Wirtschaft

Christian Felber ist einer der führenden Köpfe der Gemeinwohl-Ökonomie, Mitbegründer von Attac Österreich und der Bank für Gemeinwohl. Er weilte anlässlich der Stapferhaus-Ausstellung «GELD. Jenseits von Gut und Böse» in Lenzburg.
bild: bernd hofmeister

Eine wahrhaft liberale Marktwirtschaft: «Wenn Kooperation, Respekt und Grosszügigkeit belohnt werden, ist eine ethische Wirtschaftsordnung möglich»

Vor fünf Jahren hat der Salzburger Christian Felber die Gemeinwohlökonomie-Bewegung mit gegründet. Sie kämpft mit wachsendem Erfolg für eine Wirtschaftsordnung, die nicht auf Gier, sondern auf Kooperation beruht.

22.10.15, 14:47 23.10.15, 16:26

Gemeinwohlökonomie, das tönt irgendwie nach Kuschelwirtschaft, oder nicht?
Menschen brauchen ein Kuschelelement in ihrem Leben. Aber nicht nur. Gemeinwohl ist der Sammelbegriff aller fundamentalen Werte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Nachhaltigkeit und Demokratie.  

Das hören alle Menschen gerne, aber leider setzen sie es in der Praxis nicht um.
Bis zu 90 Prozent der Menschen in Europa wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung. Das zeigt eine Studie des europäischen Wirtschaftsausschusses. Die real existierende Wirtschaftsordnung hingegen unterstützt das nicht. Sie fördert Geiz, Egoismus und Rücksichtslosigkeit.

Die Gemeinwohl-Ökonomie fordert eine ethische Wirtschaftsordnung.
bild: horsesforsources

Das ist nun mal die Philosophie der Marktwirtschaft. Sie will die Laster der Menschen zum Nutzen der Menschheit ummünzen.
Das wird von den Menschen aber nicht gut geheissen. Die bestehende Rechtsordnung der Wirtschaft widerspricht dem Geist der Verfassung der europäischen Länder. Deshalb schlagen wir eine Wirtschaftsordnung vor, die andere Anreize setzt, die nicht Gier und Egoismus belohnt, sondern menschliche Tugenden und eben Verfassungswerte umsetzt.

Was ist mit Gemeinwohl-Ökonomie gemeint? 

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine alternative Wirtschaftsordnung, die seit 2010 von Österreich aus entwickelt wurde und sich international ausbreitet. Sie ist eine vollethische Marktwirtschaft, die nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz beruht, sondern auf Gemeinwohlstreben und Kooperation – denselben universalen Grundwerten, die zwischenmenschliche Beziehungen gelingen lassen. Gewinn ist nur noch Mittel, nicht mehr Zweck der unternehmerischen Tätigkeit. Die Gemeinwohlbilanz wird zur Hauptbilanz: Je sozial verantwortlicher, ökologisch nachhaltiger, demokratischer und solidarischer sich Unternehmen verhalten, desto mehr Vorteile – von niedrigeren Steuern, Zöllen und Zinsen bis zum Vorrang beim öffentlichem Einkauf – erhalten sie. So stimmen die Marktgesetze mit den Werten der Gesellschaft überein. 

Aus der Spieltheorie wissen wir, dass sich Egoismus gegenüber Kooperation kurzfristig immer durchzusetzen vermag.
Nur wenn der Egoismus nicht sanktioniert wird. Das hat die verstorbene Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom nachgewiesen. In einem funktionierenden Rechtsstaat lassen sich ethische Regeln bilden und durchsetzen.

«Die bestehende Rechtsordnung der Wirtschaft widerspricht dem Geist der Verfassung der europäischen Länder.»

Christian Felber

Was bedeutet dies konkret, wenn die Regeln der Gemeinwohlwirtschaft in die Praxis umgesetzt werden?
Derzeit haben Unternehmen, die sich unethisch verhalten, einen Preis- und damit einen Wettbewerbsvorteil. Das wollen wir umkehren. Die Spielregeln sollen lauten: Je ethischer sich ein Unternehmen verhält, desto mehr Vorteile soll es haben.

Es geht also nicht darum, den Markt abzuschaffen, sondern darum, die Spielregeln zu ändern?
Wir streben anstelle der bestehenden unethischen Wirtschaftsordnung eine vollethische an. Es soll auch eine wirklich liberale Marktordnung werden im Sinne von: Alle haben die gleichen Chancen, Rechte und Freiheiten.

