Unvergessen

Bis im Januar 2015 spielte Oussama Assaidi bei Stoke City. Bild: Getty Images Europe

Dieser Treffer ist so frech, dass er wieder cool ist. Dumm nur, war es Abseits, sonst hätte Assaidi das Tor des Jahres erzielt

11. September 2011: Oussama Assaidi ist gegen Groningen auf dem Weg zum 3:0 für Heerenveen. Doch da pfeift der Schiedsrichter Offside. Der Marokkaner schenkt uns immerhin noch einen Zirkustrick.

11.09.16, 00:01

Jeder Fussballer weiss es: Ist die Pfeife des Schiedsrichters ertönt, darf ich nicht mehr weiterspielen. Es droht eine gelbe Karte. Aber manchmal, da siehst du dich als Kicker schon vor den eigenen Fans jubeln und kannst nicht anders, als die Aktion noch abzuschliessen.

Oussama Assaidi kennt diese Situation. Gegen Groningen hat er in der 62. Minute für Heerenveen auf 2:0 erhöht. Jetzt wird der Stürmer steil geschickt. Der Marokkaner ersprintet sich den Ball, steht alleine vor Goalie Brian van Loo, setzt schon zur Körpertäuschung an und allen im Stadion ist klar: Hier fällt gleich das 3:0. Doch dann ertönt die Pfeife des Schiedsrichters: Abseits. 

Oussama Assaidis aberkanntes Tor gegen Groningen. Video: YouTube/officialeredivisie

Assaidi kann es nicht fassen, steht vor dem leeren Tor und schliesst die Szene doch ab. Aber nicht irgendwie, nein, mit einem herrlichen Hackentrick. Ob der 23-Jährige den Ball auch so versenkt hätte, wenn die Partie nicht unterbrochen gewesen wäre? Wohl kaum. 

Aber immerhin kommen wir so in den Genuss des Kabinettstückchens. Und das 3:0 für Heerenveen fällt später auch noch. Allerdings nicht durch Assaidi. Dieser dürfte sich trotz dem Sieg etwas ärgern, dass ihm das «Tor des Jahres» verwehrt geblieben ist.

Schiedsrichter Pieter Vink zeigt dem Angreifer übrigens den gelben Karton – trotz Protesten des gegnerischen Goalies – nicht. Vielleicht hat ihn auch der Trick verzaubert.

Das Warten auf den Durchbruch bei Liverpool

Assaidi zeigte nicht immer brotlose Kunst. Sein bestes Spiel der bisherigen Karriere lieferte er im Dezember 2010 gegen Twente ab. Der flinke Wirbelwind erzielte beim 6:2-Sieg drei Tore selbst, bereitete zwei weitere vor und holte den Elfmeter zum sechsten Treffer raus. 

Oussama Assaidis Gala mit drei Toren, zwei Assists und einem herausgeholten Elfmeter gegen Twente. Video: YouTube/PRitsSoccer

In Marokkos Nationalteam wurde er erstmals anfangs 2011 berufen und zum Ende der Saison 2011/12 für vier Millionen Euro an Liverpool verkauft. Das Debüt für die Reds lieferte Assaidi übrigens gegen YB in der Europa League ab. 

Dort fiel er jedoch genauso wenig auf, wie auch sonst an der Anfield Road, der Marokkaner wurde daraufhin an Stoke City ausgeliehen. Nach eineinhalb Jahren war dieses Leihgeschäft im Januar 2015 zu Ende, heute spielt Assaidi in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Al-Ahli Dubai.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote - alles ist dabei. 
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Maradona rutscht bäuchlings über den Rasen – als Trainer, nicht als Spieler

11. Oktober 2009: Die Lage ist ernst, Argentinien droht die WM 2010 in Südafrika zu verpassen. Gegen Peru muss ein Sieg her, doch es steht bis zur 93. Minute 1:1. Bis Martin Palermo trifft und alle Dämme brechen.

In der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika stehen Argentinien und sein Trainer Diego Maradona unter Druck: Der Weltmeister von 1978 und 1986 droht, das Turnier zu verpassen. Gegen das letztklassierte Peru ist ein Heimsieg Pflicht – andernfalls ist der Nationalheilige seinen Job wohl los.

38'000 Zuschauer sind ins Stadion von River Plate gekommen, um in der zweitletzten Quali-Runde dabei zu sein. Sie werden lange enttäuscht. Erst zwei Minuten nach der Pause geht Favorit Argentinien in …

Artikel lesen