Unvergessen

Mirko Vucinic jubelt, Gökhan Inler schleicht sich davon. Bild: KEYSTONE

Vucinic lässt der Schweiz die Hosen herunter und trägt sie als Kopfschmuck

8. Oktober 2010: Dass die Schweiz in Montenegro mit 0:1 verliert, gerät beinahe zur Nebensache. Für Aufsehen sorgt vielmehr der unkonventionelle Jubel des einzigen Torschützen Mirko Vucinic.

Publiziert: 08.10.16, 00:01

Nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Gruppenphase an der WM 2010 will es die Schweizer Nati am nächsten Turnier besser machen. Doch die EM 2012 verpasst sie – weil der Start völlig in die Hose geht.

Zuerst ein 1:3 in Basel gegen England, dann eine unerwartete 0:1-Niederlage auswärts gegen Montenegro. In Podgorica fehlt es der Schweiz an Durchschlagskraft, sie hat keine Ideen, wie sie den Gegner überwinden kann. So fällt das einzige Tor auf der anderen Seite. In der 67. Minute vernascht Montenegros Star Mirko Vucinic die Schweizer Abwehr, schiesst den goldenen Treffer und feiert danach nur noch in der Unterhose und mit der Hose auf dem Kopf.

Das einzige Tor und der aussergewöhnliche Jubel. Video: streamable

Vucinic zieht der Schweiz die Hosen aus – selten hat ein Bild so sehr Symbolcharakter wie in diesem Fall. Der Torschütze sieht wegen dieser Unsportlichkeit Gelb, doch das ist ihm egal.

Der Anfang von Alex Freis Ende in der Nati

Die beiden Startniederlagen haben zur Folge, dass der umstrittene Captain Alex Frei noch im Herbst seinen Abgang aus der Nationalmannschaft ankündigt – per Ende der EM-Qualifikation. Letztlich erfolgt der Rücktritt dann doch früher, im April 2011 erklären Frei und Marco Streller gemeinsam, nicht mehr für die Schweiz zu spielen.

Ottmar Hitzfeld ist damit gezwungen, junge Spieler nachzuziehen. Die Qualifikation für die EM 2012 misslingt zwar, doch jene für die WM 2014 in Brasilien schafft die Nati dann sicher.

Mirko Vucinic zeigt was er hat – Steve von Bergen scheint zu zeigen, was er davon hält. Bild: KEYSTONE

Vucinic, damals der Star der AS Roma, wechselt in der Saison nach dem Unterhosen-Jubel zu Juventus Turin. Auch dort behält er seine Spielkleidung nicht immer an, kopiert seinen Jubel und sieht wiederum Gelb. Heute lässt er seine Karriere in Abu Dhabi ausklingen.

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Die Karriere von Marco Streller

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

28.03.2001: Alex Frei macht Kubilay Türkyilmaz vergessen und sorgt dafür, dass Andy Egli einfach mal die Klappe halten muss

12.10.2012: Ottmar Hitzfeld zeigt dem Schiedsrichter den Stinkefinger und macht sich danach mit faulen Ausflüchten lächerlich

24.04.1996: Das Ende der kurzen Ära von Nati-Trainer Artur Jorge beginnt ausgerechnet mit einem Sieg

10.09.2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

29.02.2012: Ausgerechnet gegen die Schweiz erzielt Lionel Messi seinen ersten Nati-Hattrick

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

25.03.1998: Bei seinem Debüt führt Gilbert Gress die Nati gegen England fast zum Sieg – dann patzt sein Lieblingsgoalie

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
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