Unvergessen

Kurz bevor YB so feierte, flippte Radio-BE1-Reporter Luzi Fricker aus (Video unten). Bild: KEYSTONE

«Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

16. April 2009: YB empfängt den grossen FC Basel zum Cuphalbfinal. Die Partie endet in einem dramatischen Penaltyschiessen – und Radiomoderator Luzi Fricker flippt völlig aus.

16.04.17, 00:01

Bald ist wieder Cupfinal. Nicht dabei sein wird – einmal mehr – YB. Die Berner scheiterten im Viertelfinal am FC Winterthur. 2009 war dies noch anders. YB erreicht das Endspiel dank eines erzitterten Sieges im Elfmeterschiessen. Heute vor acht Jahren fand das Halbfinal gegen den Favoriten aus Basel statt.

YB hält im Stade de Suisse ein 0:0 nach 120 Minuten. Das Penaltyschiessen muss entscheiden. Während bei den Bernern Gilles Yapi, Felix Bastians und Marco Schneuwly treffen, zielt Xavier Hochstrasser über das Tor. Auf Seiten von Basel können nur Ivan Ergic und Scott Chipperfield den Ball im Tor versenken. Benjamin Huggel und David Abraham sehen ihre Versuche von Goalie Marco Wölfli geklärt. 

Hoffen und Bangen: Die YB-Spieler während des Elfmeterschiessens. Bild: KEYSTONE

3:2 steht es also für YB. Jetzt muss Jürgen Gjasula als letzter Basler treffen, sonst ist der Mist geführt. Der Deutsche zielt aus seiner Sicht nach unten links, doch Wölfli ist zur Stelle und wehrt den Ball ab, YB steht im Cupfinal – oder wie es Radioreporter Luzi Fricker seinen Hörern von Radio BE1 ins Gehör schreit: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll ... YB isch im Göppfinau!» Dort sind die Hauptstädter gegen das Kellerteam Sion grosser Favorit.

Luzi Fricker flippt aus, als sich YB für den Cupfinal 2009 qualifiziert. Video: YouTube/wankdorf1898

YB veryoungboyst den Titel im Endspiel doch noch

Schon am nächsten Morgen um neun Uhr ist Fricker wieder im Studio anzutreffen. Mit Stimme. Und der Sportreporter erklärt: «Nach einem YB-Sieg und dann noch gegen Basel – es gibt nichts Schöneres als arbeiten zu kommen.» Er erklärt seinen emotionalen Ausbruch wie folgt: «Gegen jeden anderen Gegner hätte ich wohl nicht getan wie ‹lätz›. Aber gegen Basel zu gewinnen ist wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten und alles andere zusammen.»

Die Entscheidung: Wölfli pariert den Versuch von Gjasula. Bild: KEYSTONE

Was Fricker zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss: Im Cupfinal am 20. Mai gegen Sion – wenn es wirklich zählt – wird YB ein weiteres Debakel erleben. Bis zur 37. Minute führt die Berner Equipe zwar bereits 2:0. Doch statt den ersten Titel seit 1987 gegen die Walliser, die noch mitten im Abstiegskampf stehen, endlich zu gewinnen, «veryoungboysen» die Gelb-Schwarzen das Spiel noch. 

Sie kassieren in der 41. Minute – nach einem Fehler von Wölfli – das 1:2 durch Obradovic, in der 52. das 2:2 durch Sarni und in der 88. Minute entscheidet Afonso die Partie mit dem 3:2. «Le Matin» titelt am Tag danach: «Sion, c'est fou, c'est foot!» Das ist dann wohl die ungefähre französische Kurz-Übersetzung von Frickers Ausflipper im Halbfinal.

So freut sich «Le Matin» über den Titel von Sion 2009. Bild: Le Matin

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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