Sport

Bild: EPA/AAP

15 Fan-Typen, die jeder Federer-Fan kennt

28.01.17, 16:47 29.01.17, 08:33

Der leicht Abergläubige 

Der Abergläubige meint, sein Handeln habe direkten Einfluss auf Federers Spiel: «Immer wenn ich schaue, spielt er schlecht» – ein typischer Satz eines Aberglaubens-Beginners. Deshalb schliesst er bei entscheidenden Punkten gerne die Augen – oder er kontrolliert nochmals die Rechnungen von Mike Shiva. 

Der Aberglaubens-Profi

Über solche Banalitäten kann der Aberglaubens-Profi nur lächeln. Er erkennt in JEDER seiner Handlungen eine Einflussnahme. Vernichtete er beim ersten verwerteten Satzball von Federer gerade ein Bier, wird er sich auch fürs Ende des zweiten Satzes in Stellung bringen – und beim dritten, und auch beim ersten Satzball des Gegners, denn vielleicht gewinnt Federer ja jedes Spiel, bei dem der Aberglaubens-Profi ein Bier vernichtet. Aufs Klo gehen kommt aber nicht in Frage – das könnte den Bann brechen. Manchmal muss man für den Sieg seines Lieblings Opfer bringen.

Der Tennisbanause 

Der Tennisbanause zeichnet sich im besten Fall nur durch mangelndes Fachwissen aus. Schlimm sind aber diejenigen, die das Spiel nicht lesen können, es nicht fühlen, und trotzdem lautstark mitfiebern. Auch Gebrüll braucht Timing und ein Schrei zum falschen Zeitpunkt ist etwa so angebracht wie Mirkas Pulli im Halbfinale.

Der, der nicht hinschauen kann

Er ist die ärmste Sau im Federer-Fan-Lager. Die Aufregung rund um den geliebten Star wird während den Spielen so gross, dass die Gesundheit leidet. Hurra Herzkasper. Während Roger die Fitze schwingt, verkriechen sich solche Fans in der Regel mit dem Hund in den Wald. Ohne Smartphone. Dass der Spaziergang dann aber doch am Bahnhof und am laufenden TV im Kiöskli vorbei führt, ist reiner Zufall.

Zwischendurch einige der besten Punkte zwischen Federer und Nadal:

Video: streamable

Der, der nur halb hinschauen kann 

Er fiebert mit, er leidet mit. Aber die wichtigsten Momente im Spiel verpasst er allesamt. Denn wenn's brenzlig wird, verzieht er sich in der Regel auf das WC. Er beugt damit zwar einem Herzkasper vor, ist aber beim Smalltalk nach dem Spiel das fünfte Rad am Wagen. Denn über den dritten Punkt im zweiten Satz spricht danach keine Sau. Da waren nämlich alle anderen auf dem WC.

Der Überemotionale 

Ab dem ersten Ballwechsel geht der Überemotionale mit, wie Murrays Mutter. Und das bereits in der ersten Runde gegen die Weltnummer 145. Scheidet Federer aus, heult er wie ein Schlosshund. Auch wenn's nur eine Exhibition war.

Der Fedi-Schnödi

Im ersten Aufschlagspiel von Federer steht es 0:15 und der Schnödi bringt seinen Spruch: «Der ist durch. Aufhöööööööören!» Winner werden konsequent ignoriert, Fehlschläge dafür aber archiviert. Egal, wie überirdisch Roger spielt. Ihm ist es nie gut genug. Er motzt unablässig. Zufrieden gibt es nicht. Vor allem aber weiss er alles besser. «Hätte er doch Backhand gespielt» oder «Warum ging er nicht ans Netz?» sind Sätze, die er liebt. Oft steht er dazu auf und zeigt an, wie es Federer besser hätte machen sollen.

Die Inbrunst, mit der der Fedi-Schnödi sich den Mund zerreisst, ist mehr als nur verdächtig: Tief im Inneren liebt der Schnödi nämlich seinen Schützling. Genauso wie Trolle auch watson lieben.