Das Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie: Alle sollen die gleichen Chancen, Rechte und Freiheiten haben. 
bild: shutterstock

Der Markt führt zwangsläufig zu Monopolen. Wie wollen Sie das verhindern?
Indem wir einerseits das Kartellrecht global verschärfen und andererseits den Wachstumszwang aus der Wirtschaft entfernen.

Geht das überhaupt unter den Gesetzen des Marktes?
In einer kapitalistischen Marktwirtschaft geht das nicht, weil der Finanzgewinn das oberste Ziel ist. In einer ethischen Marktwirtschaft hingegen steht nicht mehr der Finanzgewinn an oberster Stelle, sondern das Gemeinwohl-Bilanzergebnis. Das kann man nur erreichen, wenn man nicht um jeden Preis wächst und andere Unternehmen frisst, sondern indem man kooperiert. Damit entfällt auch der Wachstumszwang.

Ist das Bestreben, sich im Wettbewerb gegen andere durchzusetzen, nicht ein Teil der menschlichen Natur?
Das glauben die Ökonomen, doch sie sind die allerschlechtesten Ratgeber, was die Natur des Menschen betrifft. Sie arbeiten vorwiegend mit Glaubenssätzen und Behauptungen. Ökonomie ist daher in meinen Augen mehr eine Ideologie, manche behaupten gar, eine Religion.

Der Glaube an das Geld: «In God we trust» steht auf der amerikanischen 1-Dollar-Note.
bild: tumblr/kalifornianklan 

Wie ist die Natur des Menschen wirklich?
Der Mensch ist von Natur aus frei. Wir können uns gegenseitig umbringen, oder wir können uns liebevoll und zärtlich miteinander verhalten. Die Gene zwingen uns zu nichts. Es gibt keinen Determinismus in irgendeine Richtung, und wenn, dann eher in Richtung Gerechtigkeitsempfinden und Mitgefühl. Unser Gehirn ist eindeutig auf Kooperation angelegt. Das sagen uns die Naturwissenschaftler, die das – im Gegensatz zu den Ökonomen – empirisch erforscht haben.

Was ziehen Sie daraus für Rückschlüsse auf die Wirtschaftsordnung?
Es kommt entscheidend auf die Regeln an. Wenn sie Eigenschaften wie Gier, Geiz und Rücksichtslosigkeit belohnen, dann erhalten Sie die Wirtschaftsordnung, die wir heute haben. Wenn Sie jedoch Tugenden wie Kooperation, Respekt und Grosszügigkeit belohnen, dann ist eine ethische Wirtschaftsordnung möglich.

In der Geimeinwohl-Ökonomie soll Gier durch Kooperation ersetzt werden.
bild: imgur

Gemeinwohlwirtschaft hat somit nichts mit einem humanen Kommunismus zu tun?
Nein, es ist eine wahrhaft liberale Marktwirtschaft. Der Markt ist letztlich nur eine Begegnungsstätte. Wie wir uns dort begegnen, gewaltsam und grausam, oder friedlich und kooperativ, ist uns Menschen frei gestellt – und hängt von den Regeln ab.

Wie weit kann man heute schon die ethischen Regeln in die Praxis umsetzen?
Die Gemeinwohlbewegung gibt es nun genau fünf Jahre, wir sind also noch eine junge Bewegung. Heute unterstützen uns 1900 private Unternehmen aus 40 Ländern. 300 davon erstellen die Gemeinwohl-Bilanz freiwillig.

«Wenn sie Eigenschaften wie Gier, Geiz und Rücksichtslosigkeit belohnen, dann erhalten Sie die Wirtschaftsordnung, die wir heute haben.»

Die erhalten dann eine Art Zertifikat wie eine Bioknospe?
Mehr als das. Sie erhalten ein Punkteergebnis, das ihnen Vorteile verschaffen soll, beispielsweise Steuernachlässe oder mehr öffentliche Aufträge.

Wer ausser Unternehmen macht noch mit?
Es gibt bereits Gemeinden, die über ihr Ortsschild Gemeinwohlökonomie schreiben. Oder Hochschulen. Die Universität von Valencia plant einen Lehrstuhl für Gemeinwohlökonomie, Flensburg und Kiel beforschen die Erstellbarkeit der Gemeinwohl-Bilanz in DAX-Konzernen.

