Sport

Die Gasparins, die bekannteste Schweizer Biathlonfamilie: Selina, Elisa und Aita (v. l.). Bild: KEYSTONE

Liebeserklärung an den besten Sport der Welt: Biathlon. Ja, Biathlon!

Heute wird die Biathlon-Saison mit dem Einzel der Frauen in Östersund eingeläutet. Endlich! Für mich ist der Sport mit dem Gewehr und den Langlaufskis das Grösste, das es gibt.

Publiziert: 30.11.16, 16:21 Aktualisiert: 01.12.16, 08:12
Donat Roduner
Donat Roduner

Der Fussball hat mich schon als kleines Kind erwischt. Für mich war klar: Es kann keine bessere Sportart geben. Und das war auch lange so, sehr lange sogar. Doch dann habe ich mich neu verliebt. Aus dem Nichts. Wieso genau, weiss ich bis heute nicht. Denn die neue Flamme hat mir bis dahin nicht das Geringste bedeutet, dieses Biathlon.

«Was ist ist das nur für eine doofe Mischung: Schiessen und Langlauf, das interessiert ja beides keine Sau», dachte ich – bis ich mich 2012 beruflich mit Biathlon auseinandersetzen musste. Als Stagiaire bei der Nachrichtenagentur Sportinformation (heute sda Sport) wurde mir diese Disziplin quasi zugetragen. Ganz zu Beginn war ich darob irritiert, weil ich mit dieser Sportart bis dahin ja nichts anfangen konnte. Aber ich merkte zu meinem grossen Erstaunen sehr schnell:

Biathlon ist der beste Sport der Welt.

Fakt

Klar, kann man das als Verblendung abtun – das ist ja noch oft der Fall, wenn man verliebt ist –, aber für obige Aussage gibt es triftige Gründe.

Geniale Kombination

Die Verbindung von Langlauf und Schiessen ist tatsächlich die genialste in der ganzen Sportwelt. Auf der einen Seite die auf der Loipe praktizierte, äusserst fordernde Ausdauer-Sportart und auf der anderen die Präzision, die im Schiessstand gefordert ist. Die besten Biathleten können mit der Langlauf-Elite mithalten und treffen gleichzeitig mit Puls 160 aus 50 Metern verlässlich eine Scheibe, so klein wie ein Fünfliber. Eine Meisterleistung!

So sieht es aus, wenn Biathleten wettkampfmässig schiessen. bild: donat roduner

Glaub mir, ich weiss, wovon ich rede. Ich durfte nämlich auch mal Hand anlegen: Ich habe mit dem Kleinkalibergewehr vier von fünf Scheiben getroffen. Liegend, in Ruhe, und auf die Stehend-Scheibe (11,5 cm Durchmesser). Stehend ist es gefühlt unmöglich, die Flinte stabil zu halten und doch räumen die Profis, nach Atem ringend (sie müssen diesen ja trotz der Belastung anhalten), in beeindruckender Regelmässigkeit alle Scheiben ab. Das ist Mal für Mal faszinierend.

Stimmung und Spannung

Bezüglich Popularität hat der Sport hierzulande noch Potenzial, doch bei den Weltcuprennen in Europa pilgern jeweils mehrere 1000 Fans an die Wettkampfstätten und sorgen dort für prickelnde Stimmung. Was abgeht, wenn die jeweils einheimischen Helden zum Schiessstand kommen, ist sehr spannend zu beobachten. Purer, schallender Enthusiasmus, wenn die Scheibe fällt. Totenstille, wenn sie stehen bleibt. Ein Biathlon-Rennen live zu erleben, gibt dem Ganzen noch eine zusätzliche Dimension.

