Sport

Schweizer Cup, Achtelfinal

Tuggen – Basel 1:4 (0:4)

Aarau – Lugano 2:0 (1:0)

Kriens – Brühl 5:3 n.V. (1:1)

Winterthur – Chiasso 2:1 (0:1)

YB – GC 5:0 (2:0)

Klarer Sieg des FC Basels, der Torjubel haltet sich dementsprechend in Grenzen. Bild: KEYSTONE

Schweizer Cup: Aarau wirft Superligist Lugano raus – Basel ohne Mühe

Der FC Basel gibt sich gegen den klaren Aussenseiter aus Tuggen keine Blösse. Das Team von Urs Fischer trifft in Halbzeit eins viermal. Im Brügglifeld hingegen hat es im Achtelfinal den dritten Superligisten erwischt: Lugano verliert gegen Aarau mit 0:2.

Publiziert: 26.10.16, 21:36 Aktualisiert: 27.10.16, 12:01

Als dritte Super-League-Mannschaft nach Lausanne und Thun ist Lugano gegen einen unterklassigen Verein aus dem Schweizer Cup ausgeschieden. Die Tessiner verloren den Achtelfinal in Aarau 0:2.

Zwischen dem Vierten der Challenge League, der zuletzt dreimal in Serie verlor, und dem Sechsten der Super League war von Beginn an kaum ein Unterschied in der Leistung zu erkennen. Aarau hätte in der Pause höher führen können als 1:0. Nach 14 Minuten vergab Stürmer Ivan Audino allein vor Luganos Goalie Russo eine erstklassige Chance. Sieben Minuten vor der Pause machte Audino seinen Fehler wett, indem er den entscheidenden Querpass zu Torschütze Sébastien Wüthrich, der auf der Höhe des weiteren Pfosten alleingelassen worden war.

Tréand sorgt mit dem 2:0 für die Entscheidung. Video: streamable

Die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum wusste auch in der zweiten Hälfte zu gefallen, wogegen der Cupfinalist der vergangenen Saison nach den zumeist überzeugenden Leistungen in den letzten Meisterschaftsspielen vieles schuldig blieb. Pech hatten die Gäste indessen mit einem Lattenschuss von Lorenzo Rosseti nach knapp einer Stunde. Letztlich war aber für Aarau sogar das 2:0 verdient. Es war das Produkt zweier eingewechselter Spieler: Geoffrey Tréand traf auf einen Querpass von Patrick Rossini.

Möchtest du sehen, wie sich GC bis auf die Knochen blamiert hat? Hier lang:

«Basel B» in Tuggen ohne Probleme

Basel bekundete im Cup gegen Tuggen auch mit der zweiten Auswahl keine Schwierigkeiten für den Viertelfinaleinzug. Mit vier Toren in der ersten Halbzeit schuf der FCB die Differenz beim 4:1-Sieg früh.

Urs Fischer hielt Wort. Der FCB-Trainer hatte angekündigt, gegen Tuggen nicht die gesamte Mannschaft zu schonen, wie er das in der letzten Runde gegen Zug 94 (1:0) getan hatte. Das tat er nicht. Mit Eder Balanta und Luca Zuffi standen zwei Spieler zu Beginn auf dem Platz, die auch am Wochenende zur Startelf gehört hatten.

Tuggen-Trainer Adrian Allenspach gratuliert Urs FIscher. Bild: KEYSTONE

Erwartungsgemäss genügte auch der zweite Basler Anzug (und der ungewohnte Mix aus schwarz-rotblauem Shirt und weisser Hose), um sich der Pflicht beim Vertreter aus der Promotion League zu entledigen. Und anders als beim 3:1-Sieg im Stadion an der Linthstrasse vor drei Jahren, als die Tuggner 50 Minuten lang das 0:0 halten konnten, manifestierte sich die Basler Dominanz diesmal früh auf der Anzeigetafel.

