Sport

Der Siegermuni (l.) ist – als fast einziges Tier – auch 2022 willkommen. Aber Hasen und seltene Vögel bitte nicht. Bild: KEYSTONE

Schwinger wehren sich: Vögel sind gar nicht so selten, Hasen können ausweichen

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 in Aesch BL erregte schon im Vorfeld die Gemüter. Bauern und Umweltschützer wollen den Mega-Anlass verhindern. Jetzt schlagen die Schwinger zurück.

Publiziert: 09.11.16, 17:17 Aktualisiert: 09.11.16, 17:34

Das Eidgenössische 2022 in Aesch BL sei machbar und vertretbar, sagt eine Studie, die der kantonale Schwingerverband am Mittwoch präsentiert hat. Betroffene Bauern und Umweltschutzorganisationen sind gegen den Grossanlass. Denn das Gebiet sei ein Brutplatz seltener Vögel.

Der Schwingverband hat's dank einer Studie herausgefunden: Die Vögel (hier ein Symbolbild) in Aesch sind gar nicht so selten. Bild: shutterstock

Die Promotoren planen eine temporäre Arena mit 47'000 Plätzen sowie ein Festgelände in der Gesamtgrösse von etwa 100 Fussballfeldern auf Feldern zwischen Aesch und Reinach im unteren Baselbiet. Pro Tag sei mit gegen 80'000 Personen zu rechnen, sagte der kantonale Schwingerverbands-Präsident Urs Lanz. «Es ist machbar», sagte er mit Verweis auf Abklärungen zu Verkehr, Sicherheit und Ökologie.

Hier soll das Schwingfest 2022 stattfinden.

Tiere sollen ausweichen

Auch unterliege der Hasenbestand grossen natürlichen Schwankungen; Hasen würden wohl ausweichen und 2023/24 zurückkehren, sagte Züger. Mit Zäunen und Wachpersonal könne man Störungen eingrenzen. Wertvolle Buntbrachen, die das Fest belegen würde, müssten ohnehin alle zwei bis acht Jahre verlegt werden, was man also planen könne.

Diese Hasen! Die brauchen eh zu viel Platz! Sollen doch 2023 wieder zurückkommen! (Diese Bildlegende kann Spuren von Ironie erhalten. Und der Hase im Bild ist nicht echt.) Bild: DAVID CHANG/EPA/KEYSTONE

Dank dem vorhandenen Wegnetz und der Arena-Bauzufahrt via Industrie-Nachbarareale sei minimale Bodenverdichtung zu befürchten, sagte der Infrastrukturverantwortliche David Schreiber. Ein bestehender Reitplatz und ein Modellflugfeld würden nicht belegt, und für das Festbüro stünden Sportplatz-Gebäude zur Verfügung.

Keine Parkplätze, dafür Camping beim Bauern

Parkplätze soll es laut Lanz beim Festgelände keine für Besucher geben. Der ÖV sei in Aesch viel besser als diesen Sommer in Estavayer/Payerne. Wer im Auto anreisen will, solle in Muttenz und im Laufental parkieren und per Shuttlebus zum Platz kommen. Das werde man mit «hohen Parkplatzpreisen» steuern.

Hahaaa! Die Autofahrer kriegen wir mit «hohen Parkplatzpreisen» in den Griff! Bild: KEYSTONE

Übernachtungsmöglichkeiten vom Hotel bis zur Zivilschutzanlage seien für rund 70'000 Personen verfügbar, sagte Schreiber weiter. Er verortete dazu auch ein Campingfeld neben dem Schlatthof auf dem Hügel direkt neben dem Festgelände.

Symbolbild: Genau so werden die Schwingfans 2022 campieren.  Bild: Shutterstock

Oder vielleicht auch so (Symbolbild).  Bild: Shutterstock

Kein unabhängiges Gutachten – das wäre zu teuer gewesen

Allerdings hatten sich betroffene Bauern bisher negativ geäussert, auch öffentlich. Im März hatte sie der Kantonalverband mit vagen Angaben erschreckt und existenzielle Ängste ausgelöst. Dafür hat Lanz Verständnis. Inzwischen lägen mit der Studie aber Lösungen vor; man habe das Möglichste einfliessen lassen und am Projekt gefeilt. Neue Gespräche stünden an.

Die Studie ist im Übrigen kein unabhängiges Gutachten. Das wäre zu teuer gewesen und das Knowhow auch so greifbar, erklärte Lanz. Ein anwesender Vertreter von Pro Natura Baselland zeigte sich indes von der Studie wenig beeindruckt; die Umwelt-Befürchtungen seien damit keineswegs ausgeräumt.

Ende November will der Baselbieter Schwingerverband über sein weiteres Vorgehen entscheiden. Parallel klärt der baselstädtische Schwingerverband, ob und wie ein «Eidgenössisches» im Gebiet St.Jakob mit dem Fussballstadion machbar ist. (fox/sda)

So gut war die Stimmung am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Themen
3 Kommentare anzeigen
3
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • bokl 09.11.2016 23:26
    Highlight Beim Festgelände wird es keine Parkplätze geben. Und damit die Leute nicht dort parkieren, machen wir die Preise für die Parkplätze - die es nicht gibt - extra hoch. Scheint mir ein Super Konzept zu sein...
    13 1 Melden
    • Homes8 10.11.2016 09:09
      Highlight Auch ohne Fest-Anlass staut sich der Verkehr zu Stosszeiten vom Leymental her auf der Arlesheimerstrasse Richtung Hauptstrasse bis zum geht gar nichts mehr. Da die Zubringer von den Einkaufszentren und Industrie im Kreisel Vortritt gegenüber denen von der Pfeffingerringstrasse haben. Ich habe schon Wartezeiten von 20min für 200m dort erlebt.
      Eventuel wäre Wittinsburg, wo alljährlich die Flugschau stattfindet, oder die Ebene zwischen Rünenberg und Kilchberg besser geeignet. Hätte auch die schönste Aussicht übers Baselbiet:-)
      3 0 Melden
    600
  • Homes8 09.11.2016 18:31
    Highlight In Aesch einen grösseren Anlass durchführen zu wollen würde in einem Verkehrsfiasko enden, da man verpasst hat einen vernünftigen Autobahnanschluss fertig zubauen. Dazu hätte man ab Ausfahrt eine Unterführung unter der Hauptstrasse und Tramlinie zur Pfeffingerringstrasse bauen müssen.
    Da wäre das St. Jakob Gebiet schon praktischer, aber halt nicht so schön gelegen, so nah an der Stadt.

    Da wo die rot-weissen Pfeile sind müsste es weiter gehen.
    12 3 Melden
    600

Österreich übt den Skistil der Zukunft – warum das die Schweizer kalt lässt

In Österreich wird an der Zukunft des Skifahrens getüftelt. Ein neuer, natürlicher Skistil soll schon bald das Carving ablösen. Die Meldung sorgte in den letzten Tagen für Aufsehen. Doch die Schweizer Skilehrer wittern einen Marketinggag.

Gleich mehrere deutsche Newsportale haben Anfang Woche das Carven totgeschrieben. Carven – das Skifahren auf Kanten also – sei out, in Zukunft fahre man wieder «natürlicher» durch den Schnee. Von einer Revolution auf Brettern ist die Rede, von «Schönskilauf», die österreichischen Skischulen würden voll darauf setzten. Wie das aussieht, siehst du hier. Oder auf dem folgenden Bild:

Der ehemalige österreichische Skirennfahrer Rainer Schultes erklärt den angeblich neuen Stil so: 

Dies im …

Artikel lesen