USA

Zu schnell unterwegs: Crash im Bahnhof Hoboken. Bild: AP/National Transportation Safety B

Unglückszug in New Jersey fuhr zu schnell – und beschleunigte kurz vor dem Aufprall noch

Publiziert: 07.10.16, 02:13 Aktualisiert: 07.10.16, 07:12

Der Zug in Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey war vor dem Unglück mit einer Toten und 108 Verletzten mit dem Doppelten der zulässigen Geschwindigkeit unterwegs und beschleunigte kurz vor dem Aufprall sogar noch. Das hat die Auswertung der Datenschreiber ergeben.

Weniger als eine Sekunde vor dem Aufprall habe der Lokführer die Notbremse gezogen, teilte die Behörde für Transportsicherheit NTSB am Donnerstag mit. Demnach beschleunigte der Zug knapp 40 Sekunden vor dem Unglück von rund 13 Kilometern pro Stunde auf bis rund 34 Kilometer pro Stunde.

Mit diesem Tempo war er unterwegs, als er am Donnerstag vor einer Woche im Kopfbahnhof in New Jersey mit einem Prellbock kollidierte und auf die Plattform sprang. Dadurch stürzte das Dach des Bahnhofs teilweise ein.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt im Gleisgelände umgerechnet bei rund 16 Kilometern pro Stunde, im Bereich der Perrons bei rund 8 Kilometern pro Stunde.

Ursache wird weiter untersucht

Ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen eine Rolle gespielt haben könnten oder der Lokführer das Unglück möglicherweise sogar absichtlich herbeiführte, blieb weiter unklar. Sowohl die beiden Datenrekorder als auch die Video-Aufzeichnung in Fahrtrichtung samt der Tonspur eines externen Mikrofons seien von guter Qualität, teilte die NTSB mit.

«Ein grosser Blitz wurde beobachtet, als der Waggon mit der Vertäfelung kurz hinter dem Prellbock zusammenstiess», schrieben die Ermittler. Zu hören sei ausserdem die Hupe des Zugs etwa eine Minute vor dem Aufprall, der Passagiere aus ihren Sitzen warf und durch den Trümmer von der Dachkonstruktion fielen, die eine Frau töteten.

Seine nächste Erinnerung sei der Moment nach dem Aufprall, als er auf dem Boden der Fahrerkabine zu sich kam. US-Medien zufolge ist er seit dem Jahr 2000 als Zugführer tätig.

Seit dem Unglück vor einer Woche fahren Züge den historischen Bahnhof in Hoboken, den sonst täglich rund 50'000 Menschen nutzen, nicht mehr an. Wann er für den Zugverkehr wieder geöffnet wird, ist unklar. (cma/sda/dpa)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
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  • purpletrain 07.10.2016 09:12
    Highlight Der Mann ist (war) Lokführer von Beruf.
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