Unvergessen

Michael Jordan überragt alle – den «Bad Boys» Dennis Rodman (links) und Isiah Thomas bleibt das Nachsehen. Bild: Focus on Sport

Wie feige Schulbuben

27.05.1991: Air Jordans Chicago Bulls laufen auf dem Weg zum ersten Titel die Gegner davon – wortwörtlich

27. Mai 1991: In der NBA geht eine grosse Ära zu Ende und eine noch grössere beginnt. Als das Ausscheiden gegen die Chicago Bulls nur noch Sekunden entfernt ist, verlassen die Stars der Detroit Pistons einfach so das Feld.

26.05.14, 23:56

7,9 Sekunden sind noch zu spielen in Detroit. Die Bulls aus Chicago führen bei den Pistons deutlich. Sie werden auch Spiel vier der Playoff-Serie gewinnen und den amtierenden NBA-Champion in die Ferien schicken. Pistons-Star Isiah Thomas und seine Kollegen können es offenbar kaum erwarten. Sie verlassen die Halle, um den Siegern nicht die Hand schütteln zu müssen. Nur noch fünf nominelle Ersatzspieler bleiben als Vertretung auf dem Parkett zurück.

Thomas und Co. begründen ihren Entscheid mit der fortwährenden Kritik der Bulls an ihrem Spielstil. Die Pistons sind damals als «Bad Boys» berühmt-berüchtigt, spielen sehr körperbetont und oft auch jenseits der Grenze des Erlaubten.

Ein schwacher Abgang: Die Stars der Detroit Pistons verlassen kurz vor Ende der Partie das Feld (ab 6:30 Minuten im Video). Video: Youtube/kOrOne79

Krass überlegene Bulls im Halbfinal

In den Jahren 1989 und 1990 holen sich die Detroit Pistons mit ihrer Art den Meistertitel. Aber die Chicago Bulls sind auf dem Vormarsch. Michael Jordan ist zwischen 1987 und 1990 vier Mal in Folge der beste Skorer der Liga (insgesamt wird er diesen Titel zehn Mal gewinnen).

Als Phil Jackson im Sommer 1989 in der «Windy City» übernimmt, ist dies der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Zwar scheitern die Bulls in der ersten Saison unter dem neuen Trainer noch an den Pistons, doch in der Saison 1990/91 schlägt ihre erste grosse Stunde.

In den Playoff-Halbfinals kommt es zur Revanche gegen Detroit. Zuhause lässt Chicago in den beiden ersten Spielen nichts anbrennen, auch Spiel 3 in Detroit holen sie sich. Krass überlegen sind die Bulls in Spiel 4, das sie letztlich 115:94 gewinnen.

Es ist das Spiel, dessen Ende Isiah Thomas und einige andere nicht miterleben. Der Point Guard begründet den Abgang kurz vor der Schlusssirene mit dem mangelnden Respekt der Gegner: «Immer und immer wieder haben sie gejammert und über unsere harte Spielweise geklagt.» Also verhält sich auch Thomas respektlos.

Protagonisten erinnern sich an die legendäre Playoff-Serie 1991. Video: Youtube/Adam Wang

Jordans erster von sechs Titel mit den Bulls

Heute bereut der zwölffache NBA-All-Star seine Idee, die ihm damals nur logisch schien. «Wir hätten nicht einfach weglaufen sollen», sagt Thomas 22 Jahre nach dem Vorfall. Diese Einsicht sei ihm aber erst ein gutes halbes Jahr danach gekommen.

Zu diesem Zeitpunkt tragen die Chicago Bulls schon längst einen Meisterring am Finger. Sie haben nicht nur die Detroit Pistons überrollt. Angeführt von «Air Jordan» gewinnen sie auch die Finalserie gegen die Los Angeles Lakers mit 4:1 Siegen und starten eine Ära. Dem Titel von 1991 lassen sie 1992 und 1993 zwei weitere folgen, in den Jahren 1996 bis 1998 folgen drei weitere Meisterschaften.

Air Jordan lässt sich nach dem ersten Titelgewinn gemeinsam mit der damaligen Gattin Juanita feiern, Little Jordan Jeffrey hält sich die Ohren zu. Bild: AP

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Neue Forbes-Liste – kein Sportler verdient so viel mit Werbung wie Roger Federer

Roger Federer ist gemäss «Forbes» wie im vergangenen Jahr unter den bestverdienenden Sportlern die Nummer 4. Das US-Wirtschaftsmagazin hat für den Baselbieter einen Jahresverdienst von 64 Millionen Dollar errechnet. Allein Federers Einkünfte aus Werbe- und Sponsoring-Verträgen sollen 58 Millionen ausmachen, so viel wie bei keinem anderen Athleten.

Angeführt wird die Liste zum zweiten Mal in Folge von Cristiano Ronaldo. Die Einkünfte des Stürmerstars von Real Madrid werden von «Forbes» mit 93 …

Artikel lesen