Der Wettkampfaufbau ist aber derart sensationell, dass sich Biathlon auch ohne Weiteres zuhause auf dem Sofa geniessen lässt. Rennen sind stets durchgehend hochspannend. Im Gegensatz zu beispielsweise Langlauf-Rennen (ich mag Langlauf, glaub mir), die oftmals schon nach der Hälfte entschieden sind, kann bis zum letzten Schiessen alles passieren. Biathlon ist die perfekte Plattform für epische Dramen und Heldengeschichten.

Dramatisches Finish an der WM 2013 in Nove Mesto mit Emil Hegle Svendsen, der Martin Fourcade letztlich um 2,4 cm bezwingen konnte. Video: YouTube/BiathlonUA

Kommt hinzu, dass die Rennen die perfekte Länge haben. Ob Sprint, Verfolgung, Massenstart oder die Königsdisziplin Einzel: Der Wettkampf dauert zumeist zwischen einer und anderthalb Stunden, er ist also weder zu kurz noch zu lang. Die ideale Dauer, um mit voller Aufmerksamkeit dabei zu bleiben.

Dabei hilft übrigens auch der Live-Service der IBU, der Internationalen Biathlon-Union, mit dem in Echtzeit jedes noch so kleine Detail mitverfolgt werden kann. Das hilft vor allem, wenn die Schweizer wieder einmal nicht im TV gezeigt werden.

Die Schweizer

Der helvetische Aspekt spielt natürlich eine Rolle. Würden wir Schweizer uns in dem Mass für Skispringen interessieren, wenn es Simon Ammann nicht gäbe? Eher nicht. Ähnlich verhält es sich mit Biathlon. Da haben wir zwar noch keinen Simon Ammann oder Dario Cologna, aber immerhin eine Selina Gasparin oder einen Benjamin Weger. Sprich: zwei Athleten, denen man in Bestform stets das Podest zutrauen kann.

Benjamin Weger (l.) und Selina Gasparin, hier bei der Mixed-Staffel an den Olympischen Winterspielen in Sotschi, sind die Schweizer Aushängeschilder. Bild: NordicFocus/freshfocus

Swiss Ski macht im Biathlon hervorragende Nachwuchsarbeit, sodass man sich Winter für Winter über neue Gesichter freuen kann, deren Entwicklung sich zu beobachten lohnt. Saison für Saison wird die Teamleistung besser. Das wird vor allem auf diesen Winter zutreffen, da Selina Gasparin nach ihrer Mutterschaftspause in den Weltcup-Zirkus zurückkehrt und sich Weger für zuletzt mässige Leistungen rehabilitieren will.

Und was ich aus erster Hand weiss: Die Schweizer Biathleten sind auch persönlich äusserst sympathisch.

Und wo sonst passieren solche Sachen?

Anyway, ich könnte stundenlang weiterbrabbeln. Aber ich halte es für schlauer, mich wieder meiner Liebe hinzugeben. Heute um 18 Uhr treffe ich sie ja wieder! Und dir rate ich, spontan ein Date aufzusetzen, denn sie ist ganz und gar nicht monogam und wird auch dir gefallen. 😉

Man erinnert sich gerne zurück: Selina Gasparin gewinnt in Sotschi Silber

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29 Kommentare anzeigen
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  • Dan Rifter 30.11.2016 21:26
    Highlight Biathlon.. gefühlte 95 Disziplinen, weil die Deutschen seit jeher im IOC genug zu sagen haben, um im Medaillenspiegel dank Biathlon stets oben dabei zu sein.

    Wenn eine(r) 5-8 Medaillen holen kann, sind die einzelnen Wettkämpfe zu wenig ausdifferenziert/spezialisiert.

