Ukraine
epa04348448 An Ukrainian soldier takes cover after firing a mortar during fighting against militants, close to Ilovaysk town, near of Donetsk, Ukraine, 10 August 2014. Ukrainian government forces have narrowed the ring around Luhansk and the other rebel stronghold in Donetsk. Artillery attacks continued throughout the night in northern Donetsk.  EPA/ROMAN PILIPEY

Ukrainische Soldaten nahe Donezk: Die «Befreiung» der Stadt stehe bevor, meldet ein Militärsprecher  Bild: ROMAN PILIPEY/EPA/KEYSTONE

Verlieren die Separatisten?

Ukrainische Armee meldet bevorstehende Einnahme von Donezk 

Die Separatisten verlieren anscheinend den Kampf um Donezk. Ukrainische Truppen seien nach eigenen Angaben bereit zur «Befreiung von Donezk». Die Stadt sei komplett von Luhansk abgeriegelt. 

11.08.14, 11:41 11.08.14, 12:31

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Donezk ist vollständig von der ukrainischen Armee eingekreist. Nun steht das Militär nach eigenen Angaben kurz vor der Einnahme der Rebellenhochburg in der Ostukraine. Die Truppen hätten an Boden gewonnen und einen Keil zwischen die separatistischen Kämpfer getrieben, sagte Militärsprecher Andrij Lysenko am Montag in Kiew. Donezk sei nun von Luhansk an der Grenze zu Russland abgeschnitten und komplett abgeriegelt. 

Die humanitäre Lage in der Ukraine ist teilweise prekär. Bild: AFP

«Die Truppen des Anti-Terror-Einsatzes bereiten sich auf den letzten Schritt zur Befreiung von Donezk vor», sagte Lysenko der Nachrichtenagentur Reuters. «Wir arbeiten daran, beide Städte zu befreien, aber es ist besser, zuerst Donezk zu befreien – es ist wichtiger.»

Kiew lehnte Feuerpause ab

Die Separatisten kämpfen seit Monaten für eine Abspaltung der Industrieregion von der Ukraine. Bei den Gefechten mit den Regierungstruppen sind sie in die Städte Donezk und Luhansk zurückgedrängt worden. 

Pause im Schützengraben: Ukrainischer Soldat gönnt sich ein Nickerchen. Bild: ROMAN PILIPEY/EPA/KEYSTONE

Eine von den Separatisten vorgeschlagene Feuerpause hatte die Regierung in Kiew am Sonntag abgelehnt. Dazu müssten die Rebellen zuerst die Waffen niederlegen, sagte ein Armeesprecher. Stattdessen zog die ukrainische Armee ihren Belagerungsring um Donezk enger. Mit massivem Artilleriefeuer versuchte das Militär, eine strategisch wichtige Versorgungsroute der Aufständischen zum russischen Grenzgebiet abzuschneiden. 

Die Zahlen der Opfer bei dem Einsatz steigen, die Infrastruktur wird zerstört. Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einer schwierigen humanitären Lage in den Separatistenhochburgen. Falls allerdings Russland wie beabsichtigt Hilfsgüter in das Konfliktgebiet schicken wolle, dürfe dies nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Ukraine geschehen, betonte der SPD-Politiker. 

Eine Verwundete wird nach einem Beschuss in Donezk versorgt. Bild: Sergei Grits/AP/KEYSTONE

Humanitäre Lieferungen aus Moskau unerwünscht

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sagte, Moskau spreche mit der Ukraine und dem Internationalen Roten Kreuz über Lieferungen etwa von Medikamenten in das krisengeschüttelte Nachbarland. Die Führung in Kiew und der Westen verdächtigen Moskau, unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe Soldaten zur Unterstützung der Aufständischen entsenden zu wollen. Die Ukraine warnt seit Monaten vor angeblichen Einmarschplänen Russlands. 

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel betonten, «dass jede russische Intervention, auch zu angeblichem humanitären Zweck», zu zusätzlichen Konsequenzen führen würde. Das teilte das Weisse Haus in Washington nach einem Telefonat der beiden Politiker am Wochenende mit. Merkel sprach auch mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Dieser befürwortet ein mögliches Engagement des Internationalen Roten Kreuzes.

Wegen der Kämpfe ruht auch die Arbeit am Absturzort des malaysischen Flugzeugs MH17. «Die Front führt direkt über das Trümmerfeld. Die Situation ist wie Treibsand – die Lage ändert sich stündlich», sagte der Vizechef des OSZE-Einsatzes, Alexander Hug. Die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wollten jedoch schnell zum Unglücksort zurückkehren. (vek/Reuters/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • MediaEye 11.08.2014 15:18
    Highlight Was soll die Setzung von Anführungszeichen beim Titel und im Headliner und Bildlegende?
    Und bitte watson-Redaktion, macht Fremdbeiträge noch etwas deutlicher kenntlich. Vielen Dank.
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  • Vladtepes 11.08.2014 14:07
    Highlight "Die Zahlen der Opfer bei dem Einsatz steigen, die Infrastruktur wird zerstört. Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einer schwierigen humanitären Lage in den Separatistenhochburgen. Falls allerdings Russland wie beabsichtigt Hilfsgüter in das Konfliktgebiet schicken wolle, dürfe dies nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Ukraine geschehen, betonte der SPD-Politiker."
    Man fragt sich schon, was sich diese grosskotzigen EU-Vertreter, die an der aktuellen Situation grossen Anteil haben, sich alles an Empfehlungen und Forderungen an Russland erlauben. Es geht hier um eine mehrheitlich russische Grossminderheit in der Ostukraine, ergo kann Russland da ganz sicher selbst handeln, wenn es erforderlich wird.
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  • Abel Emini 11.08.2014 13:50
    Highlight Freiheit für die Ukraine!
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  • sewi 11.08.2014 12:54
    Highlight Hat nicht der grösste Feldherr aller Zeiten auch die bevorstehende Einnahme von Stalingrad gemeldet?
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