Der Desinteressierte 

Er versteht nicht, weshalb sich alle Schweizer so für Tennis interessieren. Denn er findet Tennis doof. Der Desinteressierte hofft, dass das ganze Tamtam möglichst rasch vorbei ist, damit er auf watson endlich wieder noch mehr wichtige Artikel zu Donald Trump (Nr. 345), zur MEI (Nr. 231) und zur USR III (Nr. 666) lesen kann. 

Der hervorragend (über-) integrierte Deutsche 

Er ist deutsch und wahnsinnig gut integriert in der Schweiz. Der Überintegrierte kauft sich im Athleticum ein Hop-Schwiiz-Retro-Shirt und malt sich auf beide Backen Schweizerkreuze. Allein deshalb (und ja, schon auch wegen dem spitzen «Grützi») fällt der Überintegrierte an jedem Stammtisch auf. Was er eigentlich gar nicht will. Aber auch nicht merkt. 

Der Party-Fan

Er redet mit jeder und jedem über das anstehende Finale, über die grandiosen Spiele, die Federer bis ins Endspiel gebracht haben. Er redet auch über jeden Netzroller, obwohl er selber keinen gesehen hat. Der Party-Fan tut, als sei er schon immer ein grosser Federer-Fan gewesen. Am Samstag feiert er dann aber so ausgelassen («Wooooo! Woooooo!»), dass er am Sonntagmorgen das Spiel grandios verpennt.

Der Superfan (Version 1) 

Er ist Roger, seine Freundin nennt er Mirka: Seit Jahren wünscht er sich doppelte Zwillinge und seinen Trainings-Partner ruft er nur noch «Seve». Als Federer wegen Knieproblemen der Tour fern blieb, kam auch der Superfan nur noch mit Krücken und Künzli-Schuhen ins Büro. Jetzt ist aber wieder alles Roger.

Der Superfan (Version 2) 

Er ist wie der Superfan 1. Aber er geht noch einen Schritt weiter. Er sieht Roger eigentlich immer live. Seine Ferien richtet er nach Federer. Und heisst seine Freundin nicht Mirka, schafft sie es kaum in die zweite Runde.

Der Gourmet 

Er liebt grosse Federer-Spiele und er zelebriert diese. Mit weissem Gedeck, feinem Essen und auserlesenen Weinen. Er bleibt eher ruhig vor dem TV. Denn er geniesst nicht nur das Spiel, sondern auch das Essen. 

Der Verbundene 

Der Verbundene ist überzeugt, dass es zwischen ihm und Federer eine tiefe Connection gibt. Ist Federer verletzt, ist die berufliche Karriere der Verbundenen ganz sicher auch in Gefahr. Hat der Verbundene Dünnpfiff vor einem Federer-Spiel, sinken die Chancen auf einen Sieg gegen null. Der Verbundene glaubt auch nicht, dass er die Situation mit einem Imodium beeinflussen kann. Federer und er, das ist eine lebenslange Schicksalsgemeinschaft.

Die Federer-Hasser

Ja, die gibt es auch. Für die Federer-Hasser ist Roger der Inbegriff des bösen Kapitalismus. Verantwortlich für die ungerechte Verteilung der Gelder auf der Welt. Dass er ungleich viel mehr Geld verdient als sie selbst, damit könnten sie noch leben. Dass ihm aber niemand übel nimmt, dass er in einem steuergünstigen Ort wohnt, können sie nicht verstehen. Vor allem aber können sie nicht verstehen, warum es niemanden gibt, der Federer nicht mag, «diesen Langweiler».

