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Die acht besten Tennisspieler des Jahres. bild: barclaysatpworldtourfinals.com

Wawrinkas Kampfansage an Murray und Djokovic: «Ich weiss, dass ich jeden schlagen kann»

Zum ersten Mal seit 2001 fehlt Roger Federer am Masters. Dennoch lohnt sich für alle Tennisfans ab Morgen der Blick nach London. Stan Wawrinka zählt zu den Topfavoriten. Zudem steht zwischen Andy Murray und Novak Djokovic noch die Nummer 1 auf dem Spiel.

12.11.16, 12:14

Aus Schweizer Optik lautet die Kernfrage? Wie stark kann sich Stan Wawrinka in London präsentieren? Im September triumphierte der 31-jährige Waadtländer am US Open in New York. Diesem Grosserfolg verdankt Wawrinka primär seine vierte Teilnahme hintereinander am Masters. Denn ohne die 2000 Weltranglistenpunkte aus Flushing Meadows läge Wawrinka im Ranking sogar hinter dem Österreicher Dominic Thiem, dem Neunten der Weltrangliste.

Die Top 10 der Tennis-Weltrangliste. screenshot: http://www.atpworldtour.com/en/rankings/singles

Seit dem erstmaligen Gewinn eines Schweizer Turniers in Genf Ende Mai und der verpassten Titelverteidigung in Paris Anfang Juni fehlt Wawrinka jegliche Konstanz. Nur dank des US-Open-Triumphs spricht bei Wawrinka niemand von einer Krise. Aber die Ergebnisse seit Anfang Juni dürften auch Wawrinka zu denken geben. Nur am Masters-1000-Turnier von Toronto verlor er gegen einen Top-10-Spieler (Kei Nishikori im Halbfinal).

Alle Turniersiege von Stan Wawrinka

Daneben setzte es zwei Erstrunden- und drei Zweitrundenniederlagen ab, nur viermal erreichte Wawrinka noch die Viertelfinals. Wawrinka kassierte in dieser Spanne Niederlagen gegen Fernando Verdasco auf Rasen, Juan Martin Del Potro in Wimbledon, Grigor Dimitrov, Alexander Zverev, Gilles Simon, Mischa Zverev und Jan-Lennard Struff, die zu dem Zeitpunkt in der Weltrangliste Plätze zwischen 27 (Alexander Zverev) und 165 (Del Potro) einnahmen.

Stan Wawrinka gewann 2014 das Australian Open, 2015 das French Open und diesen Sommer das US Open. Er sammelte gleich viele Grand-Slam-Trophäen wie Andy Murray, der letzten Montag die Führung in der Weltrangliste übernahm. Wäre die Nummer 1 der Welt nicht auch für Wawrinka ein erreichbares Ziel? Wawrinka: «Ich denke nicht. Ich bin 31, im Moment die Nummer 3 der Welt und gehöre seit vier Jahren zu den Top 4. Das alles ist schon sehr speziell. Ich weiss, dass ich jeden Gegner besiegen kann. Aber das muss mir viel regelmässiger gelingen, wenn ich die Nummer 1 werden möchte. Im Moment bin ich davon weit entfernt.»

Wawrinka fehlt im Gegensatz zu Murray die Konstanz, um es ganz nach oben zu schaffen. Bild: BENOIT TESSIER/REUTERS

Aber am Masters hegt Wawrinka nochmals grosse Ambitionen. Er will die Saison stark beenden. Er liebt das Turnierformat mit bloss acht Teilnehmern und der Gruppenphase am Anfang. Da stören keine Aussenseiter. Bei seinen ersten drei Teilnahmen überstand Wawrinka die Vorrunde immer, stets erfolgte das Ausscheiden in den Halbfinals. Zu weit nach vorne schielen darf Wawrinka nicht. In der Vorrunde trifft er auf Andy Murray (ATP 1), Kei Nishikori (ATP 5) und Swiss-Indoors-Gewinner Marin Cilic (ATP 7). Wenn der Schweizer in dieser Gruppe das Weiterkommen schafft, ist er sogar ein heisser Anwärter auf den Turniersieg.

Das Duell um die Nr. 1 der Welt

Als Topfavorit startet indessen der Schotte Andy Murray (29) ins Turnier. Seit Beginn der Rasensaison (Juni) dominiert Murray die Tennisszene. Seine Siegesserie startete er im Londoner Queen's Club. Danach triumphierte er in Wimbledon und an den Olympischen Spielen in Rio. Am US Open scheiterte er in den Viertelfinals an Nishikori. Aber seither reihte er wieder 20 Einzelerfolge und vier Turniersiege (Peking, Schanghai, Wien, Paris-Bercy) aneinander.

