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In this photo taken on Friday, Oct. 25, 2013, Los Angeles Clippers owner Donald Sterling, right, and V. Stiviano, left, watch the Clippers play the Sacramento Kings during the first half of an NBA basketball game in Los Angeles. The NBA is investigating a report of an audio recording in which a man purported to be Sterling makes racist remarks while speaking to Stiviano.  NBA spokesman Mike Bass said in a statement Saturday, April 26, 2014, that the league is in the process of authenticating the validity of the recording posted on TMZ's website. Bass called the comments "disturbing and offensive."  (AP Photo/Mark J. Terrill)

Donald Sterling mit seiner Freundin V. Stiviano. Bild: AP/AP

Rassismus-Vorwurf in der NBA

«Ich verlange, dass du Schwarze nicht zu meinen Spielen bringst»

Ein Gesprächsmitschnitt empört Amerika. Ein Mann schilt seine Freundin, weil sie sich öffentlich mit Schwarzen zeigt. Zu hören ist angeblich Donald Sterling, Besitzer des Basketballteams Los Angeles Clippers – die meisten Spieler des Teams sind schwarz.

27.04.14, 11:23 27.04.14, 19:03

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Ein wenige Minuten langer Clip könnte den Besitzer des Profi-Basketballteams Los Angeles Clippers als Rassisten entlarven. Auf der Aufnahme ist laut einem Bericht des Klatschportals «TMZ» Donald Sterling zu hören. Die Aussagen sollen an seine Freundin V. Stiviano gerichtet sein und vom 9. April stammen.

Zu hören ist ein Mann, der seine Partnerin dafür kritisiert, dass sie sich via Instagram mit Schwarzen zeigt. «Es stört mich sehr, dass du veröffentlichen willst, dass du dich mit Schwarzen abgibst. Muss das sein?», heisst es etwa.

Video: YouTube/TMZ

«Willst du, dass ich Schwarze hasse?», fragt die Frau. Die Antwort: «Ich will, dass du sie liebst – privat.» Wenig später sagt die Frau, es tue ihr leid, dass der Mann im Herzen immer noch rassistisch sei.

«Du kannst mit Schwarzen schlafen. Du kannst sie mitbringen, du kannst tun, was immer du willst. Das wenige, was ich von dir verlange, ist, dass du das nicht öffentlich präsentierst und sie nicht zu meinen Spielen bringst.» Und weiter: Die Frau solle keine Bilder von Magic Johnson und sich auf Instagram zeigen. «Und bringe ihn nicht zu meinen Spielen mit.»

Dienstältester Teambesitzer in der NBA

Auslöser der Tirade soll demnach ein Bild gewesen sein, auf dem Stiviano – die selbst mexikanische und schwarze Vorfahren hat – mit Basketball-Legende Johnson zu sehen ist. Das Foto wurde bei Instagram inzwischen gelöscht.

Ein Sprecher der Profi-Basketballliga NBA bezeichnete die Äusserungen als «verstörend und beleidigend». Es werde geprüft, wer auf dem Band zu hören sei. Auch US-Präsident Barack Obama, ein bekennender Basketball-Fan, äusserte sich im Rahmen seiner Asien-Reise zu den Aussagen, die er «unglaublich beleidigend» und «rassistisch» nannte.

Weder die Clippers noch Sterling haben sich bislang zu der Aufnahme geäussert. Wenn tatsächlich Sterling spricht, hat er einiges zu erklären. Die meisten NBA-Spieler sind schwarz, das gilt auch für den Kader der Clippers. Auch Trainer Doc Rivers ist Afroamerikaner. Schon werden Rufe laut, Fans und Spieler sollten die Clippers boykottieren. Zudem wird NBA-Chef Adam Silver aufgefordert, Sterling zu sanktionieren.

«Solange Donald Sterling Besitzer der Clippers ist, werden meine Frau und ich nie wieder zu einem ihrer Spiele gehen», twitterte Johnson. Er bedaure, dass seine Freunde wie etwa Trainer Rivers und Spieler Chris Paul für Sterling arbeiten müssten. Der ehemalige Clippers-Spieler Baron Davis twitterte, Sterling diskriminiere schon seit langer Zeit.

Sterling machte sein Vermögen im Immobiliengeschäft. Er kaufte das Team 1981. Damit ist er der dienstälteste Clubbesitzer in der NBA. Immer wieder wurde er dafür kritisiert, bei dem Team so sehr zu sparen, dass es nicht konkurrenzfähig sei. In jüngster Zeit hatte Sterling allerdings investiert.

Sterling steht nicht das erste Mal unter Rassismus-Verdacht. Bild: AP

Gegen Sterling gab es bereits in der Vergangenheit Rassismusvorwürfe. Die Regierung verklagte ihn, weil er sich geweigert haben soll, Wohnungen an Hispanics, Schwarze und Familien mit Kindern zu vermieten. 2009 endete der Streit in einem Vergleich – Sterling bezahlte 2,73 Millionen Dollar.

Elgin Baylor, einer der besten Basketballer seiner Generation, verklagte Sterling im März 2011. Er fühlte sich von Sterling diskriminiert und wollte zwei Millionen Dollar haben. Seiner Ansicht nach hatte Sterling ihn nach 22 Jahren vom Posten des General Managers bei den Clippers verdrängt. Eine Jury entschied allerdings im Sinne Sterlings.

Die Clippers stehen derzeit in den Playoffs. In der Best-of-Seven-Serie gegen die Golden State Warriors führen sie 2:1. Am Sonntag ist Anwurf für Partie Nummer vier. Sollten die Äusserungen tatsächlich von Sterling stammen, dürfte das Spiel zur Nebensache verkommen. (ulz/AP)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • kiawase 27.04.2014 16:59
    Highlight erschreckend dieser typ ! und sie tut mir leid
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