Sport

Eine Naturgewalt: Sieger Matthias Sempach (oben) wirft im 5. Gang Christian Schuler ins Sägemehl. Bild: KEYSTONE

Kilchberger Schwinget

Schwingerkönig Matthias Sempach ist auch am Kilchberger nicht zu bezwingen

Mit einem Blitzsieg im Schlussgang holt sich der Berner Matthias Sempach den Sieg am wichtigsten Schwingfest des Jahres. Im zürcherischen Kilchberg lässt er einem Gestellten fünf Siege mit einer 10,00 folgen.

07.09.14, 16:58 07.09.14, 17:54

Mit dem Sieg in Kilchberg reiht sich Matthias Sempach, der 28-jährige Landwirt und Metzger aus Alchenstorf, in die Reihen der allergrössten Schwinger ein. Er triumphierte erst als zweiter amtierender Schwingerkönig am «Revanche-Fest» am Zürichsee, der erste und bislang letzte war Ernst Schläpfer vor 30 Jahren.

Ein Unentschieden hätte Sempach zum Festsieg ausgereicht. Dennoch suchte er sofort nach Beginn des Schlussgangs den Sieg mit seinem «Sempach-Spezial», seiner eigenen Interpretation eines Brienzerwurfs. Schon im fünften Gang gegen Christian Schuler, wie Philipp Laimbacher ein Innerschweizer, fand Matthias Sempach die Entscheidung in den ersten Sekunden.

Spektakulär: Matthias Sempach (links) im 3. Gang gegen Philipp Laimbacher. Bild: KEYSTONE

«Anfangs Woche ging es mir nicht gut, da hätte ich nicht gedacht, dass ich hier gewinnen kann. Aber heute morgen fühlte ich mich wieder besser. Es ist unglaublich», strahlte der Sieger im SRF-Interview. «Ich musste Trainings auslassen während der Woche, konnte mich auch dank dem Entgegenkommen meines Arbeitgebers gut erholen. Das ganze Berner Team und mein Betreuer Jean-Pierre Egger haben es möglich gemacht, dass ich hier gewinnen kann.»

Schlussrangliste:

1. Matthias Sempach 58,75.
2. Bernhard Kämpf 57,75.
3. Daniel Bösch und Florian Gnägi je 57,25.

Zwei starke Munis: Siegertrophäe Wilson und Triumphator Sempach. Bild: KEYSTONE

Die anderen Könige verletzt ausgeschieden

Die Berner Schwinger drückten dem Fest wie erwartet den Stempel auf. Schon nach dem Anschwingen (erste zwei Gänge) lagen elf Berner auf den ersten 16 Plätzen, obwohl Kilian Wenger am Samstag hatte Forfait erklären müssen und sowohl Matthias Sempach (unentschieden gegen Andreas Ulrich) wie Christian Stucki (unentschieden gegen Daniel Bösch) der Auftakt nicht wunschgemäss gelungen war. Stucki, der Sieger in Kilchberg von 2008, fiel mit zwei Gestellten sogar noch vor dem Mittagessen aus der Entscheidung.

Nachdem der ehemalige Schwingerkönig Kilian Wenger wegen Rückenproblemen kurzfristig passen musste, war mit Nöldi Forrer früh auch der andere noch aktive König ausgeschieden. Der Ostschweizer musste wegen Adduktoren-Problemen nach dem Anschwingen aufgeben.

Nöldi Forrer (links), der Schwingerkönig von 2001, im Pech. Bild: KEYSTONE

Der exklusivste Sportanlass der Welt

Der Kilchberger Schwinget findet nur alle sechs Jahre statt. Die letzte Austragung 2008 gewann der Berner Seeländer Christian Stucki.

Berner unangefochten

Geprägt wurde das Fest auch von Bernhard Kämpf und Matthias Siegenthaler, zwei weiteren Bernern. Kämpf hätte das Fest gewonnen, wenn im Schlussgang Sempach nicht gewonnen hätte. Und Siegenthaler führte nach drei Gängen mit drei Siegen die Rangliste an, ehe ihn die Kampfrichter im vierten Gang gegen Christian Schuler um den Sieg prellten.

Als bester Nichtberner beendete der Nordostschweizer Daniel Bösch das Fest im dritten Rang. Aber auch Bösch, ein fünffacher Saisonsieger, war mit einem Gestellten und einer Niederlage schon vor dem Zmittag aus der Entscheidung gefallen. (ram/si)

Blick auf den Festplatz mit den beiden Sägemehlringen. Bild: KEYSTONE

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

«Wer das macht kriegt ab sofort Stress mit mir» – Rummenigge sauer auf Lewandowski

Ein kritisches Interview von Robert Lewandowski sorgt beim FC Bayern München kurz vor dem Start in die Champions League für Ärger. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist sauer auf den Topstürmer.

«Ich bedauere seine Aussagen», sagte Rummenigge der «Bild»-Zeitung. «Schon in der Rückrunde hatte er nach dem Spiel gegen Freiburg unzutreffende Vorwürfe gegen die Mitspieler erhoben, dass er nicht genügend unterstützt worden wäre.»

Der Pole Lewandowski hatte zuvor im «Spiegel» in einem nicht vom Verein autorisierten Interview die Transferpolitik der Münchner kritisiert. Der Pole forderte seinen Arbeitgeber auf, mehr Geld als bisher für Top-Neuzugänge auszugeben und erklärte, Transfersummen …

Artikel lesen