USA

Das Gesicht der Sterbehilfe-Bewegung

Todkranke Amerikanerin nimmt sich mit 29 Jahren das Leben

03.11.14, 05:43 03.11.14, 14:13

Am 29. Oktober veröffentlichte Brittany ihr letztes Video. video: youtube/CompassionChoices

Anfang Januar entdeckten die Ärzte bei der 29-jährigen Brittany Maynard einen Hirntumor. Wenige Wochen später, nach einer Operation, gaben ihr die Ärzte noch sechs Monate zu leben. «Ich will nicht sterben, aber ich sterbe. Und ich will so sterben, wie ich es für richtig halte», sagte die angehende Lehrerin. Als Stichtag nannte Maynard vor drei Wochen den 1. November.

«Dieser furchtbare Gehirntumor hat mir schon so viel genommen, aber er hätte noch so viel mehr genommen.»

Brittany Maynard, die zum Gesicht der Sterbehilfe-Bewegung in den USA geworden ist, hat ihre Ankündigung in die Tat umgesetzt. Am Wochenende hat sie sich das Leben genommen, wie eine Sprecherin der Sterbehilfe-Organisation Compassion&Choices am Sonntagabend mitteilte. 

Brittany vor ihrer Krankheit. Bild: AP/Maynard Family

Die Organisation veröffentlichte einen Nachruf Maynards auf deren Internetseite. Ob sie am Sonntag oder bereits am Samstag starb, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Ärzte hatten Maynard, die an einem aggressiven Gehirntumor litt, im April noch sechs Monate zu Leben gegeben. Sie zog nach der Diagnose nach Oregon und damit in einen von fünf der 50 US-Bundesstaaten, der die Sterbehilfe erlaubt.

«Es schmerzt mich, wenn Leute mich dafür kritisieren, dass ich nicht länger warte. Oder dass sie glauben zu wissen, was für mich das Beste ist.»

Mit ihrer Video-Ankündigung vor drei Wochen, die auf YouTube über neun Millionen Mal angesehen wurde, löste Maynard in den USA eine heftige Debatte über Sterbehilfe aus. In ihrem letzten Video, das vor wenigen Tagen erschien, fasste Maynard die Debatte um ihren Tod zusammen: «Es schmerzt mich, wenn Leute mich dafür kritisieren, dass ich nicht länger warte. Oder dass sie glauben zu wissen, was für mich das Beste ist. Wenn meine Träume sich erfüllten, würde ich das Ganze irgendwie überleben. Das wird aber nicht geschehen.»

Vor zwei Wochen besuchte Brittany mit ihrem Ehemann und ihrer Familie noch den Grand Canyon. Bild: AP/TheBrittanyFund.org

«Heute ist der Tag, den ich gewählt habe, um in Würde von euch zu gehen», schrieb die 29-Jährige am Sonntag (Ortszeit) in einer Mitteilung, die in sozialen Netzwerken im Internet verbreitet wurde. 

«Dieser furchtbare Gehirntumor hat mir schon so viel genommen, aber er hätte noch so viel mehr genommen», schrieb die todkranke Frau. Sie wolle daher all ihren lieben Freunden und ihrer Familie auf Wiedersehen sagen. (rey/sda/dpa/afp)

Mit diesem Video kündigte Maynard vor drei Wochen an, am 1. November sterben zu wollen. video: youtube/CompassionChoices

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Gesetzesentwurf steht: US-Regierung will Klimaplan von Obama abschaffen

Die US-Regierung will den Klimaplan von Ex-US-Präsident Barack Obama stoppen. US-Umweltminister Scott Pruitt kündigte an, er werde am Dienstag in Washington einen Gesetzentwurf zur Abschaffung des sogenannten «Clean Power Plan» der Vorgängerregierung unterzeichnen.

Nach diesem Programm sollten Kraftwerke ihren Schadstoffausstoss bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Das war ein Grundpfeiler von Obamas Klimastrategie.

Der Oberste Gerichtshof legte die Pläne aber 2016 auf Eis. …

Artikel lesen