Wie sieht es in der Schweiz aus?
Es gibt ungefähr fünf Regionalgruppen und einen Dachverein Schweiz mit Sitz in St.Gallen.

Geht es Ihnen darum, Gemeinwohl-Oasen für Gleichgesinnte zu schaffen, oder haben Sie die gesamte Wirtschaftsordnung im Visier?
Es geht um den rechtlichen Rahmen des Wirtschaftens innerhalb eines Nationalstaates aus einer demokratischeren Perspektive. Deshalb strebt die Gemeinwohlökonomie-Bewegung auch eine «Souveräne Demokratie» an. Die Schweiz ist mit ihrer direkten Demokratie bereits einen Schritt weiter auf diesem Weg.

Bedeutet Gemeinwohlökonomie auch Wohlstandsverzicht?
Das Wohlbefinden wird im Gegenteil wachsen, man bekommt in jeder Hinsicht – körperlich und psychisch – ein besseres Leben. Der materielle Verbrauch hingegen könnte sinken. Es wird nicht mehr möglich sein, dass jeder in seinem eigenen, mit fossilen Brennstoffen geheizten Eigenheim wohnt, ein eigenes Auto besitzt und mit dem Flugzeug um den Globus jettet. Erwiesenermassen macht das die Menschen auch gar nicht glücklich.

Eine intakte Umwelt macht sicher glücklicher als eine nicht intakte.
bild: weheartit

Was macht glücklich?
Gute Beziehungen, eine intakte Umwelt, sich selbst treu sein können, Zeitwohlstand, nur um ein paar Dinge zu sagen.

Bedeutet Gemeinwohlökonomie, dass die Globalisierung wieder rückgängig gemacht wird?
Ja. Ich bin gegen bedingungslosen Freihandel und freien Kapitalverkehr. Ich bin für ethischen Handel und bedingten Kapitalverkehr. Handel ist kein Selbstzweck. Wenn dabei Menschen ausgebeutet werden und die Umwelt zerstört wird, ist das kein Freihandels- sondern ein Unfreihandelsregime.

Müssen wir zurück zu Tausch?
Nein, Handel ist Mittel zum Zweck. Wenn uns Handel dem Ziel näher bringt – beispielsweise einer nachhaltigen Entwicklung, mehr Gleichheit oder einer umfassenden Umsetzung der Menschenrechte –, dann ist mehr Handel besser. Aus rein ökologischen Überlegungen heraus wäre jedoch das derzeitige Volumen des Handels nicht mehr möglich. Das heisst noch immer nicht, dass Handel etwas Schlechtes ist, sondern dass wir einen gerechten Handel fördern müssen.

Die Schweiz importiert rund die Hälfte ihrer Nahrungsmittel. Könnte sie das in einer Gemeinwohlökonomie weiterhin tun?
Das wäre nicht mehr möglich. Die Schweizer verbrauchen – wie übrigens auch die Österreicher oder die Deutschen – rund vier Mal mehr als ihnen der Planet Erde pro Kopf schenkt. Mit anderen Worten: Wir müssen rund 80 Prozent unseres aktuellen Ressourcen-Verbrauchs reduzieren. Das ist der aktuelle Konsens unter den Naturwissenschaftlern. Diese Verminderung des Ressourcenverbrauchs lässt sich nicht in Einklang bringen mit dem Import der Hälfte der Lebensmittel.

Die Globalisierung bringt viel Ausbeutung mit sich. Die Gemeinwohl-Ökonomie will deshalb zurück zur Regionalisierung. 
bild: pennwhartontoronto

Also weg mit der Globalisierung?
Die Globalisierung sollte das Salz in der Suppe sein, aber nicht die Suppe selbst. Das gilt vor allem für Lebensmittel, Energie und die Rückschleusung von Reststoffen in den Stoffkreislauf. Da braucht es eine radikale Regionalisierung, zum Teil sogar Lokalisierung.

Wie hält es die Gemeinwohlökonomie mit dem Nationalstaat?
Tendenziell befürworten wir eine leichte Stärkung gegenüber den supranationalen Organisationen wie die EU, aber auch der Regionen und Kommunen – gemäss dem Subsidiaritätsprinzip.

«Handel ist kein Selbstzweck. Wenn dabei Menschen ausgebeutet werden und die Umwelt zerstört wird, ist das kein Freihandels- sondern ein Unfreihandelsregime.»

