Wirtschaft

Wieso sich die Schweiz über eine Milliarden-Busse in Brasilien freut

Publiziert: 02.12.16, 00:08 Aktualisiert: 02.12.16, 06:58

Lateinamerikas grösster Baukonzern Odebrecht hat einem Insider zufolge in einem weitreichenden Schmiergeldskandal einer Strafzahlung von knapp zwei Milliarden Dollar zugestimmt. Ein Teil der Zahlung soll in der Schweiz entrichtet werden.

Das Bauunternehmen Odebrecht hat Stadien für die WM in Brasilien erstellt. Bild: Andre Penner/AP/KEYSTONE

Das Geld aus der Strafzahlung solle zwischen den USA, der Schweiz und Brasilien aufgeteilt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle bei der Staatsanwaltschaft. Der grösste Teil gehe an Brasilien. Die Summe solle über 20 Jahre hinweg bezahlt werden.

WM-Stadien gebaut

Die Staatsanwaltschaft wirft der Baufirma vor, Schmiergeld gezahlt zu haben, um milliardenschwere Aufträge des staatlichen Ölkonzerns Petrobras zu bekommen. Dieser wiederum soll unrechtmässig Gelder an politische Parteien geschleust haben.

Den Ermittlern lägen zudem Beweise vor, dass beim Bau der Sportstadien für die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ebenfalls illegal Gelder geflossen seien. Odebrecht hat mindestens vier der insgesamt zwölf WM-Stadien in Brasilien gebaut. Das Unternehmen und die Staatsanwaltschaft lehnten eine Stellungnahme ab.

Korruptionsverdacht gegen Senatspräsident

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat Ermittlungen gegen einen der einflussreichsten Politiker, Senatspräsident Renan Calheiros, aufgenommen. Dieser ist ein Vertrauter und Parteifreund von Staatspräsident Michel Temer. Calheiros wird verdächtigt, 2005 aus Senatskassen rund 45'000 Reais (über 15'000 Franken zum damaligen Kurs) an eine Mietwagenfirma bezahlt zu haben, die keine Gegenleistung für den Betrag aufgewiesen habe, berichtete am Donnerstag das Portal G1. Die Aufnahme der Ermittlungen zwingt Calheiros nicht zur Aufgabe des Senatsvorsitzes. Calheiro wäre vom Rang her der Nachfolger, wenn Präsident Temer abtreten müsste. Eine Anklage kann erst nach Abschluss der Ermittlungen erhoben werden. (sda)

Die Bundesanwaltschaft hatte im Juli 2015 ihre Untersuchungen im Petrobras-Skandal auf die Spitzen des Baukonzerns Odebrecht ausgeweitet. Wie es bei der Behörde damals hiess, werden Odebrecht und dessen Tochterfirmen verdächtigt, Schweizer Konten für Schmiergeldzahlungen an ehemalige Petrobras-Führungskräfte benutzt zu haben. Letztere verfügen demnach ebenfalls über Schweizer Konten.

Brisante Details erwartet

Mit der Zahlung bekomme die Firma wieder Zugang zu öffentlichen Aufträgen, hiess es weiter. Zudem macht die Zahlung den Weg frei für Vergleiche für 77 Verantwortungsträger der Firma, unter ihnen auch der frühere Konzernchef Marcelo Odebrecht. Dies soll laut Medienberichten in den kommenden Tagen geschehen.

Die Deals der Odebrecht-Manager mit den Behörden bergen Zündstoff, weil damit gerechnet wird, dass Bestechungszahlungen an bis zu 200 brasilianische Parlamentarier publik werden dürften. (kad/sda/reu)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
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  • elivi 02.12.2016 07:47
    Highlight Und petrobas kommt davon?
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    • CASSIO 02.12.2016 11:56
      Highlight Petrobras kommt einen Scheiss davon, das ist das Problem. Petrobras leidet, weil die korrupte Bande ihr dieses Debakel eingebrockt hat. Und wenn Petrobras leidet, dann leidet die Wirtschaft,und zum Schluss leider das Volk.
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  • Henzo 02.12.2016 01:56
    Highlight Wie ist da die USA involviert?
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    • walsi 02.12.2016 05:59
      Highlight Wenn die Schmiergelder in Dollar bezahlt werden ist die USA grundsätzlich involviert. Mit dem Argument hat man französischen Banken für Geschäfte mit dem Iran gebüsst. Die Transaktionen wurden in Dollar bezahlt und die USA hat die Hoheit über den Dollar. Man könnte auch sagen, dass das einfach imperiales Gehabe ist.
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    • Knut Atteslander 02.12.2016 06:33
      Highlight Im Gegensatz zur Schweiz unternehmen die USA etwas gegen Korruption...
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    • CASSIO 02.12.2016 08:19
      Highlight @Atteslander: na klar doch. Mach Dich mal schlau, wie stark sich die USA in Sachen Schmiergeldzahlungen in Brasilien in der Vergangenheit getan hat. Du wirst erschrecken. Somit halt Dich zurück mit solchen Kommentaren!
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