Terrorismus

Bewaffnete stürmen Schule

103 Schülerinnen in Nigeria entführt

15.04.14, 15:35 15.04.14, 18:56
Air Commodore Charles Otegbade (3rd L), director of search and rescue operations, looks at the wreckage after a bomb blast at Nyayan bus terminal in Abuja, April 14, 2014. A morning rush-hour bomb killed at least 71 people at a Nigerian bus station near the capital on Monday, raising concerns about the spread of an Islamist insurgency after the first such attack on Abuja for two years. Suspicion fell on Boko Haram, though there was no immediate claim of responsibility from the Islamist group mainly active in the northeast. REUTERS/Afolabi Sotunde (NIGERIA - Tags: CIVIL UNREST MILITARY)

Die Extremistengruppe Boko Haram verübt immer wieder Anschläge in Nigeria. Bisher unklar ist, ob die Gruppe auch für die Verschleppung verantwortlich ist. Bild: Reuters

Nach dem verheerenden Bombenanschlag auf einen Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja am Montag griffen bewaffnete Männer in der Nacht zum Dienstag im nördlichen Bundesstaat Borno eine Schule an. Laut dem Polizeichef von Borno verschleppten die Männer 103 der 250 Mädchen.

Die Mädchen seien auf vier Lastwagen weggeschafft worden. Vielen weiteren gelang es offenbar, noch rechtzeitig abzuspringen und zu fliehen. Den Berichten zufolge überfielen die Täter die Schule im Ort Chibok am Montagabend gegen 21 Uhr. Sie hätten einen Soldaten erschossen, der das Gebäude bewachte.

Zeugen berichteten, der Überfall habe insgesamt sechs Stunden gedauert und sei erst mitten in der Nacht zu Ende gegangen. Ein Blogger schrieb, die Bewaffneten hätten auch das Hab und Gut mehrerer Bewohner zerstört, die Widerstand geleistet hätten. Ob es dabei Verletzte oder gar Tote gegeben hat, war zunächst unklar. In anderen Berichten hiess es, die Täter hätten das ganze Dorf dem Erdboden gleichgemacht.

Genaue Opferzahl unklar

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Jedoch gilt es als wahrscheinlich, dass für die Tat die islamische Sekte Boko Haram verantwortlich ist. Sie hatte in den vergangenen Monaten besonders in der Region Borno zahlreiche Anschläge verübt. 

In der Hauptstadt Abuja hatte es erst am Montag einen Doppelanschlag auf einen Busbahnhof gegeben. Zwar bekannte sich bisher niemand zu dem Anschlag, doch auch hier fiel der Verdacht auf Boko Haram. 

Die genaue Zahl der Opfer blieb weiter unklar. Während die Behörden am Dienstag noch immer von 71 Toten sprachen, ergaben Umfragen in umliegenden Spitälern, dass bei dem Attentat am Vortag vermutlich mehr als 200 Menschen starben. Die Zeitung «Punch» sprach von mindestens 257 Verletzten. 

Anschlag «feige und barbarisch»

Überlebende erzählten lokalen Medien ihre Version des Tathergangs. Den meisten Berichten zufolge soll es sich um vier Täter gehandelt haben, die in einem Kleinwagen auf den Platz fuhren. 

Beim Versuch, das Auto noch rechtzeitig vor der Detonation zu verlassen, seien sie selbst in Stücke gerissen worden. Offenbar hat keiner der Attentäter überlebt – eine Bestätigung für diese Angaben war jedoch nicht erhältlich. 

Parlamentssprecher Aminu Tambuwal bezeichnete den Anschlag als «feige und barbarisch». Präsident Goodluck Jonathan versprach, Boko Haram zu besiegen. 

Boko Haram für mehrere blutige Massaker verantwortlich

Die Gruppe konnte aber bislang nicht zurückgedrängt werden, obwohl Jonathan in drei nordöstlichen Bundesstaaten den Ausnahmezustand ausgerufen und eine militärische Offensive gestartet hat. Weite Teile des Nordostens stehen unter Kontrolle der Gruppe, deren Name übersetzt bedeutet: «Westliche Erziehung ist verboten». 

Die Sicherheitskräfte gehen teilweise brachial gegen Boko Haram vor. 2009 schlugen sie einen Aufstand der Gruppe nieder, bei dem rund 800 Menschen getötet wurden; Gründer Mohammed Jusuf starb in Polizeigewahrsam. 

Damit erst wurde der bewaffnete Kampf von Boko Haram ausgelöst, die einen islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia errichten will. Seither verübte die Gruppe regelmässig blutige Angriffe auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. (sda/afp) 

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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