Mit dem Ziel, die EU wieder abzuschaffen, wie es viele Rechtskonservative wollen?
Nein, die EU soll bleiben. Aber derzeit laufen die Regeln der EU – aber auch die Regeln des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – den Interessen der Mehrheit der Menschen zuwider. Deshalb schlagen wir zunächst das Erringen vor «souveränen» Nationalstaaten vor. Dann können sich diese Staaten auch auf internationaler Ebene demokratisch begegnen.

Viele EU-Kritiker attestieren ihr ein demokratisches Defizit. 
bild: voxeurop

Mit welchen Folgen?
Kein souveräner demokratischer Nationalstaat würde sich für Freihandel und freien Kapitalverkehr entscheiden. Derzeit geschieht dies einzig im Interesse der multinationalen Konzerne.  

Was geschieht mit dem Geld in der Gemeinwohlökonomie?
Geld wird in einem viel höheren Masse ein öffentliches Gut, ein Mittel für das Gemeinwohl.

Im Sinne von Vollgeld, will heissen: Nur noch die Nationalbanken dürfen Geld schaffen?
Ich nenne es souveränes Geld. Die Zentralbank müsste dann auch transparent geführt sein, ihre Vertreter demokratisch gewählt werden und die Ziele ebenfalls demokratisch vorgegeben werden. Die Banken müssten am Gemeinwohl orientiert sein. Will heissen: Sie würden bei der Kreditvergabe Vorgaben erhalten, beispielsweise dürften sie Kredite nur in die Realwirtschaft vergeben und nicht für Spekulationszwecke.

Wie ist es mit der Verteilung des Wohlstandes?
Selbstverständlich darf es Ungleichheit geben, aber nur in einem bestimmten Umfang. Das gilt bei den Einkommen und bei der Grösse von Unternehmen. Zum Konzept von Geld als öffentlichem Gut zählen auch «negative Rückkoppelungen», die ein Übermass an Ungleichheit effektiv verhindern.

Die Ungleichheit soll auf ein Minimum beschränkt werden.
bild: instagram/calisvegics

In der Schweiz stimmen wir bald über ein bedingungsloses Grundeinkommen ab. Ist das im Sinne der Gemeinwohl-Ökonomie?
Im derzeitigen auf Macht basierenden Kapitalismus bin ich ganz klar ein Befürworter eines Grundeinkommens. Es sichert ein Mindestmass an Teilhabe am System und Würde des Menschen. In einer Gemeinwohlökonomie entfällt die Notwendigkeit eines Grundeinkommens vermutlich, weil die Spielregeln völlig anders sind. Weil Kooperation das oberste Prinzip ist, entsteht keine Knappheit, sondern Fülle. Will heissen: Arbeit für alle und sinnvolle Arbeitsplätze.

Heute spricht man von einer digitalen Revolution. Dient das der Gemeinwohlökonomie?
Technischer Fortschritt ist, wie der Handel, kein Selbstzweck. Er ist hoch willkommen, wenn er uns ein würdevolleres Leben ermöglicht. Das bedeutet aber nicht: Immer grösser, immer schneller. Zudem sollten auch technische Grundsatzentscheide – Atomkraft, Gentech, beispielsweise – demokratisch nach ethischen Kriterien entschieden werden.

(Gestaltung: Anna Rothenfluh)

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  • Thinkdeeper 09.05.2016 11:59
    Highlight Sehr guter Artikel über den es sich lohnt tiefer nachzudenken.

    Schon Seneca lehrte "Stehe an der Spitze um zu dienen und nicht um zu herrschen." Wir sollten wieder dahin gelangen, dass die Wirtschaft dem Bürger zu dienen hat und nicht umgekehrt.

    Die Frage stellt sich wie man die "Masse" zum umdenken und "zu weniger Furcht" bewegen kann?

