23.10.2016 14:10
    Highlight Ok er hat 2 Tore gegen einen Abstiegskandidaten geschossen. Wie lange wird jetzt über ihn berichtet? 6-7 Monate?
    9 26 Melden
    • Schreiberling 23.10.2016 14:35
      Highlight Mimimi Brändon. Er hat schon letzte Saison immer wieder sehr gute Spiele gezeigt.
      9 7 Melden
    • AJACIED 23.10.2016 17:53
      Highlight Minimi Schreiberling immer wieder alle 10-12 spiele oder sags mir bitte genauer !!!
      5 6 Melden
    • hiob 24.10.2016 10:53
      Highlight @AJACIED: minimi oder mini-me? ich finde, wenn ein noch junger schweizer in der premier league 2 tore schiesst, kann man ruhig darüber berichten.
      2 0 Melden
    600
  • Corrado 23.10.2016 13:09
    Highlight Gut gemacht - wenn nur seine dumme, höchst arrogante Siegerpose nicht wäre. Einfach unausstehlich
    12 28 Melden
    • meliert 23.10.2016 14:47
      Highlight ich habe es live vor Ort gesehen, er ist ein "poser"!
      6 6 Melden
    • AJACIED 23.10.2016 18:00
      Highlight Ein poser kann Mann von mir aus sein wenn Mann was erreicht hat und dazu was grosses beigebracht hat. Beste Beispiele Ibra C. Ronaldo.
      Ein schakiri muss noch sooooo viel leisten das Mann von ihm in den höchsten Tönen reden kann. Da heben die Medien natürlich au sehr viel dazu beigebracht mit dem unnötigen Hype schön zu Bayern Zeiten.
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