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Stan Wawrinkas Sorgenkind ist und bleibt die Inkonstanz. Bild: Barbara Walton/EPA/KEYSTONE

Die Inkonstanz in Person: Die Zahlen belegen Stan Wawrinkas grösste Baustelle

Stan Wawrinka scheitert auch in Indian Wells an einem Spieler ausserhalb der Top 100. Ein Ausrutscher? Mitnichten!

16.03.15, 10:07 16.03.15, 10:48
Tobias Wüst
Tobias Wüst

Bereits in der zweiten Runde muss Stan Wawrinka in Indian Wells die Segel streichen: In drei Sätzen unterliegt der Romand der Weltnummer 104 Robin Haase. Die Bälle springen in der kalifornischen Wüste ungewohnt hoch weg – Bedingungen, mit denen der Romand noch nie warm geworden ist: Tatsächlich ist Stan bei acht Teilnahmen nie über die Viertelfinals hinausgekommen.

Wawrinka und die Indian Wells: Alles andere als eine Liebesbeziehung. Bild: Getty Images North America

Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Wawrinka auf dem Papier eigentlich der klare Favorit war: Die beiden Kontrahenten trennen satte 97 Ranglistenplätze. Zudem ist der Holländer nicht in Form und bei seinen letzten sechs Turnieren jeweils in der Startrunde gescheitert. Auf die FIFA-Weltrangliste umgemünzt: Wie wenn Portugal mit Weltfussballer Cristiano Ronaldo gegen ein ersatzgeschwächtes Bahrain verliert.

37 Unforced Errors: Einfach zu viele. bild: Twitter

Ein Ausrutscher also, denn man sich auch an einem Masters-1000-Turnier hin und wieder leisten darf? Oder doch mehr?

Seit bald zwei Jahren ist der Schweizer ununterbrochen in den Top 10 zu finden, bereits ragt mehr als nur eine Fussspitze aus Roger Federers gewaltigem Schatten. Seine Leistungen sind unbestritten. Dennoch wäre noch viel mehr möglich.

Markante Schwäche gegen Underdogs

Wawrinka ist als Wundertüte bekannt, dessen Leistungsskala beliebig nach oben oder unten ausschlagen kann. Und dieser Eindruck täuscht nicht, wie die Zahlen belegen.

Nach seinem überraschenden Grand-Slam-Titel in Melbourne von vor einem Jahr ist Wawrinka in den letzten zwölf Monaten bei 22 Turnierteilnahmen 19 Mal gescheitert und hat sich dreimal den Titel geholt. An sich keine schlechte Bilanz, doch die siegreichen Gegner lassen aufhorchen.

Am häufigsten jubelt Stan gegen die «Mittelgrossen». Bild: Patrick Post/AP/KEYSTONE

Neben vertretbaren Niederlagen gegen Roger Federer und Novak Djokovic verliert Wawrinka gegen keinen einzigen Top-10-Spieler und nur gegen fünf Athleten aus den Top 20. Demgegenüber stehen zehn Pleiten gegen schwächere Gegner, wovon fünf von ausserhalb der besten 60 Spieler der Welt stammen.

Die wawrinka'sche Achterbahn-Fahrt

Fünfmal gescheitert an Spielern, die mit ihren Leistungen selten ins Rampenlicht treten und an den grossen Turnieren meist nicht über die Kananonfutter-Rolle hinauskommen. Und das in einem Jahr.

Gleichzeitig aber einen Grand-Slam-Titel sowie in allen Kategorien von den 250er- bis zu den 1000er-Turnieren jeweils einen Turniersieg geholt und im Davis Cup über das ganze Jahr hinweg brilliert und am Ende den Titel feiern können.

Der Schweizer war also unbestritten in Form; wenn er jetzt auch noch öfters die Papierform erfüllen und gegen die «kleinen» Gegner gewinnen kann, ist er nicht mehr zu stoppen.

Das Hauptziel für dieses Jahr ist seinem Coach Magnus Norman denn auch klar: «Er muss konstanter spielen als letzte Saison.» Die Inkonstanz ist ein ständiger Wegbegleiter des Lausanners – ein lästiger, wie Wawrinka selber zugibt. Nach seinem Aus in Melbourne in diesem Jahr bläst er ins selbe Horn wie sein Coach: «Es sollte mir möglich sein, konstanter zu spielen als im letzten Jahr.» Kurz darauf gewinnt er das Turnier von Rotterdam – und scheitert eine Woche später in Marseille an der Weltnummer 59 Sergej Stachowski.

Die grössten Schweizer Tennis-Erfolge

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • 8004 Zürich 16.03.2015 18:29
    Highlight ...und so hatte Stan vor seiner Titelverteidigung am Australian Open auch über 60% seiner Punkte an nur zwei Turnieren (!) eingefahren. Für einen Top-4-Spieler (der er im Jan. noch war) eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit - wenn auch etwas der damaligen Konstellation geschuldet. Wenn man dies alles in Betracht zieht, ist seine Platzierung wohl immer noch etwas zu hoch. So Platz 9 oder 10 würden wohl genau passen. Und dort wird er nach Monte Carlo wohl auch sein.
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  • 8004 Zürich 16.03.2015 18:21
    Highlight Super, dass da mal jemand diese Zahlen zusammengekramt hat, danke. Allerdings waren die Auftritte von Stan im DC nicht brillant. Gegen Kasachstan hat er um ein Haar keinen GAU verursacht und die gesamte Kampagne mit seinen Leistungen an diesem Wochenende gefährdet (superschlecht im ersten Einzel, die grosse Hypothek im Doppel und ein schlechter erster Satz in seinem zweiten Einzel). Ausserdem: Bei drei Titeln ist es nicht möglich, auf jeder ATP World Tour Stufe und an einem Grand Slam gewonnen zu haben. Chennai (250), Melbourne (GS) und Monte Carlo (1000er) hat er gewonnen, aber kein 500er.
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  • Ilovepies 16.03.2015 13:15
    Highlight Stan ist ein geiler typ. Ich mag ihn sehr. Leider ist er nicht der winner typ. Er ist ein arbeiter, ein chrampfer. Aber auch ein zweifler und emotionsreicher spieler. Sein spiel ist sehr risiko reich. Immer nahe an seinem limit. Gehts auf, ist er genial und schlägt die meisten. Aber eben, immer viel viel risiko. Wenn dann der kopf nicht stimmt klappts auch schnell mal gegen schlechter klassierte nicht.
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  • ramooon 16.03.2015 12:53
    Highlight Die nummer 100 im tennis ist konkurenzfähiger als die nummer 100 im fussball, was für ein schlechter vergleich. der rest des artikels ist aber sehr gut.
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