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  • Gelöschter Benutzer 24.10.2015 00:20
    Highlight Ich seh den Zusammenhang zwischen Liberalität und Förderung von ethischen Prinzipien durch rechtlich gesetzte Anreize noch nicht so.
    Ist Liberalismus nicht der eigenverantwortliche Umgang mit Werten?
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  • Tilia 23.10.2015 13:29
    Highlight auch grosse konzerne werden nur von menschen geführt. führen kann man nur solange man dazu legitimiert ist. legitimation kommt durch die angestellten welche dem optimistischen ziel nachrennen allenfalls selber irgendwann durch fleiss in die elite zu gelangen. kommt diese neue marktwirtschaft würden viele grosskonzerne ihre legitimation sofort verlieren da die mitarbeiter für die neue wirtschaftsform wären da sie diese als gerecht empfinden. ich trau dem modell ziemlich viel zu.
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  • saukaibli 23.10.2015 08:58
    Highlight Ich finde die Idee toll und bin davon überzeugt, dass sie funktionieren würde. Das Problem ist aber, dass momentan die Gierigen an der Macht sind und die werden ihre Macht nicht einfach so abgeben. Ohne weltweite Revolution bleibt eine gerechte Marktwirtschaft einfach nur ein schöner utopischer Traum. Und auch danach müsste jemand darauf aufpassen, dass die Gierigen nicht wieder an die Macht kommen und die Aufpasser dürften nicht korrupt sein. Das sind Knackpunkte, die langfristig sehr schwierig durchzusetzen sind, weil ja gerade die Menschen nach Macht streben, die dort nichts zu suchen haben
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  • dracului 23.10.2015 07:29
    Highlight Dieses Zusammenlebens spricht mich an, wie auch das Modell der Kibbutz, der Kolchosen, des Sozialismus in seiner angedachten Form und auch der Hippie-Bewegung. In Star Trek wird die Notwendigkeit von "Geld" durch Technik sogar überflüssig gemacht. In all den neuen Versuchen der Wurm drin und wir fallen immer auf den primitiven Kapitalismus zurück. Durch Zellen mit Menschen, die etwas Neues probieren, kann es keimen zu neuen "Grossfamilien". Die Isolation des Individuums als Einzelhaushalt oder Kleinfamilien mit sozialem Mangel war eine schlaue Optimierung der aktuellen Marktwirtschaft.
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    • Tilia 23.10.2015 13:25
      Highlight du hast soooo recht!! viele sifi autoren sind echte gesellschaftsgenies und kreieren weltenbilder die funktionieren könnten.
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  • Tilman Fliegel 22.10.2015 23:21
    Highlight Ich hätte eine sehr einfache Idee für eine gerechtere Wirtschaft: einen globalen Mindestlohn, den man natürlich erst mal sehr niedrig ansetzen müsste, aber nach einiger Zeit langsam erhöhen sollte, solange bis das Geld sich gleichmässiger verteilt und seinen ursprünglichen Sinn wieder erhält: eine Gutschrift für Dienste an der Gemeinschaft (und nicht ein Werkzeug zur sinnlosen Bereicherung weniger und Unterdrückung vieler)
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  • TRL 22.10.2015 21:58
    Highlight Feudalismus, Rhabarber, gutes Stichwort. Da sind wir voll drin. Man blicke nach Asien. Nicht wir haben ihnen Wohlstand, sondern sie uns unseren alten Feudalismus wieder geweckt. Stichwort Übertreibung; übertreibe ich oder übertreiben sie's in Asien? Stichwort Religion von Zeit_Genosse: man könnte schon fast zum Schluss kommen, Religion wurde erfunden um den Menschen Demut zu lehren, oftmals auch Nächstenliebe (Stichwort Solidarität, Gemeinwohl). Diese Werte sind da; vielleicht ist Religion doch nicht so anachronistisch, wenn man ihr den alten Staub wegbläst und eine Prise Pragmatismus beigibt?
    5 2 Melden
    • atomschlaf 22.10.2015 23:49
      Highlight Religionen, mindestens die grossen monotheistischen, sind Herrschaftsinstrumente.
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  • Gelöschter Benutzer 22.10.2015 17:41
    Highlight Interessanter Beitrag. Jedoch betrachte ich das ganze ebenfalls als Utopie. Der Mensch ist sicherlich humanistisch veranlagt. Jedoch nur innerhalb seiner Kommune/Familie/Siedlung/Angehörigen. Ausserhalb davon wird er alles zur Beute machen und für seinen Vorteil nutzen wie nur irgendwie möglich. Die aktuelle Wirtschaft und das menschliche Verhalten bestätigen dies. Auch widerspricht er sich selbst wenn er davon spricht, dass Menschen grundsätzlich so handeln würden, aber dann vom Auflagen, Anregungen und Gesetzen spricht, die ihn dazu "zwingen" sollen.
    Die Idee kommt zu spät oder zu früh.
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  • Toerpe Zwerg 22.10.2015 16:22
    Highlight Nur eine einzige kritische Frage, ein klitzekleine, ein Hauch an Hinterfragen ... ja, das macht ein gutes Interview aus. Was man hier liest, ist kein Interview sondern Stichwortgeberei.