Nach acht Minuten verwertete Jean-Paul Boëtius eine Flanke von Michael Lang zum 1:0. Zehn Minuten später erhöhte der Niederländer vom Penaltypunkt aus, nachdem Lang im Strafraum gefoult worden war. Das 3:0 erzielte Lang in der 35. Minute nach einem Corner von Luca Zuffi selber. Und noch vor der Pause führte ein weiterer Corner Zuffis zum 2:0 durch Eder Balanta. Nach der Pause ging es der FCB lockerer an. Er ersparte den Gastgebern damit eine Kanterniederlage. Mehr noch: Er ermöglichte ihnen in der Nachspielzeit auch noch den Ehrentreffer durch Jusuf Shala.

Weil sie doch so Freude daran haben: Der Ehrentreffer durch Jusuf Shala für Tuggen. Video: streamable

Verlängerung entscheidet bei Kriens gegen Brühl

Tore von Daniel Fanger, Skumbim Sulejmani und Bem in der Verlängerung entschieden das Cup-Achtelfinal-Duell zweier Promotion-League-Mannschaften zugunsten des SC Kriens und gegen die Gäste von Brühl St.Gallen. Der 5:3-Sieg war verdient und auch in Anbetracht der Statistiken logisch. Promotion-League-Leader Kriens gewann seine letzten vier Meisterschaftsspiele dieser Saison und seit 2013 die letzten fünf Direktbegegnungen gegen die Ostschweizer.

Mit diesem Hammer sichert Fanger den Kriensern den Sieg. Video: streamable

Der SC Kriens benötigt noch einen Sieg, um so weit zu kommen wie 2010 bei seinem unbestrittenen Highlight der Vereinsgeschichte. Die Innerschweizer erreichten damals die Cup-Halbfinals und mussten sich dem FC Basel nur 0:1 geschlagen geben.

Winterthur kehrt Partie gegen Chiasso

Der FC Winterthur, Finalist der Jahre 1968 und 1975, hat sich mit einem 2:1-Heimsieg gegen den Ligarivalen Chiasso in die Viertelfinals des Schweizer Cups gekämpft.

Die hochverdiente Wende vom 0:1 zum 2:1 auf der Schützenwiese fiel innerhalb von vier Minuten Mitte der zweiten Halbzeit durch Tore von Kreso Ljubucic und Romain Dessarzin und war für die überlegenen Winterthurer hochverdient.

(sda/qae)

Die Telegramme

Aarau - Lugano 2:0 (1:0)
2123 Zuschauer. - SR Jaccottet.
Tore: 38. Wüthrich (Audino) 1:0. 81. Tréand (Rossini) 2:0.
Lugano: Russo; Padalino (46. Vecsei), Rouiller, Golemic, Jozinovic; Mihajlovic, Crnigoj, Mariani; Alioski, Rosseti, Mizrachi (46. Aguirre).
Bemerkungen: Aarau ohne Besle (gesperrt), Peralta, Garat und Romano (alle verletzt). Lugano ohne Culina, Piccinocchi, Sulmoni, Ponce (alle verletzt) und Sabbatini (nicht im Aufgebot). Lattenschüsse: 59. Rosseti, 92. Audino (Aarau). Verwarnungen: 25. Jäckle (Aarau/Foul), 45. Markaj (Foul), 52. Mihajlovic (Foul), 70. Golemic (Foul), 93. Aguirre (Unsportlichkeit). 

Tuggen - Basel 1:4 (0:4)
4150 Zuschauer. - SR Amhof.
Tore: 8. Boëtius (Flanke Lang) 0:1. 18. Boëtius (Foulpenalty/Foul an Lang) 0:2. 35. Lang (Corner Zuffi) 0:3. 44. Balanta (Corner Zuffi) 0:4. 90. Shala (Stadler) 1:4.
Basel: Vailati; Lang (57. Gaber), Cümart, Balanta, Riveros; Serey Die, Zuffi; Bua (14. Bjarnason/69. Kutesa), Elyounoussi, Boëtius; Sporar.
Bemerkungen: Basel ohne Vaclik, Traoré, Delgado, Janko, Callà (geschont), Akanji (verletzt), Höegh, Fransson und Steffen (krank).