    Siehe auch Schwimmen..
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  • AJACIED 30.11.2016 19:56
    Highlight Sehr cooler Sport mit sehr viel guten und sehr guten Sportlern. Nimmt mich wunder wieviele einen Bjœrndahlen kennen. Einer der besten Sportler der Weltgeschichte des Sports. Was dieser Typ schon gewonnen hat ist abartig krass 👌🙌. Ja es gibt nicht nur Fussballer oder Tennisspieler. Sein Pech (wegen dem Geld)ist das dieser Sport nich so kommerziell ist.
    11 6 Melden
    • AJACIED 30.11.2016 21:35
      Highlight Nicht Blitze sondern Argumente geben warum ein Bjœerndahlen weniger gut sein sollte als gewisse andere. Nicht einfach Blitze geben nur weil Mann diesen Sport sch** findet 🙈🙈
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  • Archipat 30.11.2016 18:19
    Highlight Verstehe immer noch nicht, wie man beim Biathlon Zweiter werden kann. Man hat doch ein Gewehr?
    64 3 Melden
    • Frau Dr. Gähn 30.11.2016 18:42
      Highlight 🎃
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  • Sagitarius 30.11.2016 17:57
    Highlight Ich bin Sportschütze (Pistole). Was die Jungs und Mädchen hier bieten ist einfach unglaublich! Auf Skiern herumzurennen und dann kurz anhalten um zu schiessen UND zu treffen ist einfach unglaublich! Hut ab! Ich bin wirklich jedesmal beeindruckt!
    Danke für diesen Bericht!
    25 0 Melden
    • Zat 01.12.2016 22:10
      Highlight Ach daher der Name. Als Sport-Kollegin auf 300 m kann ich das von A-Z unterschreiben. Besten Dank an den Autor für den Artikel und die Videos, bei Punkt 4 habe ich tw mitgelitten.
      Lediglich die rückblickende Einleitung betreffend Spannung im Schiessen verlangt dann doch Einwand. Der Dank und die Gratulation geht an Heidi Diethelm für einige der spannendsten Minuten an Rio 2016.
      4 0 Melden
    • Sagitarius 02.12.2016 10:03
      Highlight Heidis Leistung in Rio und die damit verbundene Spannung war wirklich eines meiner High Lights von Rio! Allen die das nicht so ganz nachvollziehen können sei dieser SRF Bericht zu empfehlen!

      http://www.srf.ch/sport/rio-2016/1-schweizer-medaille-heidi-diethelm-gerber-holt-bronze
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  • Nathan_Hale 30.11.2016 17:48
    Highlight Toller Artikel! Nur der Abschnitt bezüglich hervorragender Nachwuchsarbeit von Swissski entspricht speziell im Herrenbereich leider nicht der Wahrheit.
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  • Roaming212 30.11.2016 17:32
    Highlight Sportarten die generell nur im Kreis verlaufen sind eigentlich langweilig, zum Glück ballern sie zwischendurch noch.
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  • w'ever 30.11.2016 17:26
    Highlight das gute an, und für biathlon ist, dass es ARD/ZDF ausstrahlt und für das publikum gut verpackt.
    14 1 Melden
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  • Mia_san_mia 30.11.2016 16:59
    Highlight Dieser Sport sagt mir eigentlich auch nichts, aber vielleicht sollte ich ihm nach diesem Artikel mal eine Chance geben 😊
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  • N. Y. P. 30.11.2016 16:58
    Highlight Es ist, wie du sagst Donat, die Mischung, die den Biathlon so speziell machen. Laufen und dann mit hohem Puls die Zielscheibe treffen. In einzigartiger Natur-Atmosphäre mit tollen Bildern. Bis am Schluss ist nicht sicher, wer gewinnt. Und es sind erfrischende Persönlichkeiten, die erfrischende Interviews geben. Und es ist genau die richtige Länge, die so ein Wettkampf dauert. Ich bin auch dem Biathlon verfallen..
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  • Peter Winkler 30.11.2016 16:55
    Highlight Für mich ist Biathlon mit grossem Abstand die spannendste Wintersportart.
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  • Theo Retisch 30.11.2016 16:53
    Highlight Biathlon in wenigen Worten erklärt: In den Wald ballern und auf Langlaufskiern davon rennen.
    17 18 Melden
    • Schreiberling 30.11.2016 18:44
      Highlight Du hast die Sportart offensichtlich nicht verstanden.
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  • Flying Dutchman 30.11.2016 16:50
    Highlight "Ich habe nie verstanden wie man beim Biathlon zweiter werden kann, man hat ja schliesslich ein Gewehr dabei! "