    Gerne hätte ich etwas dazu erfahren, wie der Mann ein Gemeinwohl-Bilanzergebnis berechnen möchte, wer die demokratisch ermittelten Regeln zum "Gemeinwohl" anhand welcher Parameter und statistischer Methoden messbar und abbildbar macht, wie der "Wert" einzelner Parameter ermittelt und gewichtet wird, und, vor allem, in welcher Form ein hohes "Gemeinwohl-Bilanzergebnis" vergütet wird.
    27 2 Melden
    • herschweizer 22.10.2015 16:48
      Highlight Ja und wie bitte erklärt der alte Schwede Kapitalismus ohne Verschuldung? Ist ja ganz nett Marktwirtschaft hhh
      7 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.10.2015 17:10
      Highlight Herschweizer, Kapitalismus ohne Verschuldung gibt es nicht. Das steht hier aber auch gar nicht zur Debatte. Die kritischen Fragen sind sehr berechtigt, nur schon um etwas mehr Inhalt und Details zu erfahren. Es wäre auch noch gut, wenn statt Leistung Freude vergütet würde und der Mensch plötzlich nicht mehr nach Wohlstandssteigerungen streben würde... Nur wie man das im Detail erreichen will bleibt diffus.
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    • atomschlaf 22.10.2015 23:42
      Highlight Ging mir ähnlich. Klingt zwar grösstenteils schön und gut, bleibt aber sehr abstrakt und unverbindlich.
      9 0 Melden
    • lormel 23.10.2015 00:25
      Highlight Tatsächlich, Teleblocher ist ein Streitgespräch dagegen! Der Teufel steckt im Detail, nur ficht das einen Visionär nicht an. Schon die alten Kommunisten fanden sich im Kleinen nicht zurecht. Kämen Felbers Pläne zur Realisierung, würde die Korruption wohl massivst ansteigen, denn Gemeinwohl ist kein absoluter Massstab und kann letztlich nur durch andere Menschen definiert werden. Der Kapitalismus hält's einfach und das ist das Erfolgsrezept: solange man die Gesetze einhält und irgendwie Geld verdient kann einem die Meinung anderer gestohlen bleiben.
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  • Zeit_Genosse 22.10.2015 16:19
    Highlight Der Mensch ist also kein Raubtier. Würde ich gerne glauben. Leider ist der Mensch das bedrohlichste Raubtier auf dem Planeten, das selbst die eigene Art bedroht und grausames anrichtet. Um dem Idealbild der Gemeinwohlökonomie in die Nähe zu kommen, müsste man den Menschen mit vielen Regulatorien, Steuermechanismen und Straf-/Belohnungssystemen zähmen, dass er nicht mehr frei wäre. Er wäre ein Teil eines kooperativen Überlebenssystems, aus dem er ständig Vorteile ziehen versuchte oder von Nicht-Geminwohlanhängern wie in den Religionskriegen überrannt würde. Trotzdem sehr interessanter Beitrag.
    7 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.10.2015 17:48
      Highlight Der Mensch ist definitiv kein Raubtier, sondern ein Omnivor. Ein durchgedrehter Affe. Von seiner Intelligenz in den alles zerstörenden Hochmut getrieben.
      23 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.10.2015 01:36
      Highlight Rhabarber, wie kommt es, dass Sie als Mensch das durchschauen können? Sind Sie kein Mensch oder die goldene Ausnahme? Sind Sie vielleicht genauso zerstörerisch hochmütig wie die anderen? Ich denke Sie sollten Ihr Menschenbild hinterfragen.
      2 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.10.2015 13:31
      Highlight Das ist nicht schwer zu durchschauen. Geschichtskenntnisse, Faktenwissen, Beobachtungsgabe und Logik et voilà ...