#läuftbeiihm Bild: GONZALO FUENTES/REUTERS

Dennoch: Die Nummer 1 der Welt bleibt Andy Murray nur sicher länger als zwei Wochen, wenn er auch das Masters gewinnt. Triumphiert hingegen Novak Djokovic, erobert der Serbe die Tenniskrone bereits wieder zurück. Mit 405 Weltranglistenpunkten Vorsprung auf Djokovic steigt Murray ins Saisonfinale. ATP-Zähler gibt es ab Sonntag indessen noch reichlich zu gewinnen: 200 für jeden Sieg in der Vorrunde, weitere 400 für einen gewonnenen Halbfinal und zusätzliche 500 für den Finalsieg, das ergibt insgesamt 1500 Punkte.

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  • 37%Andy Murray
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  • 0%Milos Raonic
  • 2%Marin Cilic
  • 0%Gael Monfils
  • 5%Dominic Thiem

Aber kann sich Djokovic nochmals aufraffen? Nachdem der 29-jährige Serbe am French Open in Roland-Garros den letzten ihm noch fehlenden grossen Titel gewonnen hatte, stürzte er in eine Form-Baisse. Im letzten halben Jahr gewann er bloss noch ein Turnier - das Masters-1000-Turnier von Toronto, auf welches viele Cracks mit Blick auf eine gute Olympiavorbereitung verzichtet hatten. Gerüchte ranken sich um Djokovic: Familiäre Probleme sollen der Grund für den Leistungseinbruch sein. Spekuliert wird auch darüber, dass sich Djokovic Ende Saison von Coach Boris Becker trennen soll. Mögliche Nachfolger stehen bei Djokovic bereits Schlange.

#läuftnichtbeiihm Bild: GONZALO FUENTES/REUTERS

Für Djokovic gibt es kein idealeres Turnier als das Masters, um seine Topform wieder zu suchen und zu finden. Djokovic bietet sich die Chance, das Saison-Finale zum fünften Mal hintereinander zu gewinnen. In den letzten vier Jahren verlor er in der Londoner Arena nur ein einziges Gruppenspiel - vor einem Jahr gegen Roger Federer, den er danach im Final in der Revanche wieder besiegte. Djokovic eröffnet am Sonntagnachmittag gegen Turnierdebütant Thiem das Turnier. Der Kanadier Milos Raonic und der Franzose Gaël Monfils sind seine weiteren Vorrundengegner. Wawrinka bestreitet sein erstes Spiel am Montagnachmittag gegen Nishikori. (zap/sda)

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

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User-Review:
Pulo112, 20.12.2016
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  • AJACIED 12.11.2016 23:31
    Highlight Ich weiss, dass ich jeden schlagen kann!!
    Ich weiss aber auch das ich gegen jeden verlieren kann!!
    Wenn er jahrelang jeden geschlagen hätte .....
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  • lilie 12.11.2016 13:19
    Highlight Die Gruppenzusammensetzungen sind heuer aber auch wirklich speziell: Djokovic müsste wirklich ziemlich angeschlagen sein, um nicht in den Halbfinal zu kommen. Wawrinka hingegen wird es schwer haben, Andy und Kei und auch Cilic sind knallharte Gegner.

    Andy ist in Topform, wirklich erstaunlich, was er dieses Jahr alles geleistet hat, deshalb traue ich ihm zu, die Finals zu gewinnen.

    Ausser natürlich Djokovic findet ganz unerwartet zu seiner alten Form zurück.
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Federer überflügelt Wawrinka in packendem Final – das Highlight ist aber die Siegerehrung

Bravo Roger Federer! Der 35-jährige Basler triumphiert in Indian Wells auch am zweiten grossen Rendez-vous der Saison. Den Schweizer Final gegen Stan Wawrinka gewinnt Federer in 80 Minuten 6:4, 7:5.

Am Ende war Wawrinka die Enttäuschung anzusehen. Unter tosendem Applaus schritt er zum Mikrofon und seufzte mit Tränen in den Augen: «Ich bin einfach müde nach zehn Tagen Tennis, sorry!»

Und dann kam es zum Mini-Eklat. Wobei, eigentlich war es gar keiner. Viel eher eine Stichelei unter Freunden. Er möchte Federer gratulieren, fuhr Wawrinka fort, zeigte dann aber auf seinen Widersacher – der mit einem Schmunzeln auf der Spielerbank sass – und stellte einigermassen entsetzt fest: …

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