Young Boys - Grasshoppers 5:0 (2:0)
7715 Zuschauer. - SR Klossner.
Tore: 17. Hoarau (Zakaria) 1:0. 20. Kubo (Hoarau) 2:0. 46. Ravet (Schick) 3:0. 77. Mbabu (Schick) 4:0. 85. Sanogo (Corner Schick) 5:0.
Young Boys: Mvogo; Sutter, Nuhu, Von Bergen, Lecjaks; Ravet (75. Mbabu), Zakaria (80. Bertone), Sanogo, Schick; Hoarau (62. Frey), Kubo.
Grasshoppers: Mall; Bamert, Basic, Zesiger; Lavanchy, Källström, Brahimi, Sherko; Sigurjonsson (61. Andersen), Caio (73. Hunziker); Munsy (73. Tabakovic).
Bemerkungen: Young Boys ohne Gerndt, Benito, Wüthrich, Sulejmani (verletzt), Gajic und Vilotic (nicht im Aufgebot). GC ohne Antonov, Rhyner, Alpsoy (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 41. Caio (Foul).

Kriens - Brühl St. Gallen 5:3 (2:2, 1:1) nach Verlängerung.
1200 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 12. Thali 1:0. 42. Araujo 1:1. 78. Siegrist (Handspenalty) 2:1. 87. Huber 2:2. 91. Fanger 3:2. 111. Sulejmani 4:2. 116. Sabanovic 4:3. 118. Bem 5:3.
Bemerkungen: Pfostenschuss: 5. Weber (Kriens).

Winterthur - Chiasso 2:1 (0:1). 
2100 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 9. Padula 0:1. 66. Ljubicic 1:1. 68. Dessarzin 2:1. -
Bemerkungen: 57. Torhüter Bellante (Chiasso) hält Foulpenalty von Sliskovic.

David gegen Goliath: Die grössten Cup-Sensationen

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
4 Kommentare anzeigen
4
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Sanchez 27.10.2016 00:23
    Highlight Grande Aarau! Eine geile Reaktion nach zuletzt vier mässigen Ligaspielen.. Völlig verdient im Viertelfinal.
    12 2 Melden
    600
  • Randy Orton 26.10.2016 23:58
    Highlight YB-GC wird mit keinem Wort erwähnt?
    6 11 Melden
    600
  • Auf! 26.10.2016 23:01
    Highlight Weiss jemand wann Auslosung ist?
    4 0 Melden
    • nick miller 26.10.2016 23:48
      Highlight 6. Nov, im Sportpanorama
      8 1 Melden
    600

Polizei 0 – Muttenzerkurve 1: Statt Fäuste haben die FCB-Fans am Wochenende in Lugano Läckerli verteilt

Per Brief warnte die Stadtpolizei Lugano die Anwohner des Stadions Cornaredo vor gewaltbereiten Basel-Fans. Mit einem Grossaufgebot stand man am Wochenende bereit, wartete auf den Big Bang, doch dann kam alles ganz anders ...

Seit Monaten dominieren sie im Tessin die Schlagzeilen: Die Immigranten, welche massenweise in die Sonnenstube der Schweiz eindringen. Panik! Lega-Regierungspräsident Norman Gobbi forderte gar: «Ein Zaun muss her!»

Dieses Wochenende erreichte der Erregungszustand seinen vorläufigen Höhepunkt: Für einmal drohten nämlich weder Eritreer, Syrer oder Kurden den Kanton zu überschwemmen, sondern Basler! Besonders schwer integrierbar, kulturell kaum zu überbrückende Differenzen, zudem noch …

Artikel lesen