      Vielleicht hilft das hier:

      http://www.spektrum.de/news/mensch-vernichtet-mehr-arten-als-klimawandel/1371966

      http://www.spektrum.de/thema/artenvielfalt-und-artensterben/843242

      Ich garantiere dir, dass ich bei weitem nicht so zerstörerisch bin wie der Durchschnitt. Und Hochmut würde bedeuten, sich nicht belehren zu lassen. Ich bin aber immer offen für Fakten. Allerdings nicht für gehaltlose Anfeindungen. Da muss schon mehr kommen als der Vorwurf Von Hochmut.
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    • Zeit_Genosse 23.10.2015 14:38
      Highlight @Rhabarber
      Mit dem Omnivor ist die biologische Zuordnung des Menschen als Nahrungsgeneralisten korrekt. Doch Omnivore sind im Verhalten doch eher passiv. Als Allesfresser fressen sie was gerade verfügbar ist. Die Bezeichnung Raubtier für den Menschen scheint mir auf der Verhaltensebene doch eher passend. Der mit dem durchgedrehten Affen und zerstörerischem Hochmut geht bei mir gut durch. Ob die Fehlleitung des Menschen von der Intelligenz herrührt, weil uns das von den Affen unterscheidet, mag doch spekulativ sein. Hat doch diese Intelligenz die Idee der Gemeinwohlökonomie hervorgebracht.
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  • BennyG 22.10.2015 16:02
    Highlight Wirklich interessant. Ich glaube das der Mensch als intuitiver Humanist geboren wird und sich im laufe seines Lebens durch Medien und Erfahrungen dem wirtschaftlichen Ideal des Homooeconomicus annähert. Eine solche Entwicklung in eine neue Richtung zu lenken ist sehr schwer und zeitintensiv.

    Jedoch finde ich es komisch bei so vielen Regulierungen wie beschrieben, noch von einer freien Marktwirtschaft auszugehen. Freiheit bringt Verantwortung und diese sind wir nicht gewillt zu tragen.
    Wir sollten anfangen unsere Handlungen selbst zu regulieren und nicht regulieren zu lassen.
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    • Gelöschter Benutzer 22.10.2015 17:49
      Highlight Das siehst du völlig richtig. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die das belegen. Versuche im Spiel mit Kleinerkindern. Ich muss allerdings die Studien erst wieder suchen. Weiss das Alter nicht mehr auswendig. Die Kippe kommt aber schon weit vor dem 5. Lebensjahr.
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    • BennyG 23.10.2015 12:40
      Highlight Wirklich? Kannst du mir sagen wie ich diese Studie finde?
      Habe diese Aussage in einer Arbeit getroffen und als Annahme deklariert. Eine Studie die diese Untermauert wäre genial.
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    • Gelöschter Benutzer 23.10.2015 19:42
      Highlight In diesem Interview hier erwähnt der Neurobiologe G. Hüther eins der Experimente. Die Studie selbst kann ich im Moment nicht finden. Ich hab zuviele Bücher. Sorry.
      http://green.wiwo.de/gehirnforschung-wer-gluecklich-ist-kauft-nicht/

      Weitere Studien erwähnt Joachim Bauer (Molekularbiologe, Neurobiologe, Internist, Psychiater, Psychosomatischer Mediziner) in seinem Buch "Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren".

      Mit diesen beiden Punkten als Ausgangsbasis solltest du mehr dazu finden :-)
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  • Gelöschter Benutzer 22.10.2015 15:09
    Highlight Interessant. Ich befürchte nur, dass ich diesen Umbruch nicht mehr erleben werde.
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    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 22.10.2015 16:10
      Highlight Finde ich auch sehr interessant. Aber das wird wohl niemand von uns jemals noch erleben. Die Menschen, die heute Macht haben und nach immer mehr streben, die werden sich das nicht nehmen lassen. Nestlé zum Beispiel. Die würden sich schlapplachen und mit Tausendernötli die Lachtränen abwischen, wenn ihnen jemand verbieten wollte das zu tun, was sie heute tun. Aktionäre über den ganzen Globus verteilt würden sturmlaufen, wenn Firmen weg von Gewinn und Wachstum gehen würden.
      Ist das gut? Meiner Meinung nach nicht, nein. Aber es ist die heutige Realität.
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    • herschweizer 22.10.2015 16:53
      Highlight Vielleicht werden wir alle Buddas

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    • Gelöschter Benutzer 22.10.2015 17:50
      Highlight Abwarten Mind7eS! Der Adel zur Zeit des Feudalismus sah das auch so. Und wo ist er heute?
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    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 23.10.2015 07:41
      Highlight Touché, diesen Punkt habe ich ausser acht gelassen. Wir werden sehen. Ich sträube mich nicht dagegen, wenn es so weit kommen sollte, ich hoffe das ist auch in vielen Jahren noch so.
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