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Belinda Bencic: «Ich konnte es einfach nur geniessen.» Bild: ADAM HUNGER/REUTERS

Belinda Bencic

Die jüngste Viertelfinalistin seit Martina Hingis: «Es ist verrückt!»

Belinda Bencic steht erstmals in ihrer Karriere in den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers. Die 17-jährige Schweizerin über Martina Hingis' Tipps und warum sie so ruhig bleibt.

01.09.14, 08:24 01.09.14, 15:47

Belinda Bencic entwickelt sich beim US Open immer mehr zum Liebling der Massen. Die 17-Jährige durfte beim 7:6, 6:3 gegen Jelena Jankovic erstmals eine Night-Session auf dem Arthur Ashe bestreiten. Nervös war sie deshalb nicht: «Zu Beginn war ich beeindruckt. Ich spielte nicht gut. Ich war zwar nicht nervös, aber das alles war einfach etwas viel. Ich musste mich an den Court und die Night-Session gewöhnen.»

Mit Martina Navratilova zeigt sich eine der ganz grossen im Damentennis beeindruckt.

Lange sah es denn auch so aus, als ob die Schweizerin den ersten Satz abgeben würde. Drei Satzbälle musste sie abwehren, zweimal gelang es ihr, ihre Gegnerin zu breaken, als diese zum Satzgewinn aufschlug. «Es war wie gegen Kerber. Da habe ich den ersten Satz auch völlig gedreht. Ich hatte nichts zu verlieren und wollte bis zum letzten Punkt kämpfen. Ich versuchte die Satzbälle einfach wie normale Punkte zu spielen», erklärt die Ostschweizerin ihr Erfolgsrezept. Die Entwicklung während den letzten zwölf Monaten hätten ihr dabei geholfen. Sie sei schon viel ruhiger in engen Situationen als noch vor einem Jahr.

Belinda Bencics Reaktion auf den Sieg gegen Jankovic. Bild: ADAM HUNGER/REUTERS

Jüngste Viertelfinalistin seit Martina Hingis 1997

Jetzt ist sie die jüngste Grand-Slam-Viertelfinalistin seit Nicole Vaidisova 2006 beim French Open. In New York stand 1997 letztmals eine noch jüngere Spielerin in der Runde der letzten Acht. Das war Martina Hingis, welche das Turnier anschliessend gewann. «Wirklich? Das wusste ich nicht», gibt Bencic auf der Pressekonferenz zu, «das macht mich stolz.»

Melanie Molitor betreut Bencic bekanntlich und auch Hingis selbst nimmt sich dem Teenager an. Sie verfolgte die Partie nicht nur auf der Tribüne, sondern gab ihr zuvor auch Tipps: «Martina sagte mir, dass ich versuchen sollte in den Ballwechseln zu bleiben und aggressiv spielen solle, sowie auf ihre Rückhand der Linie entlang aufpassen müsse.»

Freude auf der Tribüne: Martina Hingis mit Bencics Vater Ivan. Bild: Ray Giubilo/freshfocus

Mindestens auf Rang 33

Daran hielt sich Bencic. «Ich versuchte nichts Verrücktes, musste sie aber schon auch unter Druck setzen, sonst hätte sie mich weggedrückt. Es war nicht einfach, aber ich versuchte mich auf mein Spiel zu fokussieren.» 

Die jüngsten Grand-Slam-Siegerinnen

Belinda Bencic ist zwar noch sehr jung, die Rekorde als jüngste Siegerin wird sie jedoch bei keinem Grand-Slam-Turnier aufstellen können:
Australian Open: Martina Hingis 16 Jahre, 4 Monate (1997)
French Open: Monica Seles 16 Jahre, 6 Monate (1990)
Wimbledon: Martina Hingis 16 Jahre, 10 Monate (1997)
US Open: Tracy Austin 16 Jahre, 8 Monate (1997)

Druck verspürte die Aussenseiterin, die jetzt erstmals zwei Top-10-Spielerinnen in Serie besiegt hat, nicht. «Der Druck lag ganz bei Jankovic. Ich konnte es einfach nur geniessen. Und ich wusste: Wenn ich heute nicht gewinne, werde ich in Zukunft noch viele Möglichkeiten dazu haben.» Und was hält sie selbst davon, soweit gekommen zu sein? «Das ist verrückt.»

Bencic darf nach dem Sieg einige Bälle ins Publikum schlagen. Bild: Ray Giubilo/freshfocus

So viel Selbstvertrauen spricht aus dem Teenager. In der Weltrangliste macht sie aktuell einen Sprung auf Rang 33. Doch es soll weiter nach oben gehen. Die nächste Gegnerin Shuai Peng liegt sicherlich in Reichweite. Auch die Chinesin steht überraschend erstmals in einem Major-Viertelfinal. Was hat sich Bencic dafür vorgenommen? «Damit beschäftige ich mich erst morgen.»

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Zeit_Genosse 01.09.2014 08:47
    Highlight Die kleine Schweiz ist ein gutes Tennispflaster. Diese Spielerinnen und Spieler tragen so viel Sympathie in die Welt hinaus und erfreuen nicht nur uns mit ihrem Spiel. Das macht Freude.
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