Weihnachten

Das deutsche Paar, das 42 Jahre lang stets ein Weihnachtsfoto schoss

24.12.15, 13:51

Von 1900 bis 1942 schossen Anna und Richard Wagner jedes Jahr am Heiligabend stets ein Erinnerungsfoto vor dem Weihnachtsbaum in ihrer guten Stube. Hier sieht man das junge Paar aus Essen im Jahr 1900:

Schön inszeniert – Anna mit der Hauskatze und Richard mit dem neuen Gehstock.

1908 sind sie umgezogen und bereits etwas gesetzter. Der Herr raucht Pfeife.

1912 – Scheinbar wollen die Wagners ihre Beliebtheit demonstrieren. Alle erhaltenen Weihnachtsgeschenke (und das sind nicht wenige) werden ins Bild reingepackt:

1915 – Es tobt der Erste Weltkrieg (deshalb die Karte mit dem markierten Kriegsfrontverlauf), doch der Baum ist üppiger denn je ...

... was nicht von 1917 behauptet werden kann. Inzwischen ist der Krieg bereits drei Jahre alt und in Deutschland herrscht (Kohle-)Mangel. In der Wohnung ist es saukalt.

1927 gab es augenscheinlich schon Elektrizität. Anna hat einen Staubsauger bekommen, den sie stolz zur Schau stellt:

Anscheinend haben Weltwirtschaftskrise, deutsche Bankenkrise und die Machtergreifung der Nazis an Richard Spuren hinterlassen. Ende 1935 sieht man ihm die Jahre deutlich an:

1942 herrscht wieder Krieg. Doch diesmal mögen die Wagners keine Frontverlauf-Karte aufhängen. Und die Weihnachtsgeschenke wurden auch knapper:

Damit enden die Weihnachtsgrüsse der Wagners. Richard verstarb im folgenden Jahr. Anna starb zwei Jahre später, 1945.

(obi)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Lichtblau 25.12.2015 01:00
    Highlight In nur 7 Jahren, zwischen 1935 und 42, hat auch bei Anna ein massiver Alterungsprozess stattgefunden. Tragisch. Hatten die Wagners Kinder? Einen Sohn, der im Krieg gefallen ist? Gute Geschichte, danke.
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  • Realcath 24.12.2015 17:28
    Highlight Coole und schöne Idee! :)
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  • Gelöschter Benutzer 24.12.2015 16:17
    Highlight wow, genial!
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Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

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