    Ich hab leider vergessen von wem das Zitat ist, vielleicht von Churchhill odr so?
    41 2 Melden
    • Mia_san_mia 30.11.2016 16:57
      Highlight Haha der ist gut 😁
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  • maxi 30.11.2016 16:40
    Highlight ich mag Biathlon! Ich verstehe nur nicjt wie man da zweit werden kann, ich meine man hat ja ein gewehr... 🤔😎
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  • Libertas 30.11.2016 16:32
    Highlight Ich hab es tatsächlich mal versucht mich mit Biathlon anzufreunden....aber fehlanzeige. Für mich bleibt das ultralangewillig.
    Die beste Sportart zum zuschauen ist und bleibt American Football. Sonntag Abends ein NFL Spiel zu schauen ziehe ich jeder anderen Aktivität hundert mal vor!
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    • sheshe 30.11.2016 16:50
      Highlight Zum Zuschauen? Ganz klar AFL (Footie / Australian Football League). Gibt keine andere Sportart mit so einer geballten Ladung Action!! Biathlon siedelt sich da eher zwischen Cricket und Baseball ein.
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    • grumpy_af 30.11.2016 16:54
      Highlight Ich schaue auch lieber Werbung anstatt eines langweiligen Sports! Dachte schon ich sei der Einzige...
      16 20 Melden
    • Kristjan Markaj 30.11.2016 16:54
      Highlight Geil, alle fünf Sekunden Werbeunterbrechungen.
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    • Libertas 30.11.2016 16:58
      Highlight Wer Football auf Werbung reduziert hat halt einfach keine Ahnung. Nicht schlimm, aber kein Kompetenznachweis um hier zu kommentieren.
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    • Pasch 30.11.2016 17:30
      Highlight Wird jetzt Biathlon geguckt, weil dort (fast) keine Werbung kommt oder wegen des Sports?? An Olympia vieleicht noch spannend sonst nur bei WhatsZapp :-D
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    • florian_berg 30.11.2016 18:27
      Highlight Also AFL? Die Sportart bei der jeder ins Stadion geht, da die diese Sportart schlichtweg nicht TV tauglich ist?
      9 2 Melden
    • Lord_ICO 30.11.2016 19:00
      Highlight Schaue selbst gerne NFL, jedoch verstehe ich jeden, der sich an den vielen Werbepausen nervt. Ist man sich von "europäischen" Sportarten halt nicht gewohnt.
      Biathlon schaue ich mir seit ca. 3 Jahren auch regelmässig an, da hier viele Überraschungen passieren können ist jedes Rennen spannend.
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    • AJACIED 30.11.2016 19:50
      Highlight Wow ganz krass libertas!
      6 2 Melden
    • grumpy_af 30.11.2016 22:00
      Highlight SInd wir ehrlich: American Football bietet viel, vor allem was Strategie angeht. Jedoch überhaupt nicht TV tauglich. Da ist mein Sport, Rugby Football um Einiges anschauungsfreundlicher.
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Früheres Comeback – Roger Federer spielt schon dieses Jahr wieder Tennis

Eigentlich war die Rückkehr von Roger Federer für den Hopman Cup in Australien anfangs Jahr 2017 geplant. Nun aber soll der «Maestro» bereits im Dezember an der International Premier Tennis League (IPTL) teilnehmen. 

Der Schweizer wird im Team «Indian Aces» spielen, wie auf der Homepage bereits bestätigt wird. 

Die Matches werden im japanischen Saitama (2. bis 4. Dezember), in Singapur (6. bis 8.) und im indischen Hyderabad (9. bis 11. sowie Finalspiele) ausgetragen. 

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