Roger Federers Major-Titel – ALLE Grand-Slam-Titel des Schweizer Tennisstars

Wieder etwas Luft für den «Maestro»: So nah ist Djokovic an Federers Rekorden

Das könnte dich auch interessieren:

Guck mal, was die Russen in einem ihrer stillgelegten Hangars verstecken

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Deutscher kassiert Busse in der Schweiz – und findet das wenig witzig

Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Was diese Frau treibt, ist so grossartig wie abstossend – und ich kann nicht wegsehen

Wie er Nazis verteidigt und über Wein schwafelt – Trumps irre Wutrede in 7 Akten

Zum 40. (angeblichen) Todestag: ELVIS LEBT! 20 handfeste Beweise dafür

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
9Alle Kommentare anzeigen
9
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • blackjack 28.01.2017 19:01
    Highlight Ihr habt den Besserwisser/besser Könner vergessen: Er weis immer wie der Satz endet, wer gewinnt, und hätte jeden Punkt besser gemacht wenn Fedi Mal ein Fehler passiert, er analysiert jeden Schlag und korrigiert alle anderen Fanaussagen
    13 1 Melden
    600
  • newname 28.01.2017 18:56
    Highlight 😄👌 Super Beschreibungen. Die Nr. 7 passt perfekt auf meinen Vater. Aber bei jeder Sportart, die er schaut🙉
    7 1 Melden
    • Boogie Lakeland 28.01.2017 23:54
      Highlight Ich glaube wir haben den selben Vater. Bei Auftritten von Shaqiri und Gut verhält es sich ähnlich
      3 0 Melden
    600
  • Lutz Pfannenstiel 28.01.2017 17:38
    Highlight 1, ein bisschen 5, und 6.
    Es ist wirklich so: Haben sich meine Nerven beruhigt, schalte ich zurück von der Sendung mit der Maus auf SRF2. 0:40, Federer hat drei Break-Bälle. Yeah, com'on, meine Sieges-Faust ballt sich!! Feder schlägt Ball ins Netz, 15:40. Aufschlag-Winner, 30:40. Unforced Error, 40:40. Jetzt aber, nein, der Smash ins Netz, Spielball. Vorhand ins Out, Game Aufschläger. Tamisiechnomol, gitzjogarned.
    13 2 Melden
    • Nasi 29.01.2017 12:46
      Highlight Mir gehts genau gleich....ich schwöre ich bringe Federer Pech immer wenn ich schaue, kann man sicher sein, dass irgenwas schief geht...drum schalt ich auch dauernd um und kann nicht hinsehen. Und mein Herz... mein armes Herz.
      2 0 Melden
    600
  • Schreiberling 28.01.2017 17:30
    Highlight Also meine Position auf dem Sofa hat jeweils auch direkten Einfluss auf die Leistungen der Schweizer Tennisspieler 😄
    27 2 Melden
    600
  • Scrj1945 28.01.2017 17:17
    Highlight Wenn ich mein glücks cap anhabe beim eishockeyspiel gewinnt rappi 80 prozent der spiele. Wenn ich beim fcb basel match popcorn esse,schiessen die basler tore. (Funktioniert nur bei sl spielen)
    4 14 Melden
    • Altorez 28.01.2017 18:50
      Highlight Hättest du das mit der Cap doch nur schon gewusst als sie noch in der NLA waren ;)
      25 0 Melden
    • mister_michael 28.01.2017 23:27
      Highlight Kontaktiere doch einmal die Wettmafia, mit deinem Talent köntest du gutes Geld verdienen. ;)
      6 0 Melden
    600

Der beste Sportler aller Zeiten

Roger Federer hat das geschafft, was viele nicht mehr für möglich hielten: Er gewinnt seinen 18. Grand-Slam-Titel. Und wir alle können sagen: Ich hab mitgefiebert und war dabei.

Falls irgendjemand vor diesem Final noch Fragen hatte, ob Roger Federer der beste Tennisspieler aller Zeiten ist: Sie ist jetzt beantwortet. Er ist es.

Wie sehr mussten wir Fans mit unserem Roger Federer mitleiden. Nichts wurde uns beim – im Vorfeld als «grösstes Tennisspiel der Geschichte» angekündigten – Duell vorenthalten. Der Breakrückstand im Entscheidungssatz, die körperlichen Beschwerden, die verpassten Breakchancen und dann – als sich bereits langsam Gedanken anschlichen, dass …

Artikel lesen