Ukraine

Die Lenin-Statue fällt. Bild: Igor Chekachkov/AP/KEYSTONE

Wut in der Ostukraine

Anti-russische Demonstranten stossen Lenin vom Sockel 

Jetzt hat es die grösste Lenin-Statue in der Ukraine erwischt. Sie fiel der Wut von anti-russischen Demonstranten zum Opfer

29.09.14, 11:28 29.09.14, 11:48

Nationalistische Demonstranten haben in der ostukrainischen Stadt Charkow die grösste noch stehende Lenin-Statue des Landes zerstört. Die 8,50 Meter hohe Skulptur des Bolschewikenführers wurde in der Nacht zum Montag unter dem Jubel der Menge mit einem Seil vom Sockel gerissen. 

Vorbereitungen zum Sturz. Bild: SERGEI KOZLOV/EPA/KEYSTONE

In der zweitgrössten Stadt der Ukraine hatten sich zuvor am Sonntag tausende anti-russische Demonstranten versammelt, an der späteren Zerstörung der Statue beteiligten sich dann noch einige Dutzend Nationalisten.

«Lenin? Lasst ihn doch stürzen.»

Innenminister Arsen Awakow 

Die Behörden der russischsprachigen Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern hatten der Entfernung der Lenin-Statue bereits zugesagt, den Vollzug wollten die Aktivisten aber offenkundig nicht abwarten. Einige von ihnen nahmen Bruchstücke des Denkmals als Andenken mit nach Hause. Die wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung eingeleiteten Ermittlungen wurden am Sonntag eingestellt, da laut dem Innenministerium niemand bei der Protestaktion zu Schaden kam.

«Lenin? Lasst ihn doch stürzen», schrieb Innenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite. Solange dabei niemand verletzt werde und «diese verdammte Kommunisten-Ikone nicht noch weitere Opfer fordert», sei an der Aktion nichts zu beanstanden.

Danach wird Lenin ausgewaidet. Bild: SERGEI KOZLOV/EPA/KEYSTONE

Im Zuge des Konflikts zwischen der Ukraine und dem Nachbarn Russland sind seit dem vergangenen Winter Lenin-Statuen im ganzen Land demoliert worden. Die Protestaktionen dienen als Symbol für die Forderung regierungstreuer Kräfte, die ehemalige Sowjetrepublik möge sich stärker der EU zuwenden und ihre Bindungen zu Russland kappen.

Bereits nach dem Zerfall der Sowjetunion waren in den Teilrepubliken viele Lenin-Statuen zu Fall gebracht worden, darunter in den 1990ern auch in Moskau, wo die Reste heute in einem Skulpturenpark stehen. In vielen Orten Russlands gehören die Denkmäler bis heute zum Stadtbild. Der Leichnam Lenins (1870-1924) liegt als Touristenattraktion im Mausoleum am Roten Platz in Moskau. (whr